Eingereichter Text: Angesichts der steigenden Problematik, die der Wolf in der Schweiz und speziell im alpinen Raum darstellt möchte ich vom Bundesrat wissen, wie teuer das Wolfskonzept den Steuerzahler jährlich zu stehen kommt. Es sind auch die indirekten Kosten, welche die Wiedereinführung des Wolfs in der Schweiz verursacht, aufzuführen. Teilt der Bundesrat meine Ansicht, dass diese Kosten unverhältnismässig gross sind?

Eingereicht im Nationalrat von Freysinger Oskar

Freysinger Oskar

 

Antwort des Bundesrates vom 18.11.2015

Der Umgang mit dem Wolf in der Schweiz wird durch das eidgenössische Jagdgesetz (JSG; SR 922.0) und durch die dazu gehörende eidgenössische Jagdverordnung (JSV; SR 922.01) geregelt.

Der Artikel 10bis JSV verpflichtet das Bafu zum Erstellen von Konzepten für bestimmte geschützte Tierarten, insbesondere auch für den Wolf. Das Konzept Wolf Schweiz stellt eine Vollzugshilfe des Bundes dar. Es konkretisiert die Bestimmungen des eidgenössischen Jagdrechts insbesondere bezüglich

  • (a) des Schutzes und der Überwachung des Wolfsbestandes,
  • (b) der Verhütung von Schäden und von Gefährdungssituationen,
  • (c) der Förderung von Verhütungsmassnahmen,
  • (d) der Ermittlung von Schäden und Gefährdungen,
  • (e) der Entschädigung von Verhütungsmassnahmen und Schäden sowie
  • (f) der internationalen und interkantonalen Koordination der Massnahmen.

Die für den Bund entstehenden Kosten werden insbesondere verursacht durch:

  • die Überwachung des Wolfsbestandes (insbesondere genetische Analysen der von den Kantonen gesammelten Proben): im Durchschnitt etwa 200 000 Schweizerfranken pro Jahr
  • den Herdenschutz (Herdenschutzmassnahmen gemäss Artikel 10ter und 10quater JSV): etwa 3 Millionen Schweizerfranken pro Jahr
  • die Schadenvergütung von Nutztierrissen: im Durchschnitt etwa 100 000 Schweizerfranken pro Jahr.

Die Kantone übernehmen 20 Prozent der Schadenvergütungen. Zudem sind sie für die Integration des Herdenschutzes in die landwirtschaftliche Beratung und für die Ermittlung von Schäden verantwortlich. Sowohl beim Bund wie bei den Kantonen werden die anfallenden Mehrarbeiten über den bestehenden Personaletat abgewickelt.

Um das Herdenschutzprogramm aufzubauen, wurde für drei Jahre befristet eine halbe Stelle gesprochen. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die monetären Kosten beim Bund von rund 3,3 Millionen Schweizerfranken pro Jahr gerechtfertigt sind. Dies, weil sie nötig sind, damit die Bestimmungen des Jagdrechts umgesetzt werden können, ohne nicht tragbare Auswirkungen auf die Landwirtschaft im betroffenen Gebiet zu verursachen.

Der Wolf kostet den Bund rund 3,3 Millionen Franken pro Jahr. Anscheinend hat der Bundesrat noch nicht erkannt, dass bei der von ihm geförderten Wolfspolitik die Schafhaltung im Berggebiet eingeht. Die Auswirkungen dieser Wolfspolitik auf die Berglandwirtschaft sind gross. Wir können unsere Alpen und Weiden, welche Eigentum sind, nicht mehr nutzen.

von Daniel Steiner, Niedergampel

Viele Betriebe werden aufgegeben. Die zusätzlichen Arbeiten, welche durch die Wolfspräsenz entstehen, sind nicht zu bewältigen und stehen in keinem Verhältnis zu Kosten und Nutzen. Werte Bundesräte, macht den jährlichen Ausflug einmal auf eine Hochgebirgsalp, damit Sie sehen, wie wichtig es ist, dass diese Alpen weiterhin erhalten, genutzt und bewirtschaftet werden.

Der Anblick von gerissenen, verletzten und zu Tote gejagten Schafen, ob mit Herdenschutz oder freiem Weidegang gesömmert, würde die Meinung über den braven Wolf sicher ändern. 3 Millionen Franken werden für Herdenschutzmassnahmen ausgegeben. Herdenschutzmassnahmen die schon bei Einzelwölfen versagen, geschweige denn, wenn Rudel auf die Jagd gehen.

Beispiele von nicht funktionierendem Herdenschutz gibt es zur Genüge. Weitere 100000 Franken kostet die Schadenvergütung von Nutztierrissen und 200000 Franken die Überwachung des Wolfsbestandes. Was leider in diesen Angaben fehlt, sind die Kosten der gut bezahlten Wolfsspezialisten von BAFU, KORA, AGRIDEA usw. Würden die Jahresgehälter dieser Spezialisten miteinberechnet, sieht die Endabrechnung anders aus.

Wie viel Geld die ganze Wolfspolitik, an welcher der Bundesrat verbissen festhält, die Kantone sowie jeden einzelnen Schafbesitzer kostet, wird nicht erwähnt. Sofort werden die jährlichen Direktzahlungen an die Schafhalter ins Spiel gebracht. Dies ist eine Frechheit und hat mit der ganzen Wolfspolitik wenig oder nichts zu tun. Zu welchen Bedingungen Direktzahlungen bezahlt werden ist in der AP 2014–2017 klar geregel.

Sargans, 12.11.2015 - Im Taminatal sieht man dem kommenden Winter mit grosser Sorge entgegen. Grund sind die Calanda-Wölfe. Liegt viel Schnee, konnten sie ihre Nahrungssuche noch naher an die Siedlungen verlagern. Die Stimmung ist angespannt -die Haltung von Bund und Kanton sieht man äusserst kritisch.

erschienen auf der Sarganserländer, von Reto Vincenz

Das können es Wolfsbefüworter sowie die Vertreter vom Bund und Kanton drehen und wenden wie sie wollen - das Calanda Rudel hinterlasst im Taminatal tiefe Sorgenfurchen auf den Stirnen vieler Einheimischer. Während in offiziellen Medienmitteilungen aus St. Gallen etwa von «vergleichsweise wenigen Ereignissen» oder «funktionierendem Herdenschutz» zu lesen ist und für viele Schadenfälle andere Tiere, etwa der Fuchs, als Verursacher genannt werden, ist für nicht wenige Menschen vor Ort klar: Der Wolf ist schuld.

Angst als ständiger Begleiter

Ein bekennender Wolfskritiker im Taminatal ist der St. Margrethenberger Landwirt Lorenz Gort. Er kennt die dortige Gemütslage·der Menschen und hat stellvertretend für viele gleich ähnlich Denkende mit dem «Sarganserlander» gesprochen. Auch für ihn ist unbestritten: Der Wolf muss weg. Das Raubtier habe das Gleichgewicht in der Natur durcheinandergebracht.

Bern, 7.11.2015 - In einer Petition fordert die Organisation Schweizer Tierschutz (STS) das Verbot von unbehirteten Schafherden und mehr Toleranz gegenüber Grossraubtieren. Der STS wirft den Schafhaltern tierschützerische Missstände in den Sömmerungsgebieten vor und unterstellt ihnen Fahrlässigkeit.

Medienmitteilung des Vereins Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere vom 07.11.2015

Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere stellt sich vehement gegen diese Vorwürfe und zeigt sich erschüttert über die Ignoranz der Petitionäre gegenüber der Lebensrealität in den Berggebieten.

Die Petitionäre argumentieren mit einer hypothetischen Zahl, wonach rund 2% der rund 200'000 gesömmerten Schafe von der Alpung nicht zurückkehren. Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere zweifelt an der Glaubwürdigkeit der Schätzung und verlangt vom STS die Dokumentation und Herkunft dieser Zahlen. Abgänge während der Alpsömmerung sind unvermeidbar und variieren von Jahr zu Jahr, unabhängig vom Alpungssystemen. Auch die vom Bund empfohlenen aufwendigen Schutzmassnahmen halten den Wolf nicht davon ab weiterhin Schafe anzugreifen und zu töten.


Schafe und Ziegen werden dazu gehalten, die Sömmerungsgebiete oberhalb der Waldgrenze zu beweiden. Heute werden Schafe üblicherweise in Koppelweiden gesömmert. Dieses System ist sehr ausgewogen und fördert die gleichmässige Beweidung und die Biodiversität.  Die Schafalpung stabilisiert die Vegetation, verhindert Erdrutsche und die Verbuschung der Alpen. Mit der Lancierung des Labels Alplamm haben es die Schafhalter verstanden, die auf den Alpen gross gezogenen Lämmer gewinnbringend im Markt zu positionieren. Damit stärken sie die inländische Fleischproduktion und reduzieren den Anteil an Importfleisch aus Übersee.

Der Verein STS unterstellt den Schafhaltern ohne gesetzliche Legitimation den mutwilligen Verstoss gegen die Tierschutzauflagen. Der Verein STS betreibt damit eine einseitige Kampagne auf dem Buckel der Schafhalter. Der Bundesrat ist angehalten, sich von den abgegebenen Unterschriften nicht blenden zu lassen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit stammen die Unterschriften von Personen, welche von der Lebensrealität und der Haltung von Nutztieren geringe bis keine Ahnung haben. Ansonsten würden sie wissen, dass bei einer nicht artgerechten Haltung der Nutztiere, wie dies beispielsweise ein vom Verein STS geforderter Nachtpferch darstellt, das Übertragungsrisiko von Krankheiten stark erhöht.

Auskunft:
G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58
Ko-Präsident Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere www.lr-grt.ch

Bern, 23.10.2015 - Trotz Herdenschutzmassnahmen können Nutztiere gegen Wolfsattakten kaum geschützt werden. Den Umweltschutzverbänden und dem Bundesamt für Umwelt scheint kein Preis zu hoch, um dem Wolf die flächendeckende Ausbreitung in der Schweiz zu ermöglichen. Das Nachsehen haben die Direktbetroffenen in den Berggebieten und vermehrt auch in den urbanen Regionen der Schweiz. Nun setzen sie sich zur Wehr.

Medienmitteilung Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

Der Alpsommer 2015 forderte einen hohen Blutzoll bei Nutztieren auf den landwirtschaftlich bewirtschafteten Alpen und Weiden. Der Aufwand für den Herdenschutz, die Beratung, die administrative Abwicklung sowie die finanziellen Einbussen durch den vorzeitigen Abtrieb von Alptieren steigt Jahr für Jahr. Der Erfolg der aufoktroyierten Herdenschutzmassnahmen lässt jedoch auf sich warten.

Im Gegenteil - der neuste Angriff auf Kälber in einer Mutterkuhherde im Kanton St. Gallen durch eine Gruppe Wölfe zeugt von einer neuen Dimension, welche von den Bewirtschaftern nicht mehr hingenommen werden kann. Es kommen Zweifel auf, ob die Tiere in der Schweiz wirklich echte Wölfe sind. Diese werden von den Fachpersonen der Bundesämter als sehr menschenscheu und zurückgezogen charakterisiert.

Wolf

Das Auftauchen von „Wölfen“ in der Nähe von Siedlungen, Vorgärten und nun inmitten einer Mutterkuhherde entspricht jedenfalls nicht diesem Bild. Es muss endlich erkannt werden, dass eine ungehinderte flächendeckende Ausbreitung des Wolfes inakzeptable Folgen für die Bevölkerung, die Landwirtschaft und den Tourismus nach sich zieht.

Es braucht eine saubere Zusammenstellung aller Kosten, welche die Präsenz des Wolfes in der Schweiz verursacht. Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere verlangt von jedem Kanton eine korrekte und transparente Kosten – Nutzen Rechnung. Jeder Kanton muss selber entscheiden können ob er die Lasten, welche durch die Präsenz der Grossraubtiere entstehen, tragen will.

Der heute geltende Schutzstatus des Wolfes ist nicht gerechtfertigt und muss angepasst werden. Das Parlament hat den entsprechenden Auftrag mit der Kündigung der Berner Konvention dem Bundesrat überwiesen – dieser verweigert bis heute die Umsetzung. Parallel dazu ist im Jagdgesetz der Wolf auf die Liste der jagdbaren Tiere zu setzen.

Im Weiteren braucht es eine unabhängige morphologische Untersuchung der gestorbenen, verunfallten oder geschossenen Wölfe in der Schweiz, welche die wahrscheinliche Wolfshund-Hybridisierung nachweist. Gemäss den geltenden Gesetzgebungen sind alle diese Tiere umgehend aus der Natur zu entfernen. Der im September 2015 gegründete Dachverband Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere verfolgt mit Nachdruck diese Ziele. Die kantonalen Sektionen sind vor Ort aktiv und unterstützen die Betroffenen.

Auskunft: G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58 Ko-Präsident Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

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