Bern, 30.03.2015 - Forstfachleute sind überzeugt, dass der Wolf einen Beitrag zur Lösung der Wildschadenproblematik leisten kann. Beobachtungen am Calanda sollen Aufschluss über den wirklichen Nutzen des Wolfs bringen

Wo Grossraubtiere auftauchen, kommt es früher oder später zu Konflikten mit Nutztieren und ihren Haltern. Das ist einer der Nachteile von Luchs, Wolf und Bär. Grossraubtiere haben aber auch Vorteile, schreibt der Schweizer Forstverein, der sich beim Bundesrat für die Präsenz des Wolfes einsetzt und die natürliche Einwanderung und Ausbreitung des Wolfes fordert. Zuletzt bekräftigt der Verein seinen Standpunkt Ende März bei der Stellungnahme zur Revision der Jagdverordnung, die die Bejagung von Wölfen vereinfachen soll.

Wölfe sind nützlich?

Primäres Ziel des Forstvereins ist die Erhaltung des Waldes, und der Wolf soll dabei einen wichtigen Beitrag leisten. «Wo Luchs und Wolf regelmässig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt», schreibt der Verein. Die Rechnung dazu für den Verein ist einfach: Rehe, Gämsen und Hirsche fressen gerne Knospen, Zweige und Rinden von Jungbäumen. Luchse wiederum fressen gerne Rehe und Gämsen, Wölfe zusätzlich noch Hirsche. Durch ihre Gefrässigkeit leisten Luchs und Wolf einen Beitrag zur Reduktion hoher Wildbestände und verhindern grosse Konzentrationen. Folglich gehen auch die Verbissschäden zurück.

Schwieriger ist der Nachweis dieser Kausalkette

«Wir gehen davon aus, dass der Einfluss des Wolfes auf die Waldverjüngung positiv ist, doch wissenschaftlich verbrieft ist noch nichts», sagt der Bündner Kantonsförster Reto Hefti. Um die Wechselwirkung zwischen Wolf und Wald besser dokumentieren zu können, hat das kantonale Amt für Wald und Naturgefahren seine Beobachtungen rund um den Calanda, wo bis heute schweizweit das einzige Wolfsrudel lebt, hinsichtlich der Jungwaldflächen intensiviert. Der Impuls dafür kam auch vom Bundesamt für Umwelt. Gefestigte Resultate sind gemäss dem zuständigen Bündner Waldökologen Ueli Bühler aber nicht vor Mitte 2019 zu erwarten. Forstfachleute freuen sich schon heute um die öffentliche Gelder.

Sollen die Wölfe die Jäger ersetzten?

Der Schweizer Forstverein bezeichnet trotzdem die Jagd und die Holznutzung als wichtigste Massnahme, um Wald und Wild im Gleichgewicht zu halten. Warum sollen dann diese wichtigen und nützlichen menschlichen Beschäftigungen, die einen grossen Beitrag der Wirtschaft und der Ökologie leisten und dem Staat Einnahmen bringen, zugunsten von Grossraubtieren reduziert werden? Das ist unsere Frage. Diese ist aber nicht die Frage von Forstfachleute die von öffentlichen Geldern leben.

 

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