Giubiasco, den 2. Juni 2015 - Die konstituirende Versammlung des Vereins Lebensräume ohne Grossraubtiere (ATsenzaGP), Sektion Tessin, wurde im Restaurant Millefiori in Giubiasco abgehalten

Einer der Gründer, Germano Mattei, nach seiner Wahl in den Tessiner Grossen Rat, hatte bekannt gegeben: "Wir werden eine Tessiner Sektion des Vereins für einen Raum ohne große Raubtiere gründen, mit dem Ziel, den Wolf von unseren Tälern fern zu halten."

Am 2. Juni 2015, wurde sein Versprechen Realität. Mattei, zusammen mit Sem Genini und der ehemalige Präsident des Verbandes der Schaf- und Ziegenzüchter Armando Donati haben die konstituierende Versammlung des Vereins einberufen.

"Die Solidarität des gesamten Sektors, insbesondere von denen, die bisher nicht von den Problemen mit Grossraubtieren betroffen sind, und die nicht direkt auch in der Zukunft betroffen werden, ist uns sehr wichtig", stellt Germano Mattei fest.

Die Gründungsversammlung wurde von mehr als sechzig Personen besucht.

„Überlegungen eines kritischen Wolfsberaters“

Was ich in meiner Freizeit mache? Außer mit meinem Hund zur Jagd zu gehen, bin ich einer der 130 ehrenamtlichen, vom Ministerium für Umwelt und Klimaschutz ernannten Wolfsberater.

Dafür muss ich mich auch schon mal beschimpfen und mir von in Panik geratenen Müttern, ängstlichen Hundeführern oder besorgten Schäfern die Frage gefallen lassen, warum ich in meiner Funktion nichts gegen die „bösen Räuber“ unternehme.

Auch habe ich als Wolfsberater Schwierigkeiten einer alten Frau klarzumachen, dass sie 5.000 Euro Bußgeld zahlen muss, wenn sie ihren Mops vom 1. April bis 15. Juli frei laufen lässt, der Wolf aber fröhlich mordend durch die Wälder ziehen darf, solche Fälle sind Alltag für Wolfsberater.

Oder ich werde gefragt, ob es nicht schizophren sei, wenn in Deutschland für die Tötung eines Wolfes Strafen bis zu fünf Jahren Haft oder Fünfzigtausend Euro drohen, während in unseren östlichen Nachbarländern Wölfe gejagt werden dürfen, nein, gejagt werden müssen.

Versucht ein Wolfsberater die Menschen zu beschwichtigen, behauptet gar, vom Wolf gehe kaum eine akute Gefahr aus und es sollte trotzdem etwas passieren, sind sie dann die Buhmänner?

Die Politiker hüllen sich in Schweigen – argumentative Hilfestellung Fehlanzeige.

Ich weiß, der Ausdruck „Wolfsberater“ aus der Feder des Niedersächsischen Umweltministeriums ist irreführend, ich berate keine Wölfe. Ich kann den Grauhunden zwar gewiss manchen Tipp geben wie sie sich menschlichen Nachstellungen erfolgreich entziehen könnten, habe Wölfe geschossen, gefangen und sogar an Vergiftungsaktionen teilnehmen müssen, aber meine Erfahrungen sind von deutschen „Wolfsexperten“ nicht gefragt.

Und ein Wolf in Deutschland braucht auch keine Ratschläge, um zu überleben. Er genießt ja, anders als menschliche Einwanderer, durch die EU Gesetzgebung ein unbeschwertes Leben bei uns. Die Wolfsdichte ist in Niedersachsen und Sachsen mittlerweile höher als in Regionen wie Russland oder Amerika.

Wölfe haben bei uns ein Schlaraffenland gefunden, sie leben wie die Made im Speck.

Gut, die Muffelwildbestände hat er gelichtet, aber Schwarzwild gibt es im Überfluss, Schafherden grasen (noch) massenweise auf Deutschland Wiesen und Weiden, Damwild sorgt in Gehegen ebenfalls für einen reich gedeckten Tisch und auch sonst laufen allerlei Leckerbissen, die für Abwechslung auf dem Speiseplan von Meister Isegrimm sorgen, durch Deutschlands Felder und Fluren. Ich gönne sie ihm.

Wölfe sind für mich eine faszinierende Wildart, auch wenn sie in Deutschland laut Gesetz kein „Wild“ mehr sind und sich einige von ihnen schon gar nicht „wild“ benehmen.

Sie sind intelligent, sofern man bei Tieren den Begriff Intelligenz anwenden kann, opportunistisch, weswegen sie allen Ausrottungsversuchen zum Trotz überleben, anpassungsfähig, allerdings (noch) nicht wie beispielsweise das Schwarzwild in Berlin, aber vor allem sind die Grauhunde ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor in unseren Breiten geworden.

Darüber, wieviel Euro das Projekt Wolf den deutschen Steuerzahler kostet, schweigt des Dichters, verzeihung, des Umweltministeriums Höflichkeit. Es ist für die Wolfsberater schwierig, Außenstehenden das klar zu machen.

Für ein Schaf, ich esse genauso gerne Lammbraten wie Meister Isegrimm, zahle ich dem Schäfer ungefähr 80 Euro. Sollte eines der Wolllieferanten vom Wolf gerissen sein, kostet das Prozedere vom Auffinden, Proben nehmen, DNA-Analysen erstellen bis hin zur Entschädigungszahlung, auf die der betroffene Schafzüchter nach irrsinnigem Büroaufwand mitunter über ein Vierteljahr warten muss, mindestens das Zehnfache. 100 Euro Entschädigung für den Nutztierhalter lässt man sich ein Vielfaches kosten. Erklären Sie das als Wolfsberater mal einem Schafhalter!

„Nur ein satter Staat kann sich diesen Luxus leisten“, klärte mich ein polnischer Forstamtsleiter auf, für den Wölfe keine „Problemtiere“ sind, sondern natürlicher Bestandteil und gleichberechtigtes Mitglied aller unter seinem Schutz stehenden Wildarten.

Mein Wunsch als Wolfsberater:

Ich wünsche mir, dass der Wolf nicht länger ideologisch und politisch instrumentalisiert sowie als Kuscheltier verherrlicht wird, weil er als Prestigeobjekt dubioser Naturschutzorganisationen massenweise Spenden in die Kassen spült und Schutzprogramme das Image der Naturschutzverbände (bei Stadtmenschen, nicht bei der Landbevölkerung!) hebt, denn das hat er nicht verdient.

Ebensowenig, dass er zur Spielwiese von Pseudowissenschaftlern und unaufgeklärten Tierfreunden, Telemetrieversuchen, bis hin zur Pflege persönlicher Eitelkeit wird.

Im Gegenteil: Er verdient die gleiche (faire) Behandlung wie Mufflon und Marderhund, Waschbär und Wildgans, Bisam und Biber, Rebhuhn und Reh. Er ist keine Wildart erster, auch nicht zweiter und schon gar nicht besonderer Klasse. Dafür setzen sich auch die Wolfsberater ein.

In Europa bis zum Ural leben mehr als 40.000 Wölfe. Sie kennen keine Staatsgrenzen, und es ist für viele Menschen bei uns schwer verständlich, dass sie in Deutschland als vom Aussterben bedroht gelten, während sie in benachbarten Ländern bejagt werden.

Wird der Wolf weiterhin geschützt, muss man davon ausgehen, dass bei uns in einigen Jahren mehrere tausend ihre Spur ziehen. Probleme mit Viehzüchtern, Jägern sowie Spaziergängern sind programmiert, Wolfsberater werden tagtäglich mit entsprechenden Fragen konfrontiert.

Bei ungesteuerter Wolfspopulation ist absehbar, Wolfsberater kenne das Problem, wann es in Deutschland kaum noch reproduktionsfähige Reste von Schalenwild gibt. Der Rückgang ihrer bevorzugten Nahrung und der Lernfaktor der Wölfe führen zu hohem Druck auf Weidetiere, hat desaströse Auswirkungen auf das Niederwild, und die Biodiversität wird zunehmend leiden.

Dass die Zahl der Wölfe in gleichem Maß abnimmt wie ihre Nahrung, das Schalenwild, ist ein Irrglaube. Wölfe sind Nahrungsopportunisten, fressen sogar die eigene Art, wie Forschungsergebnisse aus dem Yellowstone-Nationalpark ergaben. Die meisten Wolfsberater wissen das, es hat sich zwar auch bei einigen Naturfreunden herumgesprochen, aber längst noch nicht bei allen.

Es gibt aber keine befriedigende Lösung im Rahmen des Gesetzes, somit auch keine Argumentationshilfen der Politiker für die Wolfsberater. Fest steht, dass eine Regulierung des Besatzes, sofern sich die Natur nicht durch Seuchen wie Tollwut selber hilft, der Ausweg aus diesem Dilemma sein kann. Das trifft in der breiten (Land)bevölkerung und auf wenig Gegenliebe. Die Rückkehr Isegrims ist vorrangig zu einem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Thema geworden.

Die Wolfsberater wünschen sich, dass ohne Rücksicht auf Ideologien, mit denen, die sich wissenschaftlich mit Wölfen beschäftigen, mit Jägern, Landwirten, Schafhaltern und privaten Grundbesitzern endlich ein vernünftiger Managementplan für die Grauhunde geschaffen wird und dass die Wolfsberater in diesen Prozess eingebunden und informiert werden, zum Nutzen von allen Beteiligten, vor allem aber für einen: für Meister Isegrim, damit er endlich das schlechte Image, das seit Jahrhunderten an ihm haftet, verliert.

Gert G. v. Harling

Wolfsberater des Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz
www.vonharling-jagd.de

 

Scuol. 21.05.2015 - Graubünden versucht das Zusammenleben mit Wolf und Bär. Die Zauberformel ist nocht nicht gefunden. Leben mit Bär und Wolf ist herausfordernd. Eine kritische Auslegeordnung mit der bisherigen Praxis erfolgte anlässlich einer Podiumsdiskussion in Scuol:

Mensch und Bär, Mensch und Wolf: Können sie denselben Lebensraum teilen?  Die Landwirtschaft hat eine klare Meinung: Herdenschutzmassnahmen sind im Engadin nicht umsetzbar.

Ist ein Zusammenleben zwischen Grossraubwild und Mensch möglich?  

Die Engadinerpost hat eine Internetabstimmung vom 22 Mai bis den 1. Juni 2015 eröffnet. Das ist das für uns erfrueliches Resultat:

Internet-Abstimmung Bär

 

Grabs, 21.5.15 - Im Restaurant Schäfli in Grabs wurde die VWL Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum erfolgreich gegründet

Mit einstimmigem Resultat wurde Herr Martin Keller als Präsident gewählt. Auch alle anderen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig bestätigt.

Fast alle anwesenden Personen sind der Vereinigung beigetreten.  Besonders gefreut haben den Beteiligten die Glückwünsche aus der Politik, mit der Betonung, dass so eine Vereinigung zwingend notwendig geworden sei.

VWL

Es hat sich schon eine Ortsgemeinde um den Beitritt erkundigt und wie es tönt könnten sich noch mehrere Ortsgemeinden der Vereinigung anschliessen, wodurch das politische Gewicht der Organisation gestärkt werden könnte.

Auch konnten Delegierte und Präsidenten der Schafzucht- und Schafhaltervereine begrüsst werden. Sie werden sich bei ihren Mitgliedern für das Ziel der Vereinigung einsetzen.

Nun gilt es die Strukturen zu ordnen und den Aufbau der Vereinigung voran zu treiben.


 

Bern, 30.03.2015 - Forstfachleute sind überzeugt, dass der Wolf einen Beitrag zur Lösung der Wildschadenproblematik leisten kann. Beobachtungen am Calanda sollen Aufschluss über den wirklichen Nutzen des Wolfs bringen

Wo Grossraubtiere auftauchen, kommt es früher oder später zu Konflikten mit Nutztieren und ihren Haltern. Das ist einer der Nachteile von Luchs, Wolf und Bär. Grossraubtiere haben aber auch Vorteile, schreibt der Schweizer Forstverein, der sich beim Bundesrat für die Präsenz des Wolfes einsetzt und die natürliche Einwanderung und Ausbreitung des Wolfes fordert. Zuletzt bekräftigt der Verein seinen Standpunkt Ende März bei der Stellungnahme zur Revision der Jagdverordnung, die die Bejagung von Wölfen vereinfachen soll.

Wölfe sind nützlich?

Primäres Ziel des Forstvereins ist die Erhaltung des Waldes, und der Wolf soll dabei einen wichtigen Beitrag leisten. «Wo Luchs und Wolf regelmässig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt», schreibt der Verein. Die Rechnung dazu für den Verein ist einfach: Rehe, Gämsen und Hirsche fressen gerne Knospen, Zweige und Rinden von Jungbäumen. Luchse wiederum fressen gerne Rehe und Gämsen, Wölfe zusätzlich noch Hirsche. Durch ihre Gefrässigkeit leisten Luchs und Wolf einen Beitrag zur Reduktion hoher Wildbestände und verhindern grosse Konzentrationen. Folglich gehen auch die Verbissschäden zurück.

Schwieriger ist der Nachweis dieser Kausalkette

«Wir gehen davon aus, dass der Einfluss des Wolfes auf die Waldverjüngung positiv ist, doch wissenschaftlich verbrieft ist noch nichts», sagt der Bündner Kantonsförster Reto Hefti. Um die Wechselwirkung zwischen Wolf und Wald besser dokumentieren zu können, hat das kantonale Amt für Wald und Naturgefahren seine Beobachtungen rund um den Calanda, wo bis heute schweizweit das einzige Wolfsrudel lebt, hinsichtlich der Jungwaldflächen intensiviert. Der Impuls dafür kam auch vom Bundesamt für Umwelt. Gefestigte Resultate sind gemäss dem zuständigen Bündner Waldökologen Ueli Bühler aber nicht vor Mitte 2019 zu erwarten. Forstfachleute freuen sich schon heute um die öffentliche Gelder.

Sollen die Wölfe die Jäger ersetzten?

Der Schweizer Forstverein bezeichnet trotzdem die Jagd und die Holznutzung als wichtigste Massnahme, um Wald und Wild im Gleichgewicht zu halten. Warum sollen dann diese wichtigen und nützlichen menschlichen Beschäftigungen, die einen grossen Beitrag der Wirtschaft und der Ökologie leisten und dem Staat Einnahmen bringen, zugunsten von Grossraubtieren reduziert werden? Das ist unsere Frage. Diese ist aber nicht die Frage von Forstfachleute die von öffentlichen Geldern leben.

 

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