Am 17. Mai 2020 werden wir über die Zukunft der Jagd abstimmen. Verschiedene Tier- und Naturschutzorganisationen haben gegen das revidierte Jagdgesetz das Referendum ergriffen. Wir vom Komitee Pro Jagdgesetz sind vom neuen Gesetz überzeugt: Es schafft mehr Sicherheit für Tier, Natur und Mensch , fördert die Artenvielfalt, verstärkt den Schutz der Kulturlandschaft und ermöglicht die Pflege der Jagd auf fortschrittliche Art und Weise.

Wir werden die Abstimmung über das neue Jagdgesetz aber nur gewinnen, wenn möglichst viele sich dafür einsetzen. Auch Ihr Engagement ist wichtig: Helfen Sie uns im Kampf für ein fortschrittliches Jagdgesetz mit mehr Sicherheit für Tier, Natur und Mensch.

Unterstützen Sie die Kampagne von JagdSchweiz, dem Schweizer Bauernverband und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete.

 

Am 17. Mai kommt das revidierte nationale Jagdgesetz zur Abstimmung. Für Graubünden ist von zentraler Bedeutung, dass das Jagdgesetz nach 32 Jahren an die heutigen Gegebenheiten angepasst wird.

G A S T K O MM E N TA R von Martin Candinas in der Bündner Zeitung über die nationale Abstimmung vom 17. Mai

Das neue Jagdgesetz nützt Tier, Natur und Mensch. So werden überregionale Wildtierkorridore festgeschrieben, was sowohl die natürliche Wanderbewegung von Wildtieren sicherer macht, wie auch mögliche Schäden für Land- wie Forstbesitzer reduziert. Auch ermöglicht das Gesetz finanzielle Unterstützung für Arten- und Lebensraumforderung in Wildtierschutzgebieten sowie Wasser- und Zugvogelreservaten.

Das neue Jagdgesetz wird auch klare Regeln im Umgang mit dem Wolf schaffen. Die vorgesehene Regulierung ist ein Kompromiss zwischen den extremen Forderungen wie die volle Jagdbarkeit und dem heutigen fast totalen Schutz. Die Frage Pro oder Contra Wolf stellt sich mit diesem Gesetz nicht. Vielmehr geht es um die Frage: Wollen wir die rasche Zunahme der Rudelbildung in den Bergregionen der Schweiz einfach so ungebremst hinnehmen? Oder wollen wir steuernd eingreifen, sodass wir scheue Wölfe haben, welche die Dörfer, die Menschen und seine Nutztiere sowie den Herdenschutz respektieren? Für mich ist klar, dass die Kantone die Möglichkeit er halten müssen, bei Bedarf sorgfältig steuernd einzugreifen. Damit erhöhen wir die Sicherheit für die Menschen, aber auch die Akzeptanz des Wolfes. Die Wildhüter der Kantone - es sind nicht die Jager - müssen mehr Kompetenzen erhalten. Das Wildtiermanagement beim Steinbock zeigt auf, dass die·Kantone bereits viele Jahre ihre Verantwortung im Umgang mit einer geschützten Tierart sehr wohl wahrnehmen.

Wenn wir immer wieder hören, dass Herdenschutzhunde eingesetzt werden sollen, so bin ich damit grundsätzlich einverstanden. Der Herdenschutz funktioniert aber nur, wenn die Wölfe scheu bleiben. Die Erfahrung zeigt - dies wurde uns auch vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) bestätigt. - dass die Wolfsrudel lernen, diese Massnahmen zu umgehen. Die Wölfe bleiben nur scheu, wenn sie durch einzelne Abschüsse lernen, dass sie den Menschen und seine Einrichtungen meiden sollen. Mit der Revision des Jagdgesetzes wird der Herdenschutz keinesfalls geschwächt oder gar abgeschafft. Im Gegenteil! Er wird gestärkt, weil zukünftig nur noch Schaden bezahlt werden, wenn die Landwirte die zumutbaren Herdenschutzmassnahmen ergriffen haben. -

Es geht aber nicht nur um die Landwirtschaft, sondern auch um die Attraktivität unserer Bergregionen für unsere einheimische Bevölkerung, aber auch für den Tourismus!

Der Wolfsbestand ist in den vergangenen Jahren sehr stark angewachsen und wird weiter zunehmen. Das bereitet grosse Sorgen und Ängste. Aufgabe der Politik ist es, rechtzeitig zu handeln. Agieren statt reagieren. Das Parlament hat dies gemacht. Wir haben eine massvolle Lösung für eine echte Herausforderung. Der Wolf bleibt auch mit dem neuen Gesetz geschützt, der Bestand wird von den Wildhütern der Kantone so gesteuert, dass wir scheue Wolfe haben, die nicht in die Dörfer kommen und die den Herdenschutz respektieren.

Das neue Gesetz ist ein typisch helvetischer Kompromiss, der auch sehr viele Bestimmungen für den Arten- und Lebensraumschutz sowie für den Tierschutz beinhaltet .Sollte das Gesetz abgelehnt werden, beginnt die Debatte von vorne. Dies mit viel tieferen Gräben zwischen Schutz- und Nutzanliegen und zwischen Stadt und Land. Dies müssen wir verhindern. Darum empfehle ich Ihnen ein deutliches Ja zum neuen Jagdgesetz!

MARTIN CANDINAS ist seit2011 CVP-Nationalrat. Er wohnt in Chur und Rabius.

Im vergangenen Jahr konkretisierten sich unsere Befürchtungen bezüglich Verbreitung des Wolfes in unserem Kanton weiter: Zusätzlich zum Calandarudel und zum westlich angrenzenden Ringelspitzrudel (Surselva), das bereits im letzten Jahr Nachwuchs hatte, bildeten sich zwei weitere Rudel, eines im Gebiet des Beverin und ein weiteres im Gebiet Obersaxen Mundaun. Mit nun über 30 Wölfen im Kanton, nahm auch die Zahl der Nutztierrisse weiter zu und viele Tierhalter sehen sich mit grossen Problemen konfrontiert.

von Rico Calcagnini, Präsident

Positiv zu vermelden ist die gelungene Informationsveranstaltung «Der Wolf ist überall» vom 17. Mai in der Arena Cazis, die auf Initiative unseres Vereins, zusammen mit dem Bündner Bauernverband, dem Schafzuchtverband, dem Ziegenzuchtverband und dem Älplerinnen- und Älplerverein stattgefunden hat. Es kamen über 300 Interessierte. Mit grosser Mehrheit wurde eine Resolution an die Bundesrätin Simonetta Sommaruga und an den Direktor des BAFU Marc Chardonnens verabschiedet. Darin werden sie aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen in verschiedenen Bereichen, welche die Probleme mit den Grossraubtieren betreffen.

Wie in den letzten beiden Jahren engagierten wir uns im September 2019 an der europaweiten Solidaritätsaktion mit der Bevölkerung, die an den von Grossraubtieren verursachten Schäden leidet. In Graubünden organisierten wir zwei Mahnfeuer: in Pany, Prättigau und auf der Alp Sassiglione oberhalb von Poschiavo.

Seit Juni hat der Plantahof mit dem vom Amt entworfenen Meldesystem per SMS begonnen. Damit wurden Wolfsbeobachtungen und Attacken den Tierhaltern in den betroffenen Regionen gemeldet. Wir bekamen damit einen besseren Überblick über die Wolfsrisse während der Sommermonate. So wussten wir beispielsweise, dass von Mitte Juni bis Mitte September mindestens 115 Schafe und Geissen vom Wolf gerissen wurden – eine Folge der Rudelzunahme. Nach dieser katastrophalen Bilanz hat das Bundesamt für Umwelt auf Antrag des Kantons den Abschuss von vier jungen Wölfen bewilligt. Drei wurden abgeschossen, ein vierter wurde von einem Auto erfasst und musste schwer verletzt erlegt werden.

In diesem Jahr nahm die politische Debatte um den Schutz der Grossraubtiere eine wichtige Hürde: Nach vielen Beratungen wurde am 27. September das revidierte eidgenössische Jagdgesetz vom Parlament angenommen. Leider haben Natur- und Tierschutzorganisationen (WWF Schweiz, Zoo Schweiz, Pro Natura, Gruppe Wolf Schweiz, Bird Life Schweiz, Schweizer Tierschutz, usw.) das Referendum ergriffen dagegen. Die Gegner des Gesetzes sind gut aufgestellt: sie sammelten in nur zwei Monaten 70'000 Unterschriften, sie sind online und offline kampagnenerprobt und mit hunderttausenden von Mitgliedern sehr finanzstark. Befürworter des Gesetzes, das voraussichtlich am 17. Mai zur Abstimmung kommt, sind: JagdSchweiz, Schweiz. Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB, Schweiz. Bauernverband SBV, Schweizer Alpwirtschaftlicher Verband, AGORA (welscher Bauernverband), Schweiz. Schafzuchtverband, Schweiz. Ziegenzuchtverband, Mutterkuh Schweiz, Vereinigung Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere, Schweizerischer Gewerbeverband ua.

Trotz vielen Befürwortern wird es nicht einfach sein und viel Einsatz benötigen, die Mehrheit der Bevölkerung zu überzeugen (kein Ständemehr): die Jagd ist in der Bevölkerung akzeptiert und in ländlichen Gebieten gut verankert, wir haben gute Argumente und ein grosses Potenzial an Leuten, die sich aktiv am Abstimmungskampf beteiligen können, z.B. Jäger, Bauern, Grossraubtierkritiker, Bergler, Älpler, Tierzüchter, Bergliebhaber. Unsere Vereinigung ist mit ihrer Dachorganisation Lebensräume Schweiz ohne Grossraubtiere, die ihre Geschäftsstelle bei der SAB in Bern unterhält, gut vernetzt. Die Abstimmungskampagne wird von JagdSchweiz, SAB und SBV geleitet.

Jedes Vereinsmitglied kann sich an der Kampagne aktiv beteiligen, z.B.:

• mit der Einzahlung eines zusätzlichen Beitrages zu den 30.- SFR Mitgliederbeitrag;
• mit Leserbriefen in den lokalen Zeitungen;
• mit der Weitergabe von Informationen in Familie, Verwandtschaft und im Freundeskreis;
• mit der Aufforderung an alle Bekannte abstimmen zu gehen;
• mit der Teilnahme an Verteilaktionen von Flugblättern.

Das Gesetz ist modern und zukunftsorientiert, weil es endlich die Grundlagen schafft, Grossraubtiere zu regulieren. Die Kantone erhalten dafür mehr Kompetenzen und können die Raubtiere unter bestimmten Bedingungen zum Abschuss frei geben, bevor sie grosse Schäden anrichten, wenn nötig auch in Wildschutzgebieten (wie es bei anderen jagdbaren Arten bereits der Fall ist).

Weitere Informationen sind laufend auf der offiziellen Home-Page des eidgenössischen Abstimmungskomitees Pro Jagdgesetz: www.ja-jagdgesetz.ch

Wir sind zuversichtlich, dass es uns mit der Kampagne gelingen wird, einen wichtigen Beitrag für den Schutz von Menschen, Tieren und Natur zu leisten, unabhängig davon, ob wir die Abstimmung gewinnen oder nicht. Wir bleiben in jedem Fall am Ball!

Buchen, Januar 2020 Rico Calcagnini, Präsident

 

  • Freitag 21. Februar 2020,
  • 19.30 Uhr, Hotel Zarera,
  • 7742 Sfazù Poschiavo

Traktandenliste:

  • 1. Begrüssung
  • 2. Wahl der Stimmenzähler
  • 3. Bestätigung der Traktandenliste
  • 4. Protokoll der ordentlichen Generalversammlung vom 29.3.2019
  • 5. Bericht des Präsidenten
  • 6. Bericht des Kassiers
  • 7. Bericht der Revisoren
  • 8. Rücktritte/Wahlen (Wahl eines zweiten Delegierten in die nationale Vereinigung)
  • 9. Budget 2019
  • 10. Jahresbeiträge 2020
  • 11. Vorgesehene Aktivitäten 2020/2021
  • 12. Volksabstimmung über das revidierte Jagdgesetz
  • 13. Diverses
  • 14. Präsentation von Livio Luigi Crameri zugunsten der Züchter und der Bergen

Der Vorstand schlägt vor, die Jahresbeiträge unverändert zu belassen: Für Einzelmitglieder 30.- und für Kollektivmitglieder 100.- CHF.

Wir bitten alle Mitglieder, den Jahresbeitrag und willkommene Spenden für die Unterstützung der Kampagne Pro Jagdgesetz auf unser Postkonto einzubezahlen. Auch versäumte Beiträge aus dem Jahr 2019 sind willkommen.

Wir bitten im weiteren die Mitglieder, die inzwischen eine E-Mail Adresse haben, uns diese mitzuteilen, wir sparen dabei Portospesen und können kurzfristig wichtige Meldungen weiterleiten.

Mit freundlichen Grüssen

Für den Vorstand: Rico Calcagnini, Präsident

Mario Costa, Aktuar

 

Mehrfach sind in den letzten Wochen Wölfe rund um Obersaxen in der Nähe von Häusern und Strassen gesichtet worden. Nach der letzten Sichtung im Kinderland der Skischule am Donnerstagmorgen macht man sich Sorgen, ob nicht langsam Vorsichtsmassnahmen nötig sind.

von Oliver Fischer, Donnerstag, 09. Januar 2020, Südostschweiz

Ein Wolf am frühen Morgen auf der Skipiste, mehrere Tiere in der Abenddämmerung am Waldrand, ein einzelnes Tier am späten Abend auf einer Quartierstrasse – das alles sind Begegnungen und Sichtungen von Wölfen in den vergangenen Wochen rund um Obersaxen. Das Fass zum Überlaufen gebracht haben für Marco Casanova aber die Fotos, die er am Donnerstagmorgen geschickt bekommen hat. Sie zeigen einen Wolf, der durch das Kinderland der Skischule Obersaxen spaziert. Also hat Casanova, der unter anderem Präsident der Skischule ist, ein E-Mail ans Amt für Jagd und Fischerei Graubünden geschrieben, und nachgefragt, ob und was der Kanton zu tun gedenke.

Am Donnerstagmorgen spazierte ein Wolf seelenruhig durchs Kinderland der Skischule Obersaxen.

Amtsleiter Adrian Arquint hat durchaus Verständnis für die Sorgen der Obersaxner: «Wir können nachvollziehen, dass Bedenken vorhanden sind, wenn die Tiere tagsüber so nahe an bewohntes Gebiet kommen.» Und da es allein am Donnerstag mehrere Sichtungen und über die letzten Wochen verteilt ebenfalls mehrere gegeben habe, müsse man die Situation jetzt sicher weiter beobachten. Für den Freitag ist eine Besprechung mit der Gemeinde angesetzt, um das weitere Vorgehen genauer zu besprechen. Dabei sollen auch konkrete Massnahmen thematisiert werden. «Mögliche Massnahmen sind einerseits die Unterbindung von Futterquellen, andererseits wird mit der Wildhut ein Dispositiv für die Vergrämung erstellt, sollte es erneut zu solchen Situationen kommen», führt Arquint aus. Für ihn ist aber auch klar, dass man aufgund der wachsenden Wolfspopulation im Kanton vermehrt mit Sichtungen rechnen müsse. Gefahr oder keine Gefahr?

Weniger Verständnis für die Bedenken in Obersaxen hat die Gruppe Wolf Schweiz, die sich für den Schutz der Tiere einsetzt. Die Fotos liessen vermuten, dass es sich um ein junges Tier handle, das von Natur aus neugierig sei und noch weniger Scheu zeige als ein erwachsenes. Von solchen Jungtieren gehe aber unmittelbar keine Gefahr aus, schreibt der Präsident der Gruppe Wolf, David Gerke, auf Anfrage. Ob es Massnahmen brauche, müsse aber sowieso der Kanton aufgrund der realen Vorkommnisse beurteilen und entscheiden.

Genau das fordert Marco Casanova aber: konkrete Massnahmen. «Normal ist das nicht mehr», sagt er, dass die Wölfe immer öfter und immer näher am Siedlungsgebiet gesichtet würden. Welche Massnahmen das wären, sei aber klar Sache von Kanton und Wildhut, ergänzt er. Und spezifische Sorgen wegen der Sichtung bei der Skischule habe er nicht. Es gehe ihm generell um die Sicherheit rund um das Dorf. Und immerhin etwas Positives kann er den morgendlichen Fotos auch abgewinnen: «Welche Skischule kann schon von sich sagen, dass man dort in den echten Spuren des Wolfes Skifahren lernen kann?»  

 

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