M25 hat die Winterruhe kaum beendet – schon bereitet er wieder Sorgen. Diesmal nicht, weil der Bär wieder im Puschlav Esel und Schafe reisst. Nein, diesmal reisst er Esel sofort wo er aufgewachen ist und ihm geht es buchstäblich an den Kragen.

Trivigno, 05.03.2014 - M25 ist zurück und schon ein Esel musste sein Leben lassen in der Nähe vom kleinen Dorf Trivigno, bei Tirano (Veltlin) etwa 20 km vom Puschlav. Die Dorfbewohner sind besorgt und wagen sich nicht mehr im Wald.

M25 mit seinem Halsband bei Zernez, Engadin

Sein Halsband mit dem Sender ist zu eng. Es droht ihn zu erdrosseln. «Wir haben M25 im Februar 2014 mit dem Sender ausgestattet», sagt Martin Stadler (36) vom Amt für Jagd und Fischerei Bozen (I).

«Damals war er zwei Jahre alt. Er ist gewachsen, das Band wird eng. Wir müssen es ihm unbedingt abnehmen.» M25 überwinterte in Sondalo bei Tirano in Norditalien. Darum entscheiden die Mailänder, was mit ihm geschieht.

Die Schweizer dürfen nicht mitreden. «Es gibt zwei Möglichkeiten», sagt Simone Girardin (39), Sprecher der Region Lombardei. «Entweder wir betäuben ihn und legen ihm einen neuen Sender an. Oder wir öffnen das Halsband über Funk.»

Dafür müssten die Wildhüter auf mindestens 500 Meter an das Grossraubtier herankommen. Ein Funksignal könnte dann das Halsband automatisch entriegeln. M25 wäre dann ohne Sender – und ohne Kontrolle. «Das wäre uns lieber», sagt Girardin. «Schliesslich wurde M25 nie aggressiv gegen Menschen. Ein wildes Tier hat ein Recht auf Freiheit.

Wir werden Mitte Monat entscheiden.» Das freut nicht jeden. M25 riss im vergangenen Jahr 17 Esel und 75 Schafe, davon vier Esel und 30 Schafe in Graubünden. «Man weiss, dass M25 kein unproblematischer Bär ist», sagt Otmaro Beti (39), Präsident der Puschlaver Vereinigung «Lebensraum ohne Grossraubtiere».Deshalb habe er ja einen Sender bekommen: «Mit oder ohne – M25 muss weg. Er richtet zu viel Schaden an.»

Georg Brosi (61), Jagd­inspektor des Kantons Graubünden, ist gelassen. «Sollte M25 ohne Halsband in der Schweiz Probleme machen, werden wir ihn halt einfangen und neu besenden», sagt er. «Egal, was die Italiener meinen.»

Quelle "intornoTirano" sda-sts, Blick

Flyer Generalversammlung Lebensräume ohne Raubtiere

EINBERUFUNG DER ORDENTLICHEN GENERALVERSAMMLUNG DER MITGLIEDER DER VEREINIGUNG LEBENSRÄUME OHNE GROSSRAUBTIERE

Sehr geehrte Mitglieder der VL ohne GT

Sie sind herzlich zur 3. ordentlichen Generalversammlung eingeladen, die auf Freitag den

20. März 2015, um 19.15 Uhr

einberufen ist und in der

Aula des Schulhauses von 7450 Tiefencastel

stattfindet, um über die folgenden Traktanden zu entscheiden:

TRAKTANDENLISTE

  1.  Einleitung
  2. Wahl der Stimmenzähler
  3. Bestätigung der Traktandenliste
  4. Protokoll der 2. ordentlichen Generalversammlung
  5. Bericht des Präsidenten
  6. Bericht des Kassiers
  7. Bericht der Revisoren
  8. Statutenrevision
  9. Wahl zusätzlicher Vorstandsmitglieder
  10. Jahresbeitrag 2016
  11. Vorgesehene Aktivitäten 2015 – 2016
  12. Beiträge der Gäste: Ständerat Stefan Engler, ein Vertreter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete und der Präsident des Schweizerischer Schafzuchtverbandes

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresbeitrag auf 30.- Franken für einzelne Mitglieder und auf 60.- Franken für Vereinigungen zu erhöhen, für das Jahr2016.

Weil die Versammlung auch für Symphatisanten und Interessierte offen steht, wird den Mitgliedern beim Eingang eine Erkennungskarte für ihre Abstimmungen abgegeben.

Bericht des Präsidenten:

Otmaro Beti

Flyer Generalversammlung 2015 Lebensräume ohne Raubtiere

 

 

 

Buchen, den 28.02.2015 - Leserbrief zum Artikel "Wie viel Wolf verträgt die Schweiz?» im Bündner Tagblatt vom 25. Februar 2015

Von Rico Calcagnini

Die Gruppe Wolf-Schweiz ist enttäuscht, dass die Wolfspopulation in der Schweiz so langsam zunimmt, denn heute sollten nach ihrer Meinung bereits etwa 200 Wölfe bei uns leben.

Zum Glück haben unsere Mitbürger aus dem Puschlav vor drei Jahren, als der Bär M13 die dortige Bevölkerung terrorisierte, die «Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere» (Territorio senza grandi predatori) gegründet, die in der Zwischenzeit über 500 Mitglieder in ganz Graubünden und darüber hinaus zählt.

Ihr Ziel ist der Schutz der Bevölkerung und der Nutztiere vor dem Wüten von Wölfen und Bären. Die dritte Generalversammlung der Vereinigung, mit anschliessenden Gastreferaten, unter anderen von Ständerat Stefan Engler und dem Präsidenten des Schweizerischen Schafzuchtverbandes, Hermann Schmutz, und Diskussion zum Thema Grossraubtiere im Alpenraum, wird am Freitag, 20. März ,in Tiefencastel stattfinden; alle Interessierten sind dazu eingeladen. (www.atsenzagp.org)

Es ist zu hoffen, dass die Träume der Wolfsromantiker nicht in Erfüllung gehen; denn inzwischen wächst der Widerstand auch in anderen betroffenen Kantonen wie beispielsweise Tessin, Wallis, St. Gallen, wo Bürgerbewegungen entstehen, die auf das Problem aufmerksam machen und Druck auf die Politik ausüben, damit angemessene Lösungen gefunden werden können. Unsere Volksvertreter im Parlament haben erfreulicherweise erkannt, dass Handlungsbedarf besteht, und bereits sind verschiedene parlamentarische Vorstösse eingereicht worden.

 

Poschiavo, 3. Februar 2015 – Wer die am 30. Januar in vielen Schweizer Zeitungen erschienene Pressemitteilung des WWF zur Situation der Grossraubtiere in der Schweiz aufmerksam gelesen hat, und die Entwicklung des absurden Projektes der Wiederansiedlung der Grossraubtiere auf dem dicht besiedelten Schweizer Territorium kritisch verfolgt, kann bei dieser Menge an Desinformation nur den Kopf schütteln.

Im Namen der Biodiversität wird heute ein Millionengeschäft gemacht. Mit dem Argument, dass die Grossraubtiere sehr wichtig sind für die Biodiversität, betreibt die Grossraubtierlobby flächendeckende Propaganda. Der WWF treibt Spenden ein, indem er auf die Tränendrüsen der schlecht informierten Bevölkerung besonders in den urbanen Gebieten drückt. Doch das Märchen vom Aussterben der Bären und Wölfe ist längst widerlegt! Was der WWF verschweigt: Der Mensch sorgt mit der Nutzung der Alpweiden, mit der Bewirtschaftung der Bergregionen, mit der Jagd, mit der Pflege der Natur für die Biodiversität. Den Grossraubtieren hingegen entspricht das Umfeld, in dem sie hier leben sollten nicht und sie sind auch nicht vom Aussterben bedroht.

Aber sie richten in unseren dicht besiedelten Alpregionen Schaden an und verursachen der Allgemeinheit enorme Kosten. Warum also engagiert sich der WWF für möglichst positive Berichterstattung zum kontroversen Thema der Wiedereinführung der Grossraubtiere in der Schweiz? Die Antwort ist einfach: 2014 nahm der WWF 45 Millionen Franken ein von Mitglieder- und anderen Beiträgen, Schenkungen, Legaten, Erbschaften, usw. Von diesen 45 Millionen wurden 9,1 Millionen für Kommunikation und Marketing (Beschaffung von Finanzmitteln) eingesetzt, d.h. mehr als 20% der Gelder werden für oft einseitige und nicht wahrheitsgetreue Werbung ausgegeben.

Biodiversitätsgeschäft

Anscheinend ist das «Biodiversitätsgeschäft» auf eine positive Berichterstattung angewiesen, welche die Gefühle der urbanen Bevölkerung anspricht, die ihr Leben zwischen Beton und Asphalt verbringt und sich nach unberührter Natur sehnt. Joanna Schönenberger, Schweizer Bärenexpertin und Verfasserin der Pressemitteilungen des WWF, hebt auch den Erfolg der Unterschriftensammlung zugunsten der Petition «Viva M25» hervor, den sie als starkes Signal für die Akzeptanz der Bären wertet.

Unsere Vereinigung nahm seinerzeit Stellung zu dieser verlogenen Petition mit über 22'000 Unterschriften und bat die Regierung, der Öffentlichkeit mitzuteilen, von wem diese Unterschriften stammen, da Petitionen in unserer direkten Demokratie ein wichtiges Instrument sind. Die Bündner Regierung beantwortete unsere Frage mit der Feststellung, dass von den über 22'000 Unterschriften eine einzige gültig sei: Diejenige von Frau Joanna Schönenberger, welche die Petition bei der Kanzlei abgegeben hatte und gemäss den gültigen Bestimmungen ein einziges Formular unterschreiben musste.

Funktioniert der Herdenschutz?

Ein weiteres sehr umstrittenes Thema im Kanton Graubünden ist die Behauptung: «Der Herdenschutz funktioniert. Die Erfahrungen mit dem Calanda-Rudel zeigen, dass ein Zusammenleben mit Wölfen sehr wohl möglich ist.» Unsere Mitglieder, vor allem jene unserer Vereinigungen in Nordbünden und im Wallis, zeigen jedoch mit vielen Beispielen auf, dass es unmöglich ist, die Herden angemessen zu schützen, ohne Gefahren für andere und enorme finanzielle Investitionen in Kauf zu nehmen. Auf der Alp Ramuz im Calandagebiet kamen für die 370 Schafe umfassende Schutzmassnahmen zur Anwendung: ständige Behirtung, 4 Herdenschutzhunde, 2 Hirtenhunde, konsequentes Einpferchen der Herde in der Nacht. (Dies ist bekanntlich die Ursache für mehr Krankheitsfälle). Ausserdem flossen reichlich Unterstützungsgelder vom CH-Wolf-Projekt (fast 30’000 Fr) und vom WWF sowie weiteren Institutionen für die Verbesserung der Infrastruktur der Alphütten, usw.

Welcher Schafhalter kann sich das leisten? Das wird in der Bilanz des WWF nicht erwähnt! Zu guter Letzt beklagt die Umweltorganisation die Verspätung bei der Umsetzung von Massnahmen für das Zusammenleben von Mensch und Bär im Tessin, im Bergell und im Oberengadin.

Das Münstertal (GR) ist gemäss WWF ein vorbildliches Beispiel. Wir halten fest, dass im Münstertal der Experte lebt, der den WWF berät und dass 2014 weder Bären noch Wölfe anzutreffen waren. Das Puschlav hatte die gleichen Massnahmen getroffen wie im Münstertal und über 70'000 Franken für bärensichere Abfalleimer und für anderes ausgegeben. Der Bär M25 kam trotzdem und versetzte alle Familien mit Kindern, welche auf unseren Maiensässen den Sommer verbringen wollten in Angst und Sorge.

M13 settembre 2012 Val Poschiavo Foto AJF

M13, September 2012, Valposchiavo, Foto AJF Graubünden

Der Bär M25 hat bewiesen (damit steht er gewissermassen auf unserer Seite), dass das einzige mit dreifachem Elektrodraht gesicherte Gehege, nach den Anweisungen des WWF bärensicher gebaut, problemlos überwindbar ist: Anfangs August ist M25 tatsächlich in dieses Gehege eingedrungen und hat zwei Esel getötet, um seine Diät zu bereichern, die nach dem WWF zu 95% vegetarisch ist.

Kosten für die Allgemeinheit

Im Übrigen ist vom WWF kein Wort zu hören von den Kosten für die Allgemeinheit, die von den zwei Bären und von den etwa 27 Wölfen, die sich in der Schweiz aufhalten verursacht werden. Dazu ein Zitat aus der Stellungnahme der Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) zu den Konzepten Wolf und Luchs vom 14. Juli 2014: «Die Kosten des BAFU für den Herdenschutz belaufen sich aktuell auf 1,5 Mio. Fr. und werden auf 3 Mio. Fr. im Jahr 2015 ansteigen (Bericht zur Umsetzung der Motion Hassler).

Die Entschädigungen für Risse an Nutztieren bewegen sich in der Grössenordnung von ca. 100'000 Fr. pro Jahr. Zudem entstehen beim Bundesamt für Landwirtschaft geschätzte 2 Mio. Fr. an Aufwendungen für den Herdenschutz. Damit kosten die rund 20 Wölfe, die es derzeit in der Schweiz gibt, rund 5 Mio. Fr. oder umgerechnet 250'000 Fr. pro Wolf und Jahr. Zu diesen Zahlen ist zudem zu bemerken, dass der Schutz der Herden unzureichend ist und eigentlich weiter ausgebaut werden müsste, erst recht, wenn der Wolf sich weiter ausbreitet.» Nicht in allen Kantonen werden die enormen Zusatzkosten der Jagdinspektorate ausgewiesen. Der Kanton Graubünden hatte allein im Jahr 2013 71`000.- Fr. Mehraufwand.

Bruxelles, den 13.02.2015 - Copa-Cogeca zieht sich aus EU-Plattform zurück – Kommission ignoriert Bedenken der Landwirte hinsichtlich Angriffen großer Beutegreifer wie Wölfe auf Viehzuchtbetriebe

Copa-Cogeca zog sich heute aus der EU-Plattform zurück, in deren Rahmen Lösungen für die sich aus den Angriffen von großen Beutegreifern (Wölfe, Braunbären, eurasischer Luchs und Vielfraß) auf Betriebe der Viehzucht ergebenden Konflikte gefunden werden sollten, und warnte, dass die Bedenken der Landwirte ignoriert würden und deren Lebensgrundlage aufs Spiel gestellt werde. In Europa gibt es insgesamt 17.000 Bären, 12.000 Wölfe, 9.000 eurasische Luchse und 1.000 Vielfraße in ländlichen Gebieten, in denen die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit darstellt.

Der Generalsekretär von Copa-Cogeca, Pekka Pesonen, warnte: „Die Europäische Kommission schenkt den Bedenken der Landwirtschaft kein Gehör. Daher haben wir uns entschieden, uns aus der Plattform zurückzuziehen. Wir waren dieser Plattform zur Koexistenz von Menschen und großen Beutegreifern beigetreten, da wir daran glaubten, dass sie bei der Lösung der Probleme helfen könnte. Es wurden jedoch keine Lösungen gefunden. Die Plattform konzentriert sich auf gute Praktiken für den Schutz großer Beutegreifer und ist nicht darauf ausgelegt, Lösungen für eine Verbesserung der Situation der lokalen Landbevölkerung zu finden. Das ist nicht hinnehmbar. Die Zahl der Angriffe auf Viehzuchtbetriebe nimmt zu, insbesondere in Ländern wie Frankreich, Finnland und Schweden, was zu deutlichen Einbußen bei Produktion und Einkommen führt und somit die Lebensgrundlage der Landwirte gefährdet.“

Er fuhr fort: „Der starke Schutz dieser Arten beginnt, eine Gefahr für Grünland mit großer biologischer Vielfalt darzustellen, das durch Beweidung erhalten wird und von dem viele andere geschützte Arten abhängig sind. Die Umsetzung der EU-Habitatrichtlinie wird zu einem Hindernis wenn es darum geht, Konflikte, die sich aus der Präsenz großer Beutegreifer ergeben, zu lösen. Wenn man sich ansieht, wie die EU-Habitatrichtlinie sich entwickeln kann, ist es essenziell, das dynamische Wachstum großer Beutegreifer in vielen Regionen der EU zu berücksichtigen. Sich allein auf Schutzmaßnahmen zu konzentrieren ist keine Option mehr. Es müssen Lösungen gefunden werden.“

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