Buchen, 30.01.2015 - Im P&H vom 21. Januar 2015 propagiert Pro Natura Freiheit für die Wölfe. Mein Leserbrief soll ein Zeichen für die Freiheit der Menschen und seiner Nutztiere setzen.

Von: Rico Calcagnini, Buchen

Im P&H vom 21. Januar 2015 propagiert Pro Natura Freiheit für die Wölfe. Mein Leserbrief soll ein Zeichen für die Freiheit der Menschen und seiner Nutztiere setzen. Nachdem das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Juni letzten Jahres ein sich inzwischen als nutzlos erwiesenes 20-seitiges Wolfskonzept in die Vernehmlassung gegeben hatte, erlaubt nun dasselbe Amt mit der Revision des Jagdgesetzes den Abschuss einzelner Wölfe unter bestimmten Bedingungen.

Wolfsrudel Calanda

Diese Verordnung bringt zwar minimale Verbesserungen, aber die Hauptzielrichtungen der Berner Konvention, nämlich den strengen Schutz des Wolfes zu garantieren und eine lebensfähige Wolfspopulation sicherzustellen, bleiben unangefochten. Bezüglich des vielgepriesenen Herdenschutzes erlebten wir schon öfter, dass die Raubtiere sich schnell anpassen und sich ihre Beute trotz der Massnahmen holen. Im letzten Frühling durchbrach der Wolf in Maienfeld den Elektrozaun und richtete ein Gemetzel unter den Schafen an.

Im Sommer tötete der Bär M25 im Puschlav zwei Esel und verletzte einen dritten im durch einen dreifachen Elektrodraht gesicherten Gehege. Leider hat der Bundesrat einen wichtigen Lösungsansatz des Problems in die Schublade versenkt: Die Motion Furnier, die 2010 vom Stände- und Nationalrat überwiesen wurde und die Kündigung der Berner Konvention verlangte, mit der Möglichkeit wiedereinzutreten mit einem Wolfschutz-Vorbehalt, wie es beispielsweise Spanien, die Slowakei und andere osteuropäischen Länder kennen.

Es wäre an der Zeit, dass der Bundesrat den Auftrag des Parlamentes umsetzt, wenn wir nicht Zustände wie beispielsweise in Italien wollen, wo in Lessinien, einem Voralpengebiet nördlich von Verona, diesen Sommer 37 Tiere, davon 28 Rinder, von einem Wolfsrudel getötet und etwa 50 verletzt wurden. Die heutige Situation ist nicht vergleichbar mit früheren Zeiten, als der Wolf sich vor den Menschen in Acht nehmen musste und seine Beute vorwiegend aus wilden Tieren bestand. Heute bewirkt der strenge Schutz der Raubtiere, dass der Mensch für sie keine Bedrohung mehr darstellt, was ihre unkontrollierte Vermehrung begünstigt: eine absolut unerträgliche und unnatürliche Situation!

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