Bern, 3.12.2018 - Die Versammlung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention vertagt die Lockerung des Schutzstatus des Wolfes. Grund für den Entscheid sei der mangelnde Wissenstand vieler Parteien. Der VLSoGRT nimmt den Entscheid aus Strasbourg zur Kenntnis und setzt auf einen positiven Verlauf der anstehenden Debatte der Jagdgesetzesrevision im Frühling 2019 im Nationalrat

Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere (VLSoGRT) hat sich gemeinsam mit weiteren landwirtschaftlichen Verbänden für die Unterstützung des Schweizer Anliegens im Europarat eingesetzt. In einem Schreiben appellierte er an die teilnehmenden Staaten, einer Lockerung zuzustimmen. Denn in allen Europäischen Ländern, in welchen ein strenger Wolfsschutz gilt, fehlen griffige Instrumente zur massvollen Steuerung der Wolfspopulation – mit verheerenden Folgen für die Kleinviehhaltung und die betroffene Bevölkerung. In den mehrheitlich skandinavischen Ländern verharren die Wolfpopulationen, trotz der Lockerung des Schutzstatus, auf einem stabilen Niveau. Das beweist, dass diese Lockerung nicht zwingend zur der Ausrottung von Wölfen führt.

Es ist völlig unverständlich, dass das Anliegen der Schweiz auf einen späteren Termin verschoben wurde mit der Begründung, einen Bericht über den Erhaltungszustand von Arten und ihren Lebensräumen abzuwarten.

Die direkt betroffene Bevölkerung kann diese Entscheidung nicht akzeptieren. Die Übergriffe auf Nutztiere nehmen auch auf Winterweiden ständig zu. Massnahmen zur Regulierung der Wolfspopulation sind ein Muss, die zunehmende Wolfspräsenz in Siedlungsnähe ist nicht tolerierbar. Der in der letzten Woche in Deutschland stattgefundene Angriff eines Wolfes auf einen Menschen verdeutlicht die Gefahr, welche durch die ständig wachsende Wolfspopulation ausgeht.

Der Entscheid des Ständigen Ausschusses zeugt davon, dass die Strasbourger-Beamten fernab der betroffenen Regionen ihre Entscheide fällen.

Weitere Auskünfte:

G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58

G. Mattei Tel. 079 428 40 59

Co. Präsidenten Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

www.lr-grt.ch

Uri, 13.11.2018 - Statt die Initiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren» nach Bern zu schicken, sollen zumindest die gültigen Teile davon in die Kantonsverfassung aufgenommen werden. Der Landrat empfiehlt dem Volk, die Initiative anzunehmen.

Carmen Epp14.11.2018

Wenn es um Wolf, Bär, Luchs und Co. geht, wird es schnell emotional. So auch gestern im Landrat. Nachdem jeder zehnte Urner Stimmbürger das Begehren unterzeichnet hatte, sorgte die Volksinitiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» im Landratssaal für einen regelrechten Schlagabtausch.

Die vom Urner Bauernverband lancierte Initiative verlangt, Vorschriften zum Schutz von Grossraubtieren und zur Beschränkung und Regulierung des Bestands sowie in die Kantonsverfassung aufzunehmen und die Förderung, die Einfuhr und Freilassung von Grossraubtieren zu verbieten.

Teilweise ungültig, aber gegen Standesinitiative

Die letzten beiden Forderungen – das Einführungs- und Freilassungsverbot – sind jedoch nicht mit dem Bundesrecht vereinbar. Zu diesem Schluss kam sowohl der Regierungsrat als auch die landrätliche Sicherheitskommission. Gestern nun folgte auch der Landrat dieser Ansicht und erklärte die Initiative mit 34 zu 24 Stimmen als teilweise ungültig. Die gültigen Teile hingegen, darüber war sich der Landrat ausnahmslos einig, sollen dem Volk unterbreitet werden.

Mit 1 zu 56 Stimmen (1 Enthaltung) chancenlos war hingegen der Antrag der Regierung, der Volksinitiative als direkten Gegenvorschlag eine Standesinitiative gegenüber zu stellen.

SP/Grüne: «Initiative streut Sand in die Augen»

Blieb also noch die Frage, ob man dem Stimmvolk empfehlen soll, die Initiative anzunehmen oder abzulehnen. Die Haltung der Urner Regierung war klar: Es bringe nichts, eine eigene Grossraubtierpolitik in die Kantonsverfassung aufzunehmen, die Initiative soll deshalb dem Volk zur Ablehnung empfohlen werden.

Derselben Meinung war auch die SP/Grüne-Fraktion. «Die Initiative schiesst ins Leere», hielt etwa Mihriye Habermacher (SP, Erstfeld) fest. Die Kantonsverfassung sei nicht geeignet, um Zeichen zu setzen und sollte nicht mit «unnötigen und inhaltsleeren Artikeln» gefüllt werden. Und Raphael Walker (Grüne, Altdorf) zeigte sich überzeugt, dass das Initiativkomitee rein politische Absichten verfolgt. «Den Unterzeichnenden und dem Urner Volk wird Sand in die Augen gestreut, falls diese erwarten, dass sich ihre Situation verbessert.»

«Ängste der Bevölkerung frühzeitig ernst nehmen»

Mit dieser Haltung stand die SP/Grüne-Fraktion weitgehend alleine da. Bereits beim Eintreten auf das Geschäft signalisierten die anderen Fraktionen, dem Antrag der Sicherheitskommission zu folgen und die Initiative zur Annahme zu empfehlen. «Uri tut gut daran, nicht zuzuwarten und frühzeitig die Bedenken und Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen», hielt Kommissionspräsident Ludwig Loretz (FDP, Andermatt) fest.

Alois Zurfluh (CVP, Attinghausen) zeigte sich erstaunt, wie manche sich für die «zum Teil illegal ausgewilderten Grossraubtiere» einsetzen. «Umso mehr, weil wir jahrzehntelang sehr gut ohne die Tiere haben leben können und 99 Prozent der Bevölkerung diese sowieso nie zu Gesicht bekommt.»

Kantone erhalten bald mehr Kompetenzen

Christian Arnold (SVP, Seedorf) konnte es kaum erwarten, «endlich Dampf ablassen» zu können. Seit Jahren lese man über die Sommermonate bis in den Herbst hinein «praktisch wöchentlich» von Wolfsübergriffen auf Nutztiere in Europa, «Tendenz zunehmend». Der Regierungsrat müsse «endlich einstehen für die Landwirtschaft, den Tourismus und die ländlichen Gebiete».

Mit der aktuellen Revision der eidgenössischen Jagdgesetzgebung werde den Kantonen wahrscheinlich mehr Kompetenzen eingeräumt. Eine Verankerung der ganzen Grossraubtierproblematik in der Verfassung, so Arnold, sei also dringend nötig. Der Appell der Befürworter, mit der Volksinitiative «ein Zeichen zu setzen», traf schliesslich auf offene Ohren: Der Landrat empfiehlt die Initiative mit 49 zu 8 Stimmen (1 Enthaltung) dem Volk zur Annahme. Ein Entscheid, der beim WWF Uri nicht gut ankommt.

Das sagt der WWF Uri zum Entscheid des Landrats

Der WWF Uri reagierte postwendend auf den Entscheid des Landrats. Er fordert die Ablehnung der Initiative. Die sei «rückwärtsgewandt und behindert die Weiterentwicklung von guten Lösungen», schreibt der WWF Uri in einer Medienmitteilung. Seit 1995, als zum ersten Mal regelmässig Wölfe in der Schweiz nachgewiesen wurden, seien die Konflikte «überschaubar, wo der Herdenschutz richtig angewendet wird», wird Fabian Haas, Verantwortlicher für das Thema beim WWF Zentralschweiz zitiert. Die jährlichen Risse blieben trotz immer mehr Wölfen im schwankenden Jahresdurchschnitt relativ konstant. Mit der Initiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» werde versucht, das Rad zurückzudrehen, so der WWF Uri weiter. «Und Politik und Volk müssen sich mit einer Initiative beschäftigen, die der Stimmungsmache dient und gemäss Regierungsrat nichts bringt.»

Symbolbild: Ein Wolf im Tierpark Goldau. (Bild: Romano Cuonz, Tierpark Goldau, 2017)

Es seien gemäss Zahlen der Kora nur etwa 5 Prozent der Schafe, die wegen Wölfen auf den Alpen sterben, die restlichen 95 Prozent würden durch Krankheit, Murgänge, Abstürzen oder aufgrund des Wetters ums Leben kommen. Zudem hätten sich gemäss der Agridea über 90 Prozent aller Risse im Jahr 2017 gemäss in ungeschützten Herden ereignet.

Jetzt liege es an der Urner Bevölkerung, den Entscheid des Landrates zu kippen und die Symbolpolitik nicht zu unterstützen. «Denn eine individuelle Lösung im Kanton Uri ist absurd, die weitwandernden Wölfe halten sich nicht an Landesgrenzen und schon gar nicht an Kantonsgrenzen», wird Christa Riedi, Vorstandsmitglied des WWF Uri in der Mitteilung zitiert. «Die Forderungen der Initiative sind weitgehend wirkungslos oder werden bereits erfüllt und haben so kaum Konsequenzen für die gängige Praxis.» (pd/eca)

Quelle: Luzerner Zeitung, 14.11.2018

Auch im Kanton Graubünden solidarisieren sich grosse Teile der Bevölkerung mit den Tierhaltern, die von den Schäden betroffen sind, welche die sich unkontrolliert ausbreitenden Wölfe verursachen. Die «Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere/GR» nahm am 15. September an der europaweiten Solidaritätsaktion mit Mahnfeuern teil. Oberhalb der Gemeinde Poschiavo und in Pany waren am Samstagabend je ungefähr 50 Personen auf den Feuerstellen anzutreffen.

Diese Aktion will aufzeigen, dass beim Management der Grossraubtiere in vielen Ländern Europas Handlungsbedarf besteht und tragfähige Lösungen diskutiert werden müssen.

In der Schweiz sind auf politischer Ebene zwei Ereignisse zu erwähnen, die Anlass zu Hoffnung geben: Zum einen reichte der Bundesrat bei der Berner Konvention des Europarates den Antrag für die Rückstufung des Wolfes von «streng geschützt» auf «geschützt» ein; im Weiteren wird der Nationalrat in der Herbstsession die Revision des Jagdgesetzes beraten und es ist zu hoffen, dass der Nationalrat dem Ständerat folgen wird, der eine Flexibilisierung des Wolfschutzes und mehr Kompetenzen für die Kantone bereits beschlossen hat. Das sind Schritte in die richtige Richtung!

Verein Lebensräume ohne Grossraubtiere

Rico Calcagnini, Präsident

Am Samstag 15. September 2018 werden in ganz Europa Solidaritätsfeuer entfacht. Auf diese Weise solidarisiert sich die Bevölkerung mit den betroffenen Tierhaltern und setzt ein Zeichen gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Grossraubtiere in Europa. In der Schweiz laden die kantonalen Sektionen Menschen aus Stadt und Land sowie Bauern und Politiker ein, sie über die Missetaten des Wolfes zu informieren und Lösungen zu finden.


Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an diesem Tag, am Samstag, den 15. September 2018, teilzunehmen.

Weitere Auskünfte:
G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58
G. Mattei Tel. 079 428 40 59
Ko-Präsidenten Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere
www.lr-grt.ch
Kontakte der kantonalen Sektionen:

BE
Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren
https://www.schutz-der-wild-und-nutztiere.ch
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FR-GE-JU-NE-VD-VSfr
ArsansGP - Association romande pour un territoire sans les grands prédateurs
http://arsgp.weebly.com
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GR
VLohneGRT – Verein für Lebensräume ohne Grossraubtiere
http://www.atsenzagp.org
Kontakt - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

SG, GL, AI, AR
VWL-OST – Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum
https://www.vwl-ost.ch
Kontakt - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

TI
ATsenzaGP - Associazione per un Territorio senza Grandi Predatori
https://www.atsenzagp-ticino.ch
Contatti - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

VS
Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere
https://lebensraumwallis.ch
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Zentralschweiz
VSvGZ - Verein zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren in der Zentralschweiz
https://vsvgz-ch.jimdo.com
Kontakt - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Dienstag 26. Juni 2018, Polen - Im Bieszczady-Gebirge im Südosten Polens, etwa 8 Kilometer von der Grenze zur Slowakei und zur Ukraine entfernt, hat am Dienstag 26. Juni 2018 ein grosser Kanide zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren gebissen. Alle Verletzungen waren geringfügig und die Kinder wurden nach ambulanter Behandlung im Krankenhaus entlassen. Das Tier wurde am selben Abend erschossen.

  Das Tier war wegen seinem für einen wilden Wolf untypischen Verhalten bereits vorher aufgefallen: Es zeigte wenig Angst vor Menschen und tauchte auf der Suche nach Nahrung in bewohntem Gebiet in der Nähe des Dorfes Wetlina auf (https://www.youtube.com). Einheimische und Touristen hatten berichtet, dass er sich den Kochstellen näherte. Es wird vermutet, dass dasselbe Tier zwei Wochen zuvor eine Frau auf einem Campingplatz gebissen hat, welche leichte Verletzungen an ihrem Bein vorwies. Die Genehmigung zum Abschuss wurde von der Generaldirektion für Umweltschutz sofort erteilt, aber das Tier konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ausfindig gemacht werden.

Das tote Tier wird jetzt von Tierärzten untersucht. Die Voruntersuchung ergab, dass es sich um ein einjähriges Tier handelte, der sich in gutem Zustand befand und keine offensichtlichen Anzeichen von Krankheiten oder Verletzungen zeigte. Seine Krallen waren jedoch relativ kurz und beschädigt und zwei Eckzähne abgebrochen, was die polnischen Experten vermuten liess, dass das Tier aus einem Gehege ausgebrochen sein könnte. In der Region werden offenbar immer noch Wölfe in Gehegen gehalten, obwohl das nicht statthaft ist.

Genauere Ergebnisse der Untersuchung werden in Kürze erwartet. Es werden auch genetische Analysen durchgeführt, um die Herkunft des Tieres abzuklären, und ob es sich um einen Wolf oder eine Wolf-Hund-Hybride handelt.

Quelle: www.kora.ch

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