Bündner Behörden glauben weiterhin an ihr Wolfskonzept
Die Bevölkerung weniger, behaupten wir

Chur. – «Die Bevölkerung intensiv zu informieren hat die grösste Priorität», sagte Forstdirektor Mario Cavigelli auf Anfrage. Damit habe man schon letzten Winter gute Erfahrungen gemacht, als Wölfe bei Untervaz im Bündner Rheintal fotografiert wurden («suedostschweiz.ch» berichtete).

Wolfsrudel Novembe 2013 Taminatal
Wolfsrudel im November 2013 im Taminatal

Die Bevölkerung müsse wissen, dass Wölfe grundsätzlich nicht gefährlich seien, ausser man füttere sie an. Es sei normal, dass die Grossraubtiere im Winter in die Nähe von Dörfern kämen, da sie ihrer Beute in tiefere Lagen folgten.

Hausaufgaben gemacht

Die Situation am Calanda-Massiv, wo ein zehnköpfiges Wolfsrudel lebe, habe man gut im Griff, erklärte Cavigelli. Die Wölfe würden von der Wildhut überwacht und beim Herdenschutz seien «die Hausaufgaben gemacht worden». Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, den Jägern und Alpwirten sei gut.

Der Abschuss hat den Regierungsrat darum «völlig überrascht». «Es gab im Vorfeld keine Drohungen oder andere Hinweise», sagt er. Ein Unfall sei der Abschuss aber bestimmt nicht gewesen. Aufgrund der verwendeten Munition könne eine Verwechslung, etwa bei der Fuchsjagd, ausgeschlossen werden («suedostschweiz.ch» berichtete).

Nach dem Wilderer wird nun intensiv gesucht. Die Untersuchung wird von der Bündner Staatsanwaltschaft geführt. Welche Strafe der Täterschaft droht, kann noch nicht eingeschätzt werden. Mit einer Ordnungsbusse kommt der Schütze oder die Schützin laut Cavigelli aber sicher nicht davon. Selbst eine Freiheitsstrafe ist denkbar. (sda)

Quelle: suedostschweiz.ch
Datum: 08.01.2014, 13:19 Uhr

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