Die Arbeitsgruppe Nordbünden der Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere lehnt die gesamte Überarbeitung der Konzepte ab

  1. National- und Ständerat haben 2010 die Motion Fournier überwiesen. Sie verlangt einerseits Nachverhandlungen mit der Berner Konvention zur Herabsetzung des Schutzes des Wolfes und wenn dies nicht gelingt in einem zweiten Schritt, die Berner Konvention zu kündigen. Da die Nachverhandlungen der Berner Konvention kein Ergebnis gebracht haben, muss der Bundesrat nun den Auftrag des Parlamentes umsetzen und die Berner Konvention kündigen. Mit dem revidierten Wolfskonzept wird der Motion Fournier nicht Folge geleistet. Dieses Vorgehen ist undemokratisch. 
  1. Die Konzepte betreffen nur die zwei Grossraubtiere Wolf und Luchs und vergessen das andere in der Schweiz anwesende Grossraubtier, den Bären, der bereits schwerwiegende Probleme verursacht hat. Es wird festgestellt, dass das bestehende Konzept Bär jedenfalls nicht geeignet war und ist, wenn die zuständigen Behörden ein ganzes Jahr warten müssen, um den verrückten Bären M13, der in Südbünden herumstreifte und Bauern und Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte, als Problembären, bzw. Risiko zu erklären… Jetzt haben wir das gleiche Theater mit dem Bären M25, er verfolgt Personen und Tiere, deshalb muss er unverzüglich entfernt werden, ohne wieder 6 Monate zuzuwarten! 
    Gerade der Angriff eines Bären des umstrittenen Projekts «Live Ursus» in Val di Sole im Trentino Ende Mai dieses Jahres auf den 62-jährigen Sisino Zanella, der beträchtliche Verletzungen und einen Schock davon getragen hat, sowie der Angriff einer Bärin am 15. August, die auf einen 39-järigen Pilzsammler aus Pinzolo, Trento, los ging und ihn spitalreif verletzte, bestätigen die Gefährlichkeit des Bären, welcher auch vor dem Menschen keinen Halt macht! 
    Wir warnen das BAFU vor den Alarmsignalen aus dem Südtirol und dem Trentino: Achtung, die Tragödie nähert sich!
  1. Das überarbeitete Konzept Wolf bringt keine wirklichen Veränderungen gegenüber dem Bestehenden, da die vielfältigen negativen Erfahrungen seit der Anwesenheit der Grossraubtiere nicht berücksichtigt werden. 

  2. Der Vorschlag eines Monitoring und einer Regulierung der Grossraubtierbestände mit dem Ziel, eine lebensfähige Wolfspopulation in der ganzen Schweiz zu sichern, bringt keine Verbesserung, sondern würde nur noch die bereits vorhandenen beträchtlichen Spannungen in der Bevölkerung exponentiell steigern. Dazu würden die schon heute enormen Kosten noch weiter anwachsen, um schlussendlich auf die steuerzahlenden Bürger abgewälzt zu werden. 
    Das SAB schätzt, dass ab 2015 die Kosten für den Schutz von mutmasslich 20 Wölfen ca. 5 Millionen Franken betragen werden, ein Wolf würde somit 250'000 Franken kosten. 

  3. Die Spannungen die heute offensichtlich oder verborgen fast im ganzen Land vorhanden sind – siehe die letzten unerwarteten «Wolfsbesuche» ausserhalb der Bergkantone Graubünden, Wallis, Tessin, die schon länger vom Grossraubtierproblem betroffen sind, in den Kantonen Uri, Obwalden, Glarus, St. Gallen, Zürich, Freiburg, Waadt, Appenzell – haben somit auch bevölkerungsdichtere Regionen mit die Grossraubtiere eher befürwortenden Bewohnern erreicht. 
    Somit ist die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung gemäss Art. 57 der Bundesverfassung in Frage gestellt.

  4. Die vom BAFU in die Konsultation gegebenen Konzepte Wolf und Luchs sind wenig realitätsnah und sehen die Aufteilung des gesamten Territoriums in abstrakte feste absurde Kompartimente vor und fördern die Ansiedlung der Raubtiere auf dem ganzen Schweizer Territorium. Die Probleme mit den Grossraubtieren werden damit nicht nur bestehen bleiben, sondern mit dieser unnötigen Komplizierung durch die revidierten Konzepte zunehmen. 
  1. Die Arbeitsgruppe Nordbünden der Vereinigung Lebensraum ohne Grossraubtiere ist der Meinung, dass aufgrund aller bisherigen Erfahrungen es für den Menschen nicht möglich ist, mit den Grossraubtieren zusammen zu leben.  
    Wenn auf provisorischer Basis für kurze Zeit Grossraubtiere noch in unseren Gebieten vorhanden sind, sollen sie bejagt werden können bis die Berner Konvention gekündigt worden ist.
    Danach soll die Entfernung der im Alpenraum vorhandenen Grossraubtiere inkl. die entsprechenden Modalitäten definitiv beschlossen werden.»

Buchen/Tamins 29. August 2014

Im Namen der Arbeitsgruppe Nordbünden:

Rico Calcagnini

Jolanda Derungs

Hermann Plump

Hans Wyss

Stellungnahme im PDF-Format

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