23.10.2014, Oberwallis - Einer will ihn lebendig, der andere tot. Die
unterschiedlichen Wolfs-Ansichten von Reinhard Schnidrig und Georges Schnydrig

von Simon Kalbermatten

«Menschen brauchen vor Wölfen keine Angst zu haben. Wir sind nicht auf seinem Speisezettel», sagt Reinhard Schnidrig, Leiter Sektion Wildtiere beim Bundesamt für Umwelt (Bafu). Dann wird er deutlich: «Die Schäfer müssen sich aber um ihre Tiere sorgen, denn nicht genügend geschützte Nutztiere – ausreichend Schutz bieten Ställe, Zäune oder Herdenschutzhunde – sind gefährdet, auch in der Nähe der Dörfer.» Schützen Schäfer ihre Schafe zu wenig?

R.einhard Schnidrig

Reinhard Schnidrig, 
Chef der Sektion Jagd, Fischerei, 
Waldbiodiversität

Dagegen Georges Schnydrig, Präsident der Kommission gegen Grossraubtiere, widerspricht vehement: «Das ist total lachhaft. Jeder Schäfer bemüht sich, seine Schafe zu schützen; so wurde schon ein grosser Mehraufwand betrieben, bisher jedoch vergeblich.» Der Wolf wird immer dreister und riss in jüngster Vergangenheit Tiere am Siedlungen hat. «Die grossen Raubtiere gehören nicht in die Dörfer und schon gar nicht am Tag. Es gibt für sie genügend Platz und Beutetiere im Wald und am Berg.» Erfahrungswerte aus anderen Gegenden in Europa –zum Beispiel Italien, Spanien, Frankreich, Sachsen oder Osteuropa – zeigen, dass europäische Wölfe nachts sehr gut mit den Infrastrukturen der Menschen zurechtkommen. Sie scheuen sich in der Dunkelheit nicht vor dem Überqueren von Strassen, Geleisen oder sogar Brücken und wandern relativ unbekümmert durch Maiensässe und Dörfer. Dies sei jedoch kein Anlass zur Unruhe, sagt Schnidrig: «Rein der Fakt, dass Wölfe mal in Dorfnähe gesichtet werden, ist noch nicht besorgniserregend. Schwierig wird es erst, wenn die Wölfe ihr Verhalten ändern und zunehmend häufiger die Siedlung aufsuchen und dem Menschen sogar mit dreistem Verhalten begegnen.» Umso wichtiger sei es, den Wolf nicht durch ungeschützte Nutztiere in Siedlungen zu locken. «Wenn sie die Scheu vor dem Menschen verlieren, müssen wir sie schiessen.» Diesen Abschuss fordert der Präsident der Kommission für Grossraubtiere bereits jetzt.

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Georges Schnydrig, Präsident der Kommission gegen Grossraubtiere

«Die Bevölkerung muss das Problem Wolf selbst in die Hand nehmen und darauf achten, dass der Wolf in Eischoll verschwindet», lässt er sich zitieren. Dann poltert er: «Es braucht einen Angriff auf einen Menschen, bis die Einstellung in gewissen Kreisen endlich ändert.» Dass sich Eltern in Gegenden mit Wolfsbeobachtungen in Dörfern um ihre Kinder sorgen, versteht auch Schnidrig. «Angst ist immer real, sie kann und soll nicht wegdiskutiert werden, aber sie kann durch falsche Informationen geschürt und durch korrekte bewältigt werden. Ich empfehle Eltern, Vertrauen in die Behörden zu haben und nicht auf Polterer zu hören, die keine Lösungen anbieten können und nur lautstark unrealistische Forderungen in die Welt stellen.» Zusammenleben beider Tiere möglich Klare Forderungen bezüglich Wolfsabschuss haben auch verschiedene Walliser Medien. Lokalzeitung und Lokalradio fordern vehement den Abschuss. Beide fahren eine Hetz-Kampagne gegen den Wolf. Schnidrig: «Das habe ich festgestellt. Ich bekomme das alles sehr zeitnahe mit. Zum einen beobachten wir im Bafu die Medien betreffend unserer Themen sehr genau, zum anderen konsultiere ich als Walliser die Walliser Medien jeden Tag. Und ich bekomme nach solchen ‹Berichten› auch immer viele gehässige Mails.»

Bewilligung für den Wolfsabschuss 

In einer Bewilligung für den Wolfsabschuss sieht auch Wolfsgegner Schnydrig den einzig vernünftigen Entscheid. «Das ist die einzig richtige Lösung. Wir haben schlicht keinen Platz für den Wolf.» Dass ein Zusammenleben mit dem Wolf in anderen Regionen stattfindet, glaubt Schnydrig nicht: «In Italien wurden von 300 Kühen deren 50 gerissen und in Frankreich gehen einige Schäfer bewaffnet auf die Alpe, um sich selber zu schützen», sagt er. Reinhard Schnidrig teilt diese Einschätzung nicht. Darauf, ob ein Zusammenleben zwischen Schafen und Wölfen möglich sei, antwortet er: «Ja und Nein. Ja, weil sich der Wolf weiterverbreiten und vermehren wird, dieser Prozess ist nicht aufzuhalten, aber zu steuern.» Klar nicht einverstanden sei er mit der Behauptung, ein Zusammengehen von Wölfen und Schafhaltungen sei nicht möglich. «Viele, wirklich viele Weltgegenden zeigen uns das Gegenteil, auch in nächster Nähe zur Schweiz. Und auch in unserem Land selber haben wir Regionen, wo das Zusammenleben relativ gut klappt.» Anpassen müsse sich dabei vor allem der Mensch, sagt der Sektionsleiter, der selber bereits mehrere Male Wölfen begegnet ist und dabei «stets Respekt, aber nie Angst empfunden hat.» «Anpassen muss sich jene Art, die zu Reflexion und Moral fähig ist, der Mensch. Die Tiere handeln instinktiv und sind nie böse, aber auch nie gut. Im Wallis müssen Politiker und Behörden den betroffenen Schafbauern helfen, die notwendigen Umstellungen der Betriebsstrukturen anzugehen.» Zudem solle die ausgestreckte Hand des Bundes nicht geschlagen werden, sondern man solle sie ergreifen. 

Quelle: Rhone Zeitung

20. Oktober 2014, Kanada - Die schweizerisch-kanadische Doppelbürgerin aus dem Kanton Zürich betrieb mit ihrem Lebenspartner in Yukon, im Nordwesten des Landes, ein Unternehmen für Adventure-Ferien. Sie ist von einem Bären getötet worden

Ein Grizzly-Bär sei am Samstag auf das Grundstück der beiden gekommen und durch das Fenster ins Haus eingedrungen, heisst es im Bericht der Rechtsmedizinerin der Ortschaft Teslin, Kirsten Macdonald. Sie bestätigte damit eine Meldung des Nachrichtenportals watson, das sich wiederum auf kanadische Medien stützt.

breath of wilderness

Grundstück und Haus des Opfers

Der Bär habe die beiden, die aus dem Haus flüchteten, verfolgt und die Frau so schwer verletzt, dass sie kurz nach Mittag im Spital von Teslin, rund 50 Kilometer südlich des Hauses des Opfers, starb. Der Bär wurde vom Lebenspartner der Verstorbenen mit einem Gewehr erschossen.

Claudia Huber

Die schweizerisch-kanadische Doppelbürgerin aus dem Kanton Zürich

Der Vater des Opfers, der in Obfelden im Kanton Zürich lebt, bestätigte am Abend den Tod der gebürtigen Schweizerin, die seit acht Jahren in Kanada lebt. Später bescheinigte auch das Aussendepartement (EDA) in Bern den Tod einer Schweizerin in Kanada, ohne Einzelheiten zu nennen.

Die kleine Ortschaft Teslin liegt nordwestlich von Vancouver und der Provinz British Columbia im Territorium Yukon, nahe der Grenze zu Alaska.

Quelle: sda-ats

Poschiavo, 10.10.2014 - An diesem Freitag- Abend wurde unter der Leitung des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden in der Turnhalle der Schule Poschiavo ein Vortrag über den Bär gehalten. Der Referent Paulo Molinari aus Italien hat mehr als ausführlich über die Bären im Trentino berichtet

Die knapp 100 Personen haben den Ausführungen gelangweilt zugehört. Auf meine Frage, warum so wenig Leute anwesend sind , hat man mir gesagt "sem stüff!" was etwa heisst "wir sind überdrüssig!".

Conferenza Molinari Poschiavo.jpg

Der Referent Paolo Molinari

In der anschliessenden, heftigen Diskussion hat die Bevölkerung ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Der Referent hat immer wieder mit langweiligen Ausführungen versucht, die Ängste und Sorgen der Anwesenden zu glätten. Wie bei allen öffentlichen Vorträgen der Grossraubtierlobby wurde auch hier nicht auf die Anliegen der Bevölkerung eingegangen und deren sorgen übergangen. Alles wird immer verschönert und bei konkreten Fragen ausgewichen.

Keine brauchbaren Lösungen

Ebenfalls haben die Bärenbefürworter keine brauchbaren Lösungen zum Schutz der Bevölkerung und Nutztiere aufzeigen können. Obwohl die Wildhüter wissen, wo sich der M25 aufhält, waren sie nicht so ehrlich genug, das den Anwesenden mitzuteilen. ( Einfach: „Er ist hier in der Umgebung“)

Es wird langsam mehr als überdrüssig, wie von höchster Stelle (Bundesrat, Frau Leuthard und BAFU) die Problematik Grossraubtiere hinausgeschoben wird. Wo nimmt sich der Bundesrat das Recht, die Berner Konvention gemäss Motion Fournier schlichtweg nicht umzusetzen? Die Motion verlangt gemäss gemeinsamem Parlamentsbeschluss ganz klar die Kündigung und Neuverhandlung der Berner Konvention. Dann könnte die Grossraubtierproblematik relativ einfach durch Änderung der Jagdgesetze gelöst werden.

Millionengeschäft mit Steuergeldern

Bei mir kommt immer mehr der Gedanke auf, dass es nicht um die Grossraubtiere geht, sondern, dass das Ganze ein Millionengeschäft mit Steuergeldern ist. Es wird endlich Zeit der Bevölkerung klaren Wein einzuschenken, bevor frustrierte Betroffene mit Illegalität Abhilfe schaffen. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen endlich handeln.

Hermi Plump Tamins

Nach der Attacke eines wilden Braunbären auf einen Bergbauern im Lungau warnt ein österreichisch-kanadischer Experte und Jäger vor Ansiedlung der Wildtiere in den Alpen. Die Kulturlandschaft sei zu dicht besiedelt und die wenigen Wildnisgebiete zu klein.

Salzburg, 27.09.2014 - Der österreichisch-kanadische Experte Fritz Mayr-Melnhof betreut seit Jahrzehnten mit seinem Team ein riesiges Wildnisgebiet im Yukon-Territorium Kanadas. Dort leben mehr als 100 erwachsene Braunbären in Freiheit. Ein Teil davon wird von der kanadischen Regierung jährlich und streng kontrolliert für die Jagd freigegeben. Mayr-Melnhof rät, diese großen und prächtigen Tiere sollten im dicht besiedelten Alpenraum nicht mehr ausgesetzt und nicht angesiedelt werden - zur Sicherheit der Menschen und der Bären. Die geografischen Räume in den Alpen seien trotz einiger großer Schutzgebiete viel zu klein, so der Fachmann. Menschen und Bären kämen sich unweigerlich immer wieder in die Quere.

„Keine bärensichere Infrastruktur der Gemeinden“

Resultat der Ansiedlung in den Alpen sei, dass Riesen abgeschossen werden müssten, wenn sie sich vor Menschen nicht mehr fürchteten bzw. von deren Abfällen angezogen würden. Das trete schneller ein, als viele vermuten würden. Außerdem sei die Infrastruktur der Gemeinden nicht gegen stöbernde Bären abgesichert. Das Thema werde in Europa von verschiedenen Öko-Gruppen zu romantisch betrachtet.

Grizzlies

Wilder Braunbär in Kanada kurz vor einem Scheinangriff, unweit von Whitehorse im Yukon Territory. In Nordamerika sind Braunbären auch als „Grizzlies“ bekannt. Diese Großen gelten bei vielen Einheimischen als gemächlicher und weniger aggressiv als die deutlich kleineren Schwarzbären. Darüber gibt es jedoch sehr geteilte Meinungen, je nach persönlichen Erfahrungen

 

Was bisher geschah

Es war laut amtlichen Angaben des Landes Salzburg ein ausgewachsener Braunbär, der am vergangenen Dienstag auf einer Alm des Schwarzenberges bei Thomatal einen 71-jährigen Bergbauern angegriffen haben soll. Der Landwirt sei langsam gehend zurückgewichen - immer mit dem Gesicht zum Bären, wie es empfohlen wird. Dann sei er gestolpert und hingefallen, worauf der Bär nochmals angegriffen habe - nun gegen den Kopf. Eine Platzwunde und leichte Verletzungen an den Zähnen sind die Folgen. Der Bauer habe sich totgestellt, worauf sich der Bär zurückzogen habe. Der Bezirkshauptmannschaft wurde der Zwischenfall offenbar erst am Donnerstag gemeldet.

Angriff gegen Kopf des Bauern

Die Alpinpolizei im Lungau hat am Donnerstag ihre Ermittlungen aufgenommen. Laut Bärenexperten in Kanada gelten Prankenhiebe gegen den Kopf als lebensgefährliche Angriffe, wegen der enormen Muskelkraft und Schnelligkeit mit sehr scharfen Krallen. Im Gegensatz zu vielen Scheinangriffen, bei denen heranlaufende Bären circa zehn bis 20 Meter vor dem Menschen stoppten, kämen solche körpernahen Attacken weltweit selten vor. „Im ersten Schritt ist es wichtig, die regionale Bevölkerung von diesem Vorfall und über das richtige Verhalten zu informieren. Auch Österreichs Bärenanwalt Georg Rauer wird die Unfallstelle bei einem Lokalaugenschein besichtigen. Das soll am Freitag geschehen“, teilte dazu der Salzburger Agrarlandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) mit.

Landwirt mit guten Nerven

Nach den ersten Informationen soll der Bergbauer völlig richtig reagiert haben, als der Bär angriff. Er sei ruhig geblieben und nicht davongelaufen. Landesrat Josef Schwaiger sagte dem ORF, der Mann habe dem Bären nie den Rücken zugekehrt und habe sich langsam nach rückwärts entfernt: „Das ist genau das richtige Verhalten. Ich weiß, das sagt sich leicht, aber man sollte keinesfalls davonlaufen.“

Quelle: http://salzburg.orf.at/news/stories/2670540/

 

Ein Braunbär hat auf einer österreichischen Alp einen Bauern angegriffen. Nun suchen die Behörden nach dem Tier.

Salzburg 26.09.2014 - Die Behörden suchten in der Nähe von Thomatal nach Spuren, wie ein Beamter des Bundeslandes Salzburg am Freitag mitteilte. Bislang sei nicht bekannt, woher das Tier stamme, hiess es.

Braunbär

Am Dienstag war der 71 Jahre alte Landwirt nach eigenen Angaben in der Nähe seiner Rinderherde auf den Bären getroffen. Als er zurückwich, stolperte er. Der Bär fügte ihm daraufhin mit der Pranke eine Platzwunde im Gesicht zu. Als der Bauer sich leblos stellte, liess der Bär von dem Mann ab und zog davon.

Erst am Donnerstag war der Vorfall den Behörden gemeldet worden. Bislang waren keine Bären in Salzburg bekannt. Laut der Tierschutzorganisation WWF leben im benachbarten Kärnten jedoch fünf bis acht dieser Tiere.

Quelle sda

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