Freitag 29. März 2019, 19.30 Uhr, Restaurant zur alten Brauerei, Neudorfstrasse 12, 7430 Thusis

Traktandenliste:

  • 1. Begrüssung
  • 2. Wahl der Stimmenzähler
  • 3. Bestätigung der Traktandenliste
  • 4. Protokoll der ordentlichen Generalversammlung vom 23. März 2018
  • 5. Bericht des Präsidenten
  • 6. Bericht des Kassiers
  • 7. Bericht der Revisoren
  • 8. Rücktritte/Wahlen
  • 9. Budget 2019
  • 10. Jahresbeiträge 2020
  • 11. Vorgesehene Aktivitäten 2019/2020
  • 12. Diverses
  • 13. Vortrag/Film über die aktuelle Situation mit den Grossraubtieren in der Schweiz und in den Nachbarländer

Der Vorstand schlägt vor, die Jahresbeiträge unverändert zu belassen: Für Einzelmitglieder 30.- und für Kollektivmitglieder 100.- Fr.

Wir bitten alle Mitglieder, den Jahresbeitrag und allfällige Spenden auf unser Postkonto einzubezahlen. Auch versäumte Beiträge aus dem Jahr 2018 sind willkommen.

Wir bitten im weiteren die Mitglieder, die inzwischen eine E-Mail Adresse haben, uns diese mitzuteilen, wir sparen dabei Portospesen und können kurzfristig wichtige Meldungen weiterleiten.

Mit freundlichen Grüssen

Für den Vorstand: Rico Calcagnini, Präsident, Mario Costa, Aktuar

 

Die Urner nahmen am 10. Februar 2019 die Verfassungsinitiative des Bauernverbandes «Zur Regulierung von Grossraubtieren» mit einem Ja-Stimmen Anteil von 70.22% an.

 von Rico Calcagnini

Mit diesem Beschluss erhält der Kanton die Verfassungskompetenz, Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Bestandesregulierung zu erlassen.

Isidor Baumann, CVP Ständerat: «Der Verfassungsartikel ist ein Instrument, das man anwenden kann, wenn eine Entwicklung eintritt, die schlecht ist. Die Betroffenheit in Uri ist besonders gross.»

Für Wendelin Loretz, Präsident des Urner Bauernverbandes, ist klar: «Diverse Massnahmen haben nicht den gewünschten Nutzen erbracht. Die Initiative ist das letzte Mittel. […] Momentan werden Grossraubtiere über alles geschützt. Sie können machen was sie wollen.»

Dieses in unserem Land einmalige Resultat hat Signalwirkung gegen die unkontrollierte Verbreitung von Wolf, Bär und Luchs! Schade nur, dass den meisten Medien dieses wichtige Abstimmungsresultat keine Meldung wert war.

Cazis, den 15. Dezember 2018 - Dieser Sommer war das Bündnerland geprägt von Horrormeldungen über zum Teil extreme Wolfsrisse, z.B. 18 Schafe in Val Plattas am Lukmanier, 59 Schafe auf der Alp Stutz, Gemeinde Splügen, 10 Schafe auf der Alp Gren bei Obersaxen, usw., nach Aussage von Regierungsrat Mario Cavigelli insgesamt 115 gerissene Tiere. Dies sind wohlverstanden «nur» die nachweisbaren Opfer, nicht mitgezählt sind vom Wolf in den Abgrund getriebene Tiere und die Kollateralschäden.

Diese Situation ist für uns alle unhaltbar. Wir wollen nicht mehr machtlos zuschauen, wie unsere Tiere zerfleischt werden und einen qualvollen Tod erleiden. In Anbetracht dessen, dass der Europarat das Gesuch unseres Bundesrates um Lockerung des Wolfsschutzes im letzten November mit fadenscheinigen Argumenten vertagte, ist die Schweizer Politik aufgerufen zu handeln. Einerseits braucht es ein griffiges Jagdgesetz, das den Kantonen mehr Kompetenz bei der Regulierung der Wolfsbestände gibt. In diesem Sinne handelte der Ständerat bereits und der Nationalrat wird dies an der nächsten Frühlings- oder Sommersession hoffentlich gleich entscheiden. Anderseits ist zu prüfen, ob nach dieser Ablehnung, der zweiten nach jener vom Jahr 2006, nicht die Motion von Jean-René Fournier aus der Schublade zu holen wäre. Dieser hatte im Jahr 2010 eine von beiden Räten angenommene Motion eingereicht, die verlangt, die Berner Konvention zu künden, (mit der Option, später mit einem Wolfsvorbehalt wieder einzutreten), falls unser Gesuch an die ständige Kommission des Europarates zur Herabsetzung des Schutzstatus abgelehnt würde, was jetzt eingetreten ist.

Nach ausführlicher Diskussion über die genannten, unhaltbaren Missstände im Kanton fragen und fordern wir:

  • Wer übernimmt die Verantwortung für die Qualen der gerissenen Tiere? Wo bleiben da die Tierschützer?
  • Wie wird die angestrebte Biodiversität verwirklicht, und wie sieht die Zukunft unserer Alpwirtschaft aus, wenn immer mehr Alpen nicht mehr bestossen werden?
  • Wie steht es mit dem Herdenschutz, wenn klar ist, dass er nicht überall wirkungsvoll angewendet werden kann oder wenn, wie in Frankreich bereits bewiesen wurde, das intelligente Raubtier sich daran gewöhnt, frecher wird und immer neue Strategien entwickelt, um die Hindernisse zu überwinden (Angriffe tagsüber oder im Rudel, usw.)?
  • Wie werden in unserem dichtbesiedelten Territorium die Bevölkerung und alle Haus- und Nutztiere geschützt? Müssen wir abwarten, bis noch weitere Wolfsrudel unsere Bergregionen bevölkern und es zu tragischen Unfällen kommt?
  • Die Kommunikation der verantwortlichen Amtsstellen mit den Betroffenen von Wolfsangriffen und mit der Öffentlichkeit muss schneller, vollständiger und transparenter werden. Es gibt nichts zu verbergen, wir erwarten eine offene Informationspolitik, im Interesse aller.
  • Wie oben erwähnt, fordern wird den Austritt aus der Berner-Konvention und ein griffiges Jagdgesetz.

Cazis, den 15. Dezember 2018

T. Roffler, Präsident Bündner Bauernverband, D. Städler, Präsident Bündner Schafzuchtverband, H. U. Wehrli, Präsident Ziegenzuchtverband GR, R. Calcagnini, Präsident, H. Wyss, Vizepräsident Lebensräume ohne Grossraubtiere-GR, H. Plump, Vorstandsmitglied Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere-CH, H.J. Telli und R. Schnider, Schafzüchter, H. Camastral, Schafzüchter, Vertreter Alp Stutz, M. Cantieni, Landwirt

Bern, 3.12.2018 - Die Versammlung des Ständigen Ausschusses der Berner Konvention vertagt die Lockerung des Schutzstatus des Wolfes. Grund für den Entscheid sei der mangelnde Wissenstand vieler Parteien. Der VLSoGRT nimmt den Entscheid aus Strasbourg zur Kenntnis und setzt auf einen positiven Verlauf der anstehenden Debatte der Jagdgesetzesrevision im Frühling 2019 im Nationalrat

Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere (VLSoGRT) hat sich gemeinsam mit weiteren landwirtschaftlichen Verbänden für die Unterstützung des Schweizer Anliegens im Europarat eingesetzt. In einem Schreiben appellierte er an die teilnehmenden Staaten, einer Lockerung zuzustimmen. Denn in allen Europäischen Ländern, in welchen ein strenger Wolfsschutz gilt, fehlen griffige Instrumente zur massvollen Steuerung der Wolfspopulation – mit verheerenden Folgen für die Kleinviehhaltung und die betroffene Bevölkerung. In den mehrheitlich skandinavischen Ländern verharren die Wolfpopulationen, trotz der Lockerung des Schutzstatus, auf einem stabilen Niveau. Das beweist, dass diese Lockerung nicht zwingend zur der Ausrottung von Wölfen führt.

Es ist völlig unverständlich, dass das Anliegen der Schweiz auf einen späteren Termin verschoben wurde mit der Begründung, einen Bericht über den Erhaltungszustand von Arten und ihren Lebensräumen abzuwarten.

Die direkt betroffene Bevölkerung kann diese Entscheidung nicht akzeptieren. Die Übergriffe auf Nutztiere nehmen auch auf Winterweiden ständig zu. Massnahmen zur Regulierung der Wolfspopulation sind ein Muss, die zunehmende Wolfspräsenz in Siedlungsnähe ist nicht tolerierbar. Der in der letzten Woche in Deutschland stattgefundene Angriff eines Wolfes auf einen Menschen verdeutlicht die Gefahr, welche durch die ständig wachsende Wolfspopulation ausgeht.

Der Entscheid des Ständigen Ausschusses zeugt davon, dass die Strasbourger-Beamten fernab der betroffenen Regionen ihre Entscheide fällen.

Weitere Auskünfte:

G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58

G. Mattei Tel. 079 428 40 59

Co. Präsidenten Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

www.lr-grt.ch

Uri, 13.11.2018 - Statt die Initiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren» nach Bern zu schicken, sollen zumindest die gültigen Teile davon in die Kantonsverfassung aufgenommen werden. Der Landrat empfiehlt dem Volk, die Initiative anzunehmen.

Carmen Epp14.11.2018

Wenn es um Wolf, Bär, Luchs und Co. geht, wird es schnell emotional. So auch gestern im Landrat. Nachdem jeder zehnte Urner Stimmbürger das Begehren unterzeichnet hatte, sorgte die Volksinitiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» im Landratssaal für einen regelrechten Schlagabtausch.

Die vom Urner Bauernverband lancierte Initiative verlangt, Vorschriften zum Schutz von Grossraubtieren und zur Beschränkung und Regulierung des Bestands sowie in die Kantonsverfassung aufzunehmen und die Förderung, die Einfuhr und Freilassung von Grossraubtieren zu verbieten.

Teilweise ungültig, aber gegen Standesinitiative

Die letzten beiden Forderungen – das Einführungs- und Freilassungsverbot – sind jedoch nicht mit dem Bundesrecht vereinbar. Zu diesem Schluss kam sowohl der Regierungsrat als auch die landrätliche Sicherheitskommission. Gestern nun folgte auch der Landrat dieser Ansicht und erklärte die Initiative mit 34 zu 24 Stimmen als teilweise ungültig. Die gültigen Teile hingegen, darüber war sich der Landrat ausnahmslos einig, sollen dem Volk unterbreitet werden.

Mit 1 zu 56 Stimmen (1 Enthaltung) chancenlos war hingegen der Antrag der Regierung, der Volksinitiative als direkten Gegenvorschlag eine Standesinitiative gegenüber zu stellen.

SP/Grüne: «Initiative streut Sand in die Augen»

Blieb also noch die Frage, ob man dem Stimmvolk empfehlen soll, die Initiative anzunehmen oder abzulehnen. Die Haltung der Urner Regierung war klar: Es bringe nichts, eine eigene Grossraubtierpolitik in die Kantonsverfassung aufzunehmen, die Initiative soll deshalb dem Volk zur Ablehnung empfohlen werden.

Derselben Meinung war auch die SP/Grüne-Fraktion. «Die Initiative schiesst ins Leere», hielt etwa Mihriye Habermacher (SP, Erstfeld) fest. Die Kantonsverfassung sei nicht geeignet, um Zeichen zu setzen und sollte nicht mit «unnötigen und inhaltsleeren Artikeln» gefüllt werden. Und Raphael Walker (Grüne, Altdorf) zeigte sich überzeugt, dass das Initiativkomitee rein politische Absichten verfolgt. «Den Unterzeichnenden und dem Urner Volk wird Sand in die Augen gestreut, falls diese erwarten, dass sich ihre Situation verbessert.»

«Ängste der Bevölkerung frühzeitig ernst nehmen»

Mit dieser Haltung stand die SP/Grüne-Fraktion weitgehend alleine da. Bereits beim Eintreten auf das Geschäft signalisierten die anderen Fraktionen, dem Antrag der Sicherheitskommission zu folgen und die Initiative zur Annahme zu empfehlen. «Uri tut gut daran, nicht zuzuwarten und frühzeitig die Bedenken und Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen», hielt Kommissionspräsident Ludwig Loretz (FDP, Andermatt) fest.

Alois Zurfluh (CVP, Attinghausen) zeigte sich erstaunt, wie manche sich für die «zum Teil illegal ausgewilderten Grossraubtiere» einsetzen. «Umso mehr, weil wir jahrzehntelang sehr gut ohne die Tiere haben leben können und 99 Prozent der Bevölkerung diese sowieso nie zu Gesicht bekommt.»

Kantone erhalten bald mehr Kompetenzen

Christian Arnold (SVP, Seedorf) konnte es kaum erwarten, «endlich Dampf ablassen» zu können. Seit Jahren lese man über die Sommermonate bis in den Herbst hinein «praktisch wöchentlich» von Wolfsübergriffen auf Nutztiere in Europa, «Tendenz zunehmend». Der Regierungsrat müsse «endlich einstehen für die Landwirtschaft, den Tourismus und die ländlichen Gebiete».

Mit der aktuellen Revision der eidgenössischen Jagdgesetzgebung werde den Kantonen wahrscheinlich mehr Kompetenzen eingeräumt. Eine Verankerung der ganzen Grossraubtierproblematik in der Verfassung, so Arnold, sei also dringend nötig. Der Appell der Befürworter, mit der Volksinitiative «ein Zeichen zu setzen», traf schliesslich auf offene Ohren: Der Landrat empfiehlt die Initiative mit 49 zu 8 Stimmen (1 Enthaltung) dem Volk zur Annahme. Ein Entscheid, der beim WWF Uri nicht gut ankommt.

Das sagt der WWF Uri zum Entscheid des Landrats

Der WWF Uri reagierte postwendend auf den Entscheid des Landrats. Er fordert die Ablehnung der Initiative. Die sei «rückwärtsgewandt und behindert die Weiterentwicklung von guten Lösungen», schreibt der WWF Uri in einer Medienmitteilung. Seit 1995, als zum ersten Mal regelmässig Wölfe in der Schweiz nachgewiesen wurden, seien die Konflikte «überschaubar, wo der Herdenschutz richtig angewendet wird», wird Fabian Haas, Verantwortlicher für das Thema beim WWF Zentralschweiz zitiert. Die jährlichen Risse blieben trotz immer mehr Wölfen im schwankenden Jahresdurchschnitt relativ konstant. Mit der Initiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» werde versucht, das Rad zurückzudrehen, so der WWF Uri weiter. «Und Politik und Volk müssen sich mit einer Initiative beschäftigen, die der Stimmungsmache dient und gemäss Regierungsrat nichts bringt.»

Symbolbild: Ein Wolf im Tierpark Goldau. (Bild: Romano Cuonz, Tierpark Goldau, 2017)

Es seien gemäss Zahlen der Kora nur etwa 5 Prozent der Schafe, die wegen Wölfen auf den Alpen sterben, die restlichen 95 Prozent würden durch Krankheit, Murgänge, Abstürzen oder aufgrund des Wetters ums Leben kommen. Zudem hätten sich gemäss der Agridea über 90 Prozent aller Risse im Jahr 2017 gemäss in ungeschützten Herden ereignet.

Jetzt liege es an der Urner Bevölkerung, den Entscheid des Landrates zu kippen und die Symbolpolitik nicht zu unterstützen. «Denn eine individuelle Lösung im Kanton Uri ist absurd, die weitwandernden Wölfe halten sich nicht an Landesgrenzen und schon gar nicht an Kantonsgrenzen», wird Christa Riedi, Vorstandsmitglied des WWF Uri in der Mitteilung zitiert. «Die Forderungen der Initiative sind weitgehend wirkungslos oder werden bereits erfüllt und haben so kaum Konsequenzen für die gängige Praxis.» (pd/eca)

Quelle: Luzerner Zeitung, 14.11.2018

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