Juli 2016, Turtmanntal - Diesen Sommer wollte man auf einer Alp im Walliser Turtmanntal eine Herde mit 350 Schafen sicher vor Wolfangriffen schützen. Zwei Hirten und vier Schutzhunde wurden dafür eingesetzt. Um zu zeigen, dass mit optimalem Schutz Wolfsangriffe vermieden werden können, finanzierte der Verein CH-Wolf das Projekt zusätzlich mit zehntausend Franken.


Trotzdem wurden Mitte Juli fünf Schafe vom Wolf gerissen und die Schutzhunde machten sich danach über die Kadaver der elend hergerichteten Tiere her, welche sie eigentlich hätten schützen sollen. Auch auf der Alp Halden in Flums Kleinberg riss ein Wolf anfangs August zehn Schafe. Obwohl danach zwei ausgebildete Schutzhunde eingesetzt wurden, fielen dem Raubtier am 19. August erneut zwei Schafe zum Opfer. Einen Tag später riss ein Wolf auf der Alp Muchetta bei Filisur trotz der Anwesenheit von drei Herdenschutz- und zwei Hütehunden zehn weitere Schafe. Die Hirtin sichtete etwa 700 Meter von der Schafherde entfernt den Wolf in der Nähe einer der läufigen Hündinnen. Ist diese wohl mit dem Wolf durchgebrannt, anstatt ihre Schafe zu schützen?

Walliser Wolf
Diese aktuellen Beispiele zeigen einmal mehr die Problematik der Wiederansiedlung der Grossraubtiere auf und wie schwierig es ist, die Herden zu schützen. Herden wirkungsvoll zu schützen ist schon ohne Raubtiere eine anspruchsvolle Sache. Darum setzt sich die Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere GR für die Aufhebung des absoluten Schutzes von Bär, Wolf und Luchs ein, so dass sie bejagbar werden. Wird diese Wiederansiedlungspolitik nicht gestoppt, werden die Probleme massiv zunehmen. Bis heute leben in der Schweiz «nur» zwei Wolfsrudel und periodisch einzelne Bären. Laut einer Studie von KORA soll unser Land für 65 Wolfsrudel mit etwa 305 Wölfen Platz bieten: Das wäre katastrophal!


Von den romantischen Phantasien einer Wildnis mitten in unserem dicht besiedelten Land sollte man sich verabschieden. Wir wenden uns gegen das Ansinnen, die abgelegenen, «nicht rentablen» Regionen verwildern zu lassen und die Bevölkerung in sogenannten Metropolitanräumen oder Agglomerationen zu konzentrieren. Stattdessen ist es viel sinnvoller, an einer dezentralen, kleinräumigen Besiedlung festzuhalten; die Berggebiete für die Landwirtschaft, für die Erholung der Bevölkerung und für sportliche Aktivitäten zu nutzen.

Rico Calcagnini, Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere GR

04.08.2016 St. Gallen - Ein Wolf hat in der Ortsgemeinde Flums-Kleinberg im Kanton St. Gallen sechs Schafe gerissen. Drei Schafe wurden am Mittwoch tot aufgefunden, drei waren verletzt.

Es handelt sich um den ersten Fall eines Wolfrisses im Kanton in diesem Jahr. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch wurden am Flumser Kleinberg drei halbjährige Lämmer von einem Wolf gerissen, wie die Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum (VWL) der Kantone Glarus, St. Gallen und beider Appenzell am Donnerstag (http://www.vwl-ost.ch) mitteilte.

Dominik Thiel, Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen, bestätigte die Meldung. «Drei Tiere waren tot, drei verletzt – zwei Schafe musste von ihrem Leiden erlöst werden.»

Flums Schafe

Erster Wolfriss im Kanton im 2016: Drei der getöteten Schafe wurden leblos auf einer Wiese in Flums gefunden. Bild VWL

 

Wolf aus dem Calanda-Rudel?

Nun würden DNA-Analysen vorgenommen, um zu prüfen, ob es sich beim Wolf um ein Tier des Calanda-Rudels oder um einen neu zugewanderten Wolf handle, sagte Thiel.

Die Risse seien jetzt schon als Wolfrisse deklariert worden, dazu brauche es keine DNA. Weitere Fälle von Wolfrissen seien in diesem Jahr keine bekannt. Auf den Alpen der Ortsgemeinde Flums-Kleinberg werden laut VWL 2500 Schafe in drei behirteten Herden gesömmert.

Am Abend nach dem Vorfall seien die Schafe zur Hütte getrieben und in einen Pferch gesperrt worden. (sda)

Unterbäch, 03.06.2016 - In der Nacht auf Freitag ist ein Wolf in eine den Vorgaben der Herdenschutzmassnahmen entsprechend eingezäunte Frühjahrsweide oberhalb von Unterbäch eingedrungen und riss dort acht Ziegen. Die Ziegenhalter haben nun die Nase gestrichen voll: Aus Protest haben sie die gerissenen Tiere auf dem Dorfplatz in Unterbäch deponiert.

Die in der Nacht auf Freitag oberhalb von Unterbäch gerissenen Tiere wurden von den erbosten Schäfern und Ziegenhaltern auf der Ladefläche eines Lastwagens auf dem Dorfplatz von Unterbäch deponiert. «Ich bekomme natürlich viele Reaktionen darauf», so Gemeindpräsident Bernhard Wyss. «Der Lastwagen steht mit gekippter Ladefläche gut sichtbar mitten auf dem Dorfplatz, das Schulhaus steht direkt daneben.»


Er habe mit den Betroffenen geredet und verstehe sie, meint Wyss. «Die Schäfer und Ziegenhalter fühlen sich alleingelassen. In den letzten zwei Wochen wurden in oder nahe von Unterbäch 20 Tiere gerissen.» Von Seiten der Gemeinde mache man sich Sorgen, weil einer nach dem anderen aufstecken wolle.

Geriessene Ziege


32 Schwarzhalsziegen wurden in der Frühjahrsweide oberhalb des Dorfes Unterbäch geweidet, acht davon wurden in der Nacht auf Freitag gerissen.
«Die Reissmuster weisen klar auf einen Wolf hin», bestätigt der zuständige Wildhüter Thomas Imboden. Die Weide war nach Vorgaben der Herdenschutzmassnahmen eingezäunt; mit einem 1,10 Meter hohen Flexinet, das unter 6000 Volt stand.

 

Flexinet

Die Weide war mit einem 1,10 Meter hohen Flexinet eingezäunt.


Damit erhöht sich die Risszahl in diesem Frühling im Gebiet zwischen Törbel und Ergisch auf mittlerweile 48 gerissene Schafe und Ziegen. Im Gebiet vermutet man zwei Wölfe, die im Frühjahr nachgewiesen wurden, allenfalls sogar ein dritter. Man geht davon aus, dass sich dort ein Rudel bilden könnte.

Quelle: 1815.ch zen/map

Kommentar von Daniel Steiner

Wenn die Schutzmassnahmen versagen und in Abständen von 2-3 Tagen immer wieder mehre Schafe oder Ziegen gerissen werden, sollte dieser Wolf (Wölfe) endlich entfernt werden. Hier geht es nicht mehr um Futteraufnahme. Dies zeigt eindeutig das gestörte Verhalten dieser Wölfe auf. Wie lange wird diesem Gemetzel noch zugeschaut?

Es wird höchste Zeit, dass die Verantwortlichen Stellen von Bund und Kanton das Gefahrenpotenzial dieser Wölfe erkennen und nicht mehr auf die Wolfsliebhaber hören. Vielleicht öffnen diese Bilder einigen Verantwortungsträger und gut bezahlten Amtsinhaber allmählich die Augen. Vom Bürosesel aus kann man Vorgaben und Richtlinien erstellen und herausgeben. Versucht einmal euch in die Lage der Bevölkerung und Landwirte vor Ort zu versetzen.

Trotz grossem Aufwand und beinahe 24 Stunden Überwachung verliert man seine Tiere. Dem ist noch nicht genug, jetzt treten die “Wolfsspezialisten“ in Erscheinung und alles was zum Schutz der Tiere unternommen wurde wird kritisiert. Alles wird und wurde  falsch gemacht. Diese Spezialisten vergessen, dass die HS-Vorgaben grösstenteils aus ihrer Feder stammen.

Diese Wölfe in der Augstbortregion haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Entweder Kleintierhaltung und Landwirtschaft im Berggebiet oder Wolf und vergandete Weiden. Beides zusammen funktioniert nicht. Die Entscheidung liegt bei Bund und Kanton.

Dienstag, 24. Mai 2016 - Medienmitteilung der Sekretariat der Kommissionen für Umwelt Raumplanung und Energie, Bern

Die Umweltkommission will den Wolf nicht mehr als geschützte Art einstufen und somit dessen Jagd erlauben. Diese Massnahme ginge deutlich weiter als die massvolle Bestandsregulierung, welche das Parlament 2015 beschlossen hat. Die Kommission beantragt mit 11 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Walliser Standesinitiative 14.320 «Wolf. Fertig lustig!» Folge zu geben.

Parlamentsgebaeude Bern

Diese verlangt, die Wolfsjagd zu erlauben und die Berner Konvention neu zu verhandeln, um einen Vorbehalt einführen zu können, der den Schutz des Wolfs für die Schweiz ausschliesst. Die Kommission hält fest, dass die Präventionsmassnahmen zum Herdenschutz sowie die einzelnen Abschüsse von Wölfen, die Schäden verursacht haben, Probleme bereiten, da sie zu kostspielig sind und die Wolfsangriffe nicht komplett unterbinden. Zudem besteht die Gefahr, dass sich diese Massnahmen negativ auf den Tourismus auswirken, da es nicht selten zu Angriffen von Herdenschutzhunden auf Wanderer kommt.

Des Weiteren ist der Herdenschutz in gewissen Alpgebieten aus topografischen Gründen nur schwer umsetzbar. Schliesslich ist die Kommission der Ansicht, dass ein Zusammenleben mit dem Wolf angesichts der dichten Besiedlung der Schweiz in jedem Fall äusserst schwierig ist.

Die Minderheit beantragt die Ablehnung der Initiative. Sie erinnert an die 2015 an der Bundesrat überwiesene Motion Engler 14.3151, mit der die Räte eine ausgewogene Lösung gefunden hätten, welche sowohl den Anliegen der Bergbevölkerung als auch dem Schutz des Wolfes Rechnung trage. Der Schutz des Wolfes in der Schweiz sei durch die Verfassung und die Berner Konvention gewährleistet, schon allein deshalb dürfe die Jagd auf ihn kein Thema sein. Ferner befürchtet die Minderheit, dass die Annahme der Initiative die notwendige Optimierung der Bestandsregulierung verzögert.

Zernez, 09.04.2016 - Letzte Nacht wurde im Engadin ein Bär von einem Zug frontal erfasst und sofort getötet. Der Unfall ereignete sich kurz nach 23:00 Uhr zwischen Zernez und S-chanf.

Seit dem letzten Sonntag wurde an mehreren Orten im Unterengadin ein Bär festgestellt. Er wanderte über Strada, Tschlin, Seraplana, Sent, Ftan, Susch nach Zernez und konnte gestern von der Wildhut noch beobachtet werden.

Verunfallter Baer

Beim verunfallten Bären handelt es sich um ein 110 Kilogramm schweres, männliches Jungtier. Der Kadaver wird der Universität Bern für weitere Untersuchungen übergeben. Es könnte der Bär M32 sein.

Um welches Tier es sich handelt, werden die genetischen Untersuchungen zeigen. Bereits im Jahre 2012 ist es bei Scuol zu einem Bahnunfall mit einem Bären gekommen. Damals hat der Bär M13 den Zusammenstoss überlebt.

Sofern es sich wirklich um M32 handelt, ist das Tier zweieinhalb Jahre alt, wie Hannes Jenny, Wildbiologe beim Amt für Jagd und Fischerei, auf Anfrage sagte.Der Bär sei eher scheu und habe sich letzten Herbst und diesen Frühling auf «Imkerei-Artikel» spezialisiert.

M32 wäre der 13. Bär, der von Italien nach Graubünden gewandert ist. Er dürfte vor etwa eineinhalb Monaten aus dem Winterschlaf erwacht sein.

 

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