Poschiavo, 10.02.2016 - Gemäss Mitteilung der Parlamentsdienste vom 5. Februar hat sich die Mehrheit der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK) für die Motion des Wallisers René Imoberdorf ausgesprochen.

Der Vorstoss verlangt, dass der Wolf mit entsprechender Anpassung des Jagdgesetzes bejagt werden kann. Da dies mit der Berner Konvention, die den Wolf als streng geschützte Tierart führt, nicht zu vereinbaren ist, muss die Schweiz diesen Vertrag kündigen, mit der Option eines Wiedereitritts mit einem Wolf-Vorbehalt.

Die Kommission erachtet die bisherigen Massnahmen wie Herdenschutz und Abschuss einzelner, schadenstiftender Wölfe als nicht ausreichend und verweist auf Erfahrungen aus verschiedenen Ländern Europas, die zeigen, dass die Zunahme der Wölfe mit wirkungsvollen Eingriffen gebremst werden muss.

Trotz der Bejagbarkeit würde der Wolf in Naturpärke und Wildschutzgebiete noch genug Schutz finden. Die Vereinigung Lebensraum ohne Grossraubtiere Graubünden, die sich für den Erhalt und die Pflege der Bergwelt und für den Schutz ihrer Bevölkerung vor Grossraubtieren einsetzt, freut sich über den Entscheid der Kommission.

Sie hofft, dass während der nächsten Session die Motion Imoberdorf überwiesen wird und damit die skandalöse Situation mit der ausstehende Umsetzung der Motion Fournier aus dem Jahr 2010, die den Austritt aus der Berner-Konvention verlangt, nun endlich geregelt wird.

Für unsere Bergbevölkerung sind gesetzliche Grundlagen zur Regulierung nicht nur der Wolfspopulation, sondern aller Grossraubtiere wichtig, bevor es zu spät ist.

Es gibt bereits einige Alpbetriebe, die aufgrund der von Wölfen verursachten Schäden, nicht mehr bestossen und beweidet werden. Je länger wirksame Massnahmen fehlen, desto schwieriger wird es, die Vergandung der betroffenen Gebiete und die Abwanderung der Bergbevölkerung zu stoppen.

Rico Calcagnini, Pressesprecher Verein Lebensräume ohne Grossraubtiere

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