Graubünden, 1.12.2015 - Der Bündner Naturfotograf, Dokumentarfilmer und Autor Peter A. Dettling befasst sich seit 2013 regelmässig mit den Wölfen am Calanda. Die Erforschung der Calanda-Wölfe soll das letzte Kapitel seines Wolfsprojekts Amarok werden. Dettling warnt vor Wolfsabschüssen und plädiert vielmehr für Aufklärung.

von Stefan Borkert, Thurgauerzeitung 

 Herr Dettling, wann waren Sie zuletzt am Calanda unterwegs?

Peter A. Dettling: Seit 2013 bin ich regelmässig im Gebiet der Calanda-Wölfe unterwegs. Seit April dieses Jahres wohne ich sogar im Gebiet, damit ich tagtäglich Erfahrungen vor Ort sammeln kann. So auch heute.

Peter Dettling

Peter A. Dettling Autor, Dokumentarfilmer und Wolfsforscher
aus Sedrun, lebt auch in Kanada
(Bild: Stefan Borkert)

Und haben Sie Wölfe gesehen?

Dettling: Wolfsobservationen im Freiland sind extrem schwierig und sehr zeitraubend, gerade hier am Calanda. Speziell Wölfe habe ich heute leider nicht gesehen, dafür aber frische Spuren entdeckt. In der Vergangenheit war ich aber auch schon erfolgreicher.

Sie haben die Wölfe am Calanda also schon oft beobachten können. Jetzt wollen die Bündner und St.Galler Wildhut zwei Jungwölfe abschiessen. Macht das Sinn?

Dettling: Aus meiner Sicht und nach meiner Erfahrung macht das keinen Sinn. Es gibt auch wissenschaftliche Studien, die vor solchen Teilabschüssen, wie sie jetzt geplant sind, warnen, weil sie kontraproduktiv sind. Viel wichtiger wäre es, die Bevölkerung darüber aufzuklären, was normales Wolfsverhalten ist. Dazu muss man aber zuerst mal wissen, was normales versus abnormales Wolfsverhalten ist.

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