Sargans, 12.11.2015 - Im Taminatal sieht man dem kommenden Winter mit grosser Sorge entgegen. Grund sind die Calanda-Wölfe. Liegt viel Schnee, konnten sie ihre Nahrungssuche noch naher an die Siedlungen verlagern. Die Stimmung ist angespannt -die Haltung von Bund und Kanton sieht man äusserst kritisch.

erschienen auf der Sarganserländer, von Reto Vincenz

Das können es Wolfsbefüworter sowie die Vertreter vom Bund und Kanton drehen und wenden wie sie wollen - das Calanda Rudel hinterlasst im Taminatal tiefe Sorgenfurchen auf den Stirnen vieler Einheimischer. Während in offiziellen Medienmitteilungen aus St. Gallen etwa von «vergleichsweise wenigen Ereignissen» oder «funktionierendem Herdenschutz» zu lesen ist und für viele Schadenfälle andere Tiere, etwa der Fuchs, als Verursacher genannt werden, ist für nicht wenige Menschen vor Ort klar: Der Wolf ist schuld.

Angst als ständiger Begleiter

Ein bekennender Wolfskritiker im Taminatal ist der St. Margrethenberger Landwirt Lorenz Gort. Er kennt die dortige Gemütslage·der Menschen und hat stellvertretend für viele gleich ähnlich Denkende mit dem «Sarganserlander» gesprochen. Auch für ihn ist unbestritten: Der Wolf muss weg. Das Raubtier habe das Gleichgewicht in der Natur durcheinandergebracht.

Bern, 7.11.2015 - In einer Petition fordert die Organisation Schweizer Tierschutz (STS) das Verbot von unbehirteten Schafherden und mehr Toleranz gegenüber Grossraubtieren. Der STS wirft den Schafhaltern tierschützerische Missstände in den Sömmerungsgebieten vor und unterstellt ihnen Fahrlässigkeit.

Medienmitteilung des Vereins Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere vom 07.11.2015

Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere stellt sich vehement gegen diese Vorwürfe und zeigt sich erschüttert über die Ignoranz der Petitionäre gegenüber der Lebensrealität in den Berggebieten.

Die Petitionäre argumentieren mit einer hypothetischen Zahl, wonach rund 2% der rund 200'000 gesömmerten Schafe von der Alpung nicht zurückkehren. Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere zweifelt an der Glaubwürdigkeit der Schätzung und verlangt vom STS die Dokumentation und Herkunft dieser Zahlen. Abgänge während der Alpsömmerung sind unvermeidbar und variieren von Jahr zu Jahr, unabhängig vom Alpungssystemen. Auch die vom Bund empfohlenen aufwendigen Schutzmassnahmen halten den Wolf nicht davon ab weiterhin Schafe anzugreifen und zu töten.


Schafe und Ziegen werden dazu gehalten, die Sömmerungsgebiete oberhalb der Waldgrenze zu beweiden. Heute werden Schafe üblicherweise in Koppelweiden gesömmert. Dieses System ist sehr ausgewogen und fördert die gleichmässige Beweidung und die Biodiversität.  Die Schafalpung stabilisiert die Vegetation, verhindert Erdrutsche und die Verbuschung der Alpen. Mit der Lancierung des Labels Alplamm haben es die Schafhalter verstanden, die auf den Alpen gross gezogenen Lämmer gewinnbringend im Markt zu positionieren. Damit stärken sie die inländische Fleischproduktion und reduzieren den Anteil an Importfleisch aus Übersee.

Der Verein STS unterstellt den Schafhaltern ohne gesetzliche Legitimation den mutwilligen Verstoss gegen die Tierschutzauflagen. Der Verein STS betreibt damit eine einseitige Kampagne auf dem Buckel der Schafhalter. Der Bundesrat ist angehalten, sich von den abgegebenen Unterschriften nicht blenden zu lassen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit stammen die Unterschriften von Personen, welche von der Lebensrealität und der Haltung von Nutztieren geringe bis keine Ahnung haben. Ansonsten würden sie wissen, dass bei einer nicht artgerechten Haltung der Nutztiere, wie dies beispielsweise ein vom Verein STS geforderter Nachtpferch darstellt, das Übertragungsrisiko von Krankheiten stark erhöht.

Auskunft:
G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58
Ko-Präsident Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere www.lr-grt.ch

Bern, 23.10.2015 - Trotz Herdenschutzmassnahmen können Nutztiere gegen Wolfsattakten kaum geschützt werden. Den Umweltschutzverbänden und dem Bundesamt für Umwelt scheint kein Preis zu hoch, um dem Wolf die flächendeckende Ausbreitung in der Schweiz zu ermöglichen. Das Nachsehen haben die Direktbetroffenen in den Berggebieten und vermehrt auch in den urbanen Regionen der Schweiz. Nun setzen sie sich zur Wehr.

Medienmitteilung Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

Der Alpsommer 2015 forderte einen hohen Blutzoll bei Nutztieren auf den landwirtschaftlich bewirtschafteten Alpen und Weiden. Der Aufwand für den Herdenschutz, die Beratung, die administrative Abwicklung sowie die finanziellen Einbussen durch den vorzeitigen Abtrieb von Alptieren steigt Jahr für Jahr. Der Erfolg der aufoktroyierten Herdenschutzmassnahmen lässt jedoch auf sich warten.

Im Gegenteil - der neuste Angriff auf Kälber in einer Mutterkuhherde im Kanton St. Gallen durch eine Gruppe Wölfe zeugt von einer neuen Dimension, welche von den Bewirtschaftern nicht mehr hingenommen werden kann. Es kommen Zweifel auf, ob die Tiere in der Schweiz wirklich echte Wölfe sind. Diese werden von den Fachpersonen der Bundesämter als sehr menschenscheu und zurückgezogen charakterisiert.

Wolf

Das Auftauchen von „Wölfen“ in der Nähe von Siedlungen, Vorgärten und nun inmitten einer Mutterkuhherde entspricht jedenfalls nicht diesem Bild. Es muss endlich erkannt werden, dass eine ungehinderte flächendeckende Ausbreitung des Wolfes inakzeptable Folgen für die Bevölkerung, die Landwirtschaft und den Tourismus nach sich zieht.

Es braucht eine saubere Zusammenstellung aller Kosten, welche die Präsenz des Wolfes in der Schweiz verursacht. Der Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere verlangt von jedem Kanton eine korrekte und transparente Kosten – Nutzen Rechnung. Jeder Kanton muss selber entscheiden können ob er die Lasten, welche durch die Präsenz der Grossraubtiere entstehen, tragen will.

Der heute geltende Schutzstatus des Wolfes ist nicht gerechtfertigt und muss angepasst werden. Das Parlament hat den entsprechenden Auftrag mit der Kündigung der Berner Konvention dem Bundesrat überwiesen – dieser verweigert bis heute die Umsetzung. Parallel dazu ist im Jagdgesetz der Wolf auf die Liste der jagdbaren Tiere zu setzen.

Im Weiteren braucht es eine unabhängige morphologische Untersuchung der gestorbenen, verunfallten oder geschossenen Wölfe in der Schweiz, welche die wahrscheinliche Wolfshund-Hybridisierung nachweist. Gemäss den geltenden Gesetzgebungen sind alle diese Tiere umgehend aus der Natur zu entfernen. Der im September 2015 gegründete Dachverband Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere verfolgt mit Nachdruck diese Ziele. Die kantonalen Sektionen sind vor Ort aktiv und unterstützen die Betroffenen.

Auskunft: G. Schnydrig Tel. 078 736 62 58 Ko-Präsident Verein Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

Wir publizieren hier einen interessanten Artikel aus www.blick.ch. Wir  (Verein für Lebensräume ohne Grossraubtiere) möchten präzisieren dass wir keine Wolfshasser sind. Wir sind nur Gegner der Ansiedlung von Grossraubtieren in unserem Lebensraum, weil ein Zusammenleben nicht funktioniert.

Dieser Artikel ist am 18.10.2015 auf www.blick.ch erschienen und der Autor ist Roland Gamp

Schweizer Wölfe sind nicht echt. Diese gewagte These will die Gruppe «Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere» in den nächsten Tagen verbreiten. Co-Präsident Schnydrig: «In Italien zeigte eine Untersuchung, dass bis zu 87 Prozent der Wölfe aus Kreuzungen mit Hunden stammen. Wir haben daraufhin Fotos der Schweizer Exemplare studiert. Und kamen zum Schluss, dass auf diesen nur Mischlinge zu erkennen sind.»

Die sind laut Artikel 8 der Jagdverordnung und Berner Konvention illegal. Weil sie die Population der reinrassigen Wölfe gefährden, indem sie sich mit ihnen paaren. Die logische Konsequenz für Schnydrig: «Alle Mischlinge müssen geschossen werden.» Unterstützung erhält er von Eirik Granqvist (71). Der finnische Tierpräparator war Chefkonser­vator am Zoologischen Museum in Helsinki.

Wolf

Wieviel Hund steckt in diesem Wolf? (Keystone)

Für SonntagsBlick hat er 20 Fotos von Schweizer Wölfen analysiert. Bei einem seien die Ohren zu spitz, «typische Hunde­ohren». Bei anderen der Schwanz zu lang, die Schnauze zu kurz, die Kopfhaltung falsch. «Offenbar gibt es in der Schweiz keine Wölfe, sondern nur Mischlinge.» Das Problem: «Hybride haben nicht die gleiche Angst und Vorsicht vor uns Menschen wie die Wölfe. Sie sind frecher, greifen Tiere und Menschen eher an», sagt Granqvist.

David Gerke (30), Präsident der Gruppe Wolf Schweiz, winkt ab. «Das ist eine konstruierte Geschichte der Wolfsgegner, um die Tiere loszuwerden.» In Italien komme es immer wieder zu Mischungen von streunenden Hunden und Wölfen. «Aber in der Schweiz ergaben alle DNA-Tests: Hier leben keine Hybride.» Solche Erbgut-Tests führt Luca Fumagalli (50) an der Universität Lausanne für den Bund durch. «Die Gegner haben keine wissenschaftlichen Beweise für ihre These», sagt der Bio­loge. Entscheidend seien nicht äussere Merkmale, sondern die Genetik.

Fumagalli: «Wir können bis vier Generationen zurückverfolgen, ob ein Tier von einem Mischling abstammt. Das war in 15 Jahren noch nie der Fall in den Schweizer Alpen.» Bei den Wölfen seien möglicherweise noch einige Hunde-Gene in der DNA zu finden, die von früheren Kreuzungen stammen. Der Anteil sei aber so gering, dass man diese Tiere nicht als Hundemischlinge bezeichnen könne. «Wenn ein Schweizer einen Urururgrossvater aus China hatte, bezeichnet man ihn deshalb auch nicht als Asiaten.»

Georges Schnydrig hält dagegen: «Ein Wolf, welcher nicht wie ein Wolf aussieht, kann genetisch gar kein Wolf sein.» Die DNA-Datenbank des Bundes stamme von Mischlingen. «Wenn man neue Proben damit abgleicht, stimmt die DNA entsprechend mit den Mischlingen der Datenbank überein.»

Das Bundesamt für Umwelt kontert. «Wir zweifeln die Ergebnisse der DNA-Analysen keinesfalls an», sagt Sprecherin Caroline Nienhuis (36). Liegt die Kreuzung mit dem Hund so weit zurück, dass dies mit DNA-Tests nicht mehr nachvollziehbar ist, habe das keine Bedeutung für den Umgang mit dem Wolf. «Im Erbgut jedes freilebenden Alpensteinbocks lassen sich zum Beispiel Gene der Hausziege nachweisen. Aber deshalb würde keiner auf die Idee kommen, alle Steinböcke als Hybride zu bezeichnen und abzuschiessen», so Nienhuis.

Mit der Tötung eines neugeborenen Kalbes in Valens durch einen Wolf hat das Thema Grossraubtier eine neue Dimension erhalten. Mit dem erstmaligen Übergriff eines Wolfes auf ein Tier der Rindergattung ist der bisherige Umgang mit dem Wolf definitiv in Frage gestellt. Der SGBV fordert die zuständigen Behörden zum Handeln auf.

Der St. Galler Bauernverband hat das Wolfskonzept aus dem Jahre 2012 und den Umgang mit dem Wolf bisher mitgetragen. Mit einem umfassenden Herdenschutzkonzept für die Schafalpen konnten die Übergriffe durch den Wolf bis anhin tief gehalten werden. Der SGBV hat immer wieder betont, dass bei einem allfälligen Übergriff auf Tiere der Rindergattung der Umgang mit dem Wolf neu beurteilt werden muss. Die Tötung einer Ziege im Toggenburg sowie die verschiedenen Schafrisse im Kanton Appenzell AR und in der Region Werdenberg in den vergangenen Monaten deuten darauf hin, dass der Lebensraum für die Wolfspopulation im Calandagebiet zu klein ist. Eine starke Ausweitung des Lebensraumes für die Wolfpopulation ist zu befürchten und kann vom SGBV in dieser Form nicht akzeptiert werden.

St. Galler Bauernverband (SGBV)

Mit der Vergrösserung des Wolf-Lebensraumes sind immer mehr Nutztiere schutzlos ausgeliefert. Ein umfassender Herdenschutz für Schafe und Ziegen sowie Tiere der Rindergattung im Sömmerungsgebiet wie auch auf den Heimbetrieben ist nicht möglich. Es kann den Bäuerinnen und Bauern nicht zugemutet werden, dass sie künftig ihre Tiere auf der Weide zusätzlich schützen müssen. Der Mitteleinsatz für den Herdenschutz für die Schafalpen war bis jetzt schon unrealistisch hoch. Jede weitere Massnahme ist unrealistisch.

Der SGBV fordert die zuständigen Behörden auf, die Anzahl der Wölfe auf dem St. Galler Kantonsgebiet sofort zu reduzieren und so einer unkontrollierten Ausdehnung der Wolfspopulation Einhalt zu gebieten.

Rückfragen:

Peter Nüesch, Präsident, Tel. 071 720 12 04, Mobile 079 696 00 20

Andreas Widmer, Geschäftsführer, Tel. 071 983 39 60, Mobile 079 358 62 64

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