Unterbäch, 03.06.2016 - In der Nacht auf Freitag ist ein Wolf in eine den Vorgaben der Herdenschutzmassnahmen entsprechend eingezäunte Frühjahrsweide oberhalb von Unterbäch eingedrungen und riss dort acht Ziegen. Die Ziegenhalter haben nun die Nase gestrichen voll: Aus Protest haben sie die gerissenen Tiere auf dem Dorfplatz in Unterbäch deponiert.

Die in der Nacht auf Freitag oberhalb von Unterbäch gerissenen Tiere wurden von den erbosten Schäfern und Ziegenhaltern auf der Ladefläche eines Lastwagens auf dem Dorfplatz von Unterbäch deponiert. «Ich bekomme natürlich viele Reaktionen darauf», so Gemeindpräsident Bernhard Wyss. «Der Lastwagen steht mit gekippter Ladefläche gut sichtbar mitten auf dem Dorfplatz, das Schulhaus steht direkt daneben.»


Er habe mit den Betroffenen geredet und verstehe sie, meint Wyss. «Die Schäfer und Ziegenhalter fühlen sich alleingelassen. In den letzten zwei Wochen wurden in oder nahe von Unterbäch 20 Tiere gerissen.» Von Seiten der Gemeinde mache man sich Sorgen, weil einer nach dem anderen aufstecken wolle.

Geriessene Ziege


32 Schwarzhalsziegen wurden in der Frühjahrsweide oberhalb des Dorfes Unterbäch geweidet, acht davon wurden in der Nacht auf Freitag gerissen.
«Die Reissmuster weisen klar auf einen Wolf hin», bestätigt der zuständige Wildhüter Thomas Imboden. Die Weide war nach Vorgaben der Herdenschutzmassnahmen eingezäunt; mit einem 1,10 Meter hohen Flexinet, das unter 6000 Volt stand.

 

Flexinet

Die Weide war mit einem 1,10 Meter hohen Flexinet eingezäunt.


Damit erhöht sich die Risszahl in diesem Frühling im Gebiet zwischen Törbel und Ergisch auf mittlerweile 48 gerissene Schafe und Ziegen. Im Gebiet vermutet man zwei Wölfe, die im Frühjahr nachgewiesen wurden, allenfalls sogar ein dritter. Man geht davon aus, dass sich dort ein Rudel bilden könnte.

Quelle: 1815.ch zen/map

Kommentar von Daniel Steiner

Wenn die Schutzmassnahmen versagen und in Abständen von 2-3 Tagen immer wieder mehre Schafe oder Ziegen gerissen werden, sollte dieser Wolf (Wölfe) endlich entfernt werden. Hier geht es nicht mehr um Futteraufnahme. Dies zeigt eindeutig das gestörte Verhalten dieser Wölfe auf. Wie lange wird diesem Gemetzel noch zugeschaut?

Es wird höchste Zeit, dass die Verantwortlichen Stellen von Bund und Kanton das Gefahrenpotenzial dieser Wölfe erkennen und nicht mehr auf die Wolfsliebhaber hören. Vielleicht öffnen diese Bilder einigen Verantwortungsträger und gut bezahlten Amtsinhaber allmählich die Augen. Vom Bürosesel aus kann man Vorgaben und Richtlinien erstellen und herausgeben. Versucht einmal euch in die Lage der Bevölkerung und Landwirte vor Ort zu versetzen.

Trotz grossem Aufwand und beinahe 24 Stunden Überwachung verliert man seine Tiere. Dem ist noch nicht genug, jetzt treten die “Wolfsspezialisten“ in Erscheinung und alles was zum Schutz der Tiere unternommen wurde wird kritisiert. Alles wird und wurde  falsch gemacht. Diese Spezialisten vergessen, dass die HS-Vorgaben grösstenteils aus ihrer Feder stammen.

Diese Wölfe in der Augstbortregion haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Entweder Kleintierhaltung und Landwirtschaft im Berggebiet oder Wolf und vergandete Weiden. Beides zusammen funktioniert nicht. Die Entscheidung liegt bei Bund und Kanton.

Dienstag, 24. Mai 2016 - Medienmitteilung der Sekretariat der Kommissionen für Umwelt Raumplanung und Energie, Bern

Die Umweltkommission will den Wolf nicht mehr als geschützte Art einstufen und somit dessen Jagd erlauben. Diese Massnahme ginge deutlich weiter als die massvolle Bestandsregulierung, welche das Parlament 2015 beschlossen hat. Die Kommission beantragt mit 11 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Walliser Standesinitiative 14.320 «Wolf. Fertig lustig!» Folge zu geben.

Parlamentsgebaeude Bern

Diese verlangt, die Wolfsjagd zu erlauben und die Berner Konvention neu zu verhandeln, um einen Vorbehalt einführen zu können, der den Schutz des Wolfs für die Schweiz ausschliesst. Die Kommission hält fest, dass die Präventionsmassnahmen zum Herdenschutz sowie die einzelnen Abschüsse von Wölfen, die Schäden verursacht haben, Probleme bereiten, da sie zu kostspielig sind und die Wolfsangriffe nicht komplett unterbinden. Zudem besteht die Gefahr, dass sich diese Massnahmen negativ auf den Tourismus auswirken, da es nicht selten zu Angriffen von Herdenschutzhunden auf Wanderer kommt.

Des Weiteren ist der Herdenschutz in gewissen Alpgebieten aus topografischen Gründen nur schwer umsetzbar. Schliesslich ist die Kommission der Ansicht, dass ein Zusammenleben mit dem Wolf angesichts der dichten Besiedlung der Schweiz in jedem Fall äusserst schwierig ist.

Die Minderheit beantragt die Ablehnung der Initiative. Sie erinnert an die 2015 an der Bundesrat überwiesene Motion Engler 14.3151, mit der die Räte eine ausgewogene Lösung gefunden hätten, welche sowohl den Anliegen der Bergbevölkerung als auch dem Schutz des Wolfes Rechnung trage. Der Schutz des Wolfes in der Schweiz sei durch die Verfassung und die Berner Konvention gewährleistet, schon allein deshalb dürfe die Jagd auf ihn kein Thema sein. Ferner befürchtet die Minderheit, dass die Annahme der Initiative die notwendige Optimierung der Bestandsregulierung verzögert.

Zernez, 09.04.2016 - Letzte Nacht wurde im Engadin ein Bär von einem Zug frontal erfasst und sofort getötet. Der Unfall ereignete sich kurz nach 23:00 Uhr zwischen Zernez und S-chanf.

Seit dem letzten Sonntag wurde an mehreren Orten im Unterengadin ein Bär festgestellt. Er wanderte über Strada, Tschlin, Seraplana, Sent, Ftan, Susch nach Zernez und konnte gestern von der Wildhut noch beobachtet werden.

Verunfallter Baer

Beim verunfallten Bären handelt es sich um ein 110 Kilogramm schweres, männliches Jungtier. Der Kadaver wird der Universität Bern für weitere Untersuchungen übergeben. Es könnte der Bär M32 sein.

Um welches Tier es sich handelt, werden die genetischen Untersuchungen zeigen. Bereits im Jahre 2012 ist es bei Scuol zu einem Bahnunfall mit einem Bären gekommen. Damals hat der Bär M13 den Zusammenstoss überlebt.

Sofern es sich wirklich um M32 handelt, ist das Tier zweieinhalb Jahre alt, wie Hannes Jenny, Wildbiologe beim Amt für Jagd und Fischerei, auf Anfrage sagte.Der Bär sei eher scheu und habe sich letzten Herbst und diesen Frühling auf «Imkerei-Artikel» spezialisiert.

M32 wäre der 13. Bär, der von Italien nach Graubünden gewandert ist. Er dürfte vor etwa eineinhalb Monaten aus dem Winterschlaf erwacht sein.

 

Dieser Zaun gilt als Herdenschutztauglich und soll die Schafe vor einem Wolfsangriff schützen. 

von Daniel Steiner

Was sind das für Spezialist, die solche Anweisungen herausgeben? Eines ist sicher, solche Zäune halten keinen Wolf ab. Mein Hund ist kein hungriger Wolf und überspringt diesen Zaun ohne Probleme. (siehe Video)

Das gesamte Herdenschutzkonzept ist ein Fass ohne Boden und versagt schon bei einzelnen  Wölfen  vergiss bei einem Rudel. Das BAFU sowie STS, WWF und CH-Wolf träumen vom braven Wolf und funktionierendem Herdenschutz.

Das schlimme daran ist, dass unsere Regierung diesen Träumern noch gehör schenkt. In wenigen Jahren wird der Traum vorbei sein und genau die gleichen Organisationen werden vom Bund Geld anfordern, damit die entvölkerten Berggebiete wieder bewohnt und bewirtschaftet werden.

Für all die Spätfolgen, welche diese krankhafte Wolfspolitik bringen wird, müssen eines Tages diese Organisationen inklusive Regierung gerade stehen.

Wallis 16.04.2016 - Kaum sind die ersten Schafe auf den Frühjahrsweiden, geht das unsinnige Gemetzel an den einheimisch geschützten Nutztierrassen wieder los.

Der Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere ist wenig überrascht über die ersten Wolfsrisse 2016 in der Region Zeneggen-Törbel-Bürchen. Die Situation betreffend die Sicherheit für die Bevölkerung und die Nutztiere spitzt sich in der Region weiter zu.

Logo LRohneGRT Wallis

Die Wolfsrisse ereignen sich in unmittelbarer Nähe von Dörfern und Siedlungen. Die betroffenen Gemeinden sind aufgefordert sich für die Sicherheit in ihren Siedlungsgebieten einzusetzen und notwendige Massnahmen zu ergreifen. Die vom BAFU im Jahr 2015 in das Wolfskonzept aufgenommenen Gefahrenabstufungen in das Wolfskonzept zeugen von der tickenden Zeitbombe.

Der Ständerat hat es am 9. März 2016 verpasst die ganzjährige Bejagbarkeit des Wolfes anzuordnen. Deshalb bleibt die gesamte Entwicklung rund um die Grossraubtiere, vor allem für die Halter von Nutztierrassen, unakzeptabel. Der gesamte aufgezwungene Herdenschutz ist schon lange gescheitert und die Betroffenen werden ihrem Schicksal überlassen. Der ständig steigende Aufwand und die Kosten explodieren.

Allein der Kanton Wallis hat im Jahr 2015 für die Bewirtschaftung der Grossraubtiere 3000 Arbeitsstunden aufgewendet. Frau Bundesrätin Leuthard trägt zusammen mit einem Teil des Parlamentes die volle Verantwortung für die verfehlte Politik in diesem Dossier. Dazu gehört in erster Linie die permanente Verweigerung des vom National- und Ständerates beschlossenen Austrittes aus der Berner Konvention.

Herr Rechtsprofessor Rainer Schuhmacher beschäftigt sich seit Jahren intensiv um verschiedene Rechtsfragen im Zusammenhang der Wiederansiedlung von Grossraubtieren. Er stellt unter anderem fest, dass gemäss Art. 17 des schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB) ein Notstand, wie er sich bei einem Angriff eines Grossraubtieres auf eine Nutztierherde oder eines Einzeltieres darstellt, gegeben ist.

Damit bleibt ein nicht bewilligter Abschuss eines Grossraubtieres gemäss Art. 17 des StGB straffrei. Bisher hat weder der Bundesrat noch eine behördliche Institution diesen Art. 17 und dessen Anwendung bestreiten können. Der Verein will sich nicht wehrlos dem Diktat aus Bern beugen und ist überzeugt in der Anwendung des Art. 17 des StGB, speziell in den Siedlungsgebieten und Ortschaften, eine mögliche Lösung für die Sicherstellung des Bevölkerungsschutzes und die gleichzeitige Eindämmung der Grossraubtiere aufzuzeigen.

Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere

Auskunft: G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58 Präsident Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere  

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