Bruxelles, den 13.02.2015 - Copa-Cogeca zieht sich aus EU-Plattform zurück – Kommission ignoriert Bedenken der Landwirte hinsichtlich Angriffen großer Beutegreifer wie Wölfe auf Viehzuchtbetriebe

Copa-Cogeca zog sich heute aus der EU-Plattform zurück, in deren Rahmen Lösungen für die sich aus den Angriffen von großen Beutegreifern (Wölfe, Braunbären, eurasischer Luchs und Vielfraß) auf Betriebe der Viehzucht ergebenden Konflikte gefunden werden sollten, und warnte, dass die Bedenken der Landwirte ignoriert würden und deren Lebensgrundlage aufs Spiel gestellt werde. In Europa gibt es insgesamt 17.000 Bären, 12.000 Wölfe, 9.000 eurasische Luchse und 1.000 Vielfraße in ländlichen Gebieten, in denen die Landwirtschaft die wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit darstellt.

Der Generalsekretär von Copa-Cogeca, Pekka Pesonen, warnte: „Die Europäische Kommission schenkt den Bedenken der Landwirtschaft kein Gehör. Daher haben wir uns entschieden, uns aus der Plattform zurückzuziehen. Wir waren dieser Plattform zur Koexistenz von Menschen und großen Beutegreifern beigetreten, da wir daran glaubten, dass sie bei der Lösung der Probleme helfen könnte. Es wurden jedoch keine Lösungen gefunden. Die Plattform konzentriert sich auf gute Praktiken für den Schutz großer Beutegreifer und ist nicht darauf ausgelegt, Lösungen für eine Verbesserung der Situation der lokalen Landbevölkerung zu finden. Das ist nicht hinnehmbar. Die Zahl der Angriffe auf Viehzuchtbetriebe nimmt zu, insbesondere in Ländern wie Frankreich, Finnland und Schweden, was zu deutlichen Einbußen bei Produktion und Einkommen führt und somit die Lebensgrundlage der Landwirte gefährdet.“

Er fuhr fort: „Der starke Schutz dieser Arten beginnt, eine Gefahr für Grünland mit großer biologischer Vielfalt darzustellen, das durch Beweidung erhalten wird und von dem viele andere geschützte Arten abhängig sind. Die Umsetzung der EU-Habitatrichtlinie wird zu einem Hindernis wenn es darum geht, Konflikte, die sich aus der Präsenz großer Beutegreifer ergeben, zu lösen. Wenn man sich ansieht, wie die EU-Habitatrichtlinie sich entwickeln kann, ist es essenziell, das dynamische Wachstum großer Beutegreifer in vielen Regionen der EU zu berücksichtigen. Sich allein auf Schutzmaßnahmen zu konzentrieren ist keine Option mehr. Es müssen Lösungen gefunden werden.“

In der letzten Zeit las man wenig über den Wolf in den Medien Der Schein trügt und ist von laufenden Wolfsrissen überschattet.

Leserbrief von Hermi Plump, Tamins

Tamins, 11.02.2015 - Ein sehr gefährliches Phänomen hat sich eingeschlichen. Ich erfahre fast täglich von Wolfsrissen und erschreckten Wanderern und Spaziergängern im Bündner Rheintal. In Trin konnten die Passagiere aus dem Postauto die Wölfe beobachten. Wenn ich die Leute darauf anspreche, wollen Sie aus Angst vor der der fanatischen Wolfslobby die Erlebnisse nicht öffentlich verbreiten.

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Jungwölfe am Calanda, 20-10-2012, Foto Mirjam Durisch

Das die Referenten in Vättis unter Polizeischutz an der Orientierung teilnehmen mussten, war für mich wie ein Schock in der "freien" Schweiz. Dass jetzt aber die sonst schon benachteiligte Bergbevölkerung von solchen Kreisen bedroht wird, ist höchst beängstigend. Der Wolf treibt frisch fröhlich seine Raubzüge im Bündner Rheintal und fühlt sich immer sicherer. Bereits belagern die Wölfe schon die Bauernhöfe in Dorfnähe am hellichten Tag und versetzen ganze Volksgruppen in Panik. Das AJF ist über die Vorfälle bestens informiert und verschweigt alles.

Wenn etwas berichtet wird, dann wird die Bevölkerung mit fadenscheinigen Aussagen angelogen. Inzwischen schleichen die Wölfe um die Ställe und Pferdekoppeln sowie Schafgehege. Ihre Anwesenheit strahlt ein grosses Unbehagen aus und die Betroffenen fühlen sich hilflos und von den Verantwortlichen im Stich gelassen. Es bringt auch nichts, wenn die Jagdaufseher Tag und Nacht ihre Kontrollfahrten machen. Können mir die Verantwortliche sagen, was der Sender bei einem Wolf soll. Er braucht Nahrung und holt seine Beute, Sender hin oder her.

Immer wieder schreibt das AJF wie intelligent und schlau die Wölfe sind. Also was soll das Katz und Maus -Spiel. Die Hofbesitzer fangen an ihre Liegenschaft zu verbarrikadieren und lassen zur Abschreckung die ganze Nacht Licht in den Ställen brennen. Die Wölfe versetzen die Tiere in eine dauernde Unruhe und die Milchwirtschaftbetriebe spüren bereits einen Rückgang der Milch bei den Kühen. Das AJF weiss nichts anderes, als den Landwirten zu raten, ihre Hofhunde über Nacht einzuschliessen, da diese besonders gefährdet sind. Müssen wirklich Übergriffe auf Nutztiere und Bevölkerung passieren, bis die Verantwortlichen und Politik endlich handelt.

Dieses Jahr sind Wahlen. Wahltag ist Zahltag !

Die SAB ist ein Verein, der sich für die Interessen der Berggebiete einsetzt. Dabei engagiert sich die SAB auch auf politischer Ebene, mit dem Ziel, den Bergregionen eine nachhaltige Entwicklung zu sichern. Bezüglich der Wiederansiedlung des Wolfes in der Schweiz hat sie in einem Positionspapier eine klare Stellung genommen.

 Wolf

Bern, den 21.02.2014 - Zusammenfassung

Die Debatte um den Wolf wird in der Schweiz wie in anderen Ländern sehr emotional geführt. Davon betroffen sind in erster Linie die Berggebiete. Die Meinungen sind sehr rasch gemacht, man ist entweder für oder gegen den Wolf. Dabei verhält es sich wie in den Märchengeschichten: hinter einer

Geschichte verbirgt sich ein viel grösserer Zusammenhang. Beim Wolf geht es letztlich um den Stellenwert und die Funktion der Berggebiete. Wer den Wolf befürwortet verbindet damit in der Regel die Sehnsucht nach unberührter Wildnis. Die Bergbevölkerung hingegen sieht die Berggebiete als Lebens- und Wirtschaftsraum und will kein Naturreservat sein.

Der Wolf ist mit den heutigen Bewirtschaftungsformen der Berglandwirtschaft und Alpwirtschaft nicht kompatibel. Flächendeckende Schutzmassnahmen sind insbesondere in der Alpwirtschaft unter den schwierigen topographischen Verhältnissen im Gebirge nicht realistisch. Unter Wolfsrissen leidet die Landwirtschaft.

Das führt im Extremfall dazu, dass Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden. Damit wird auch dem Tourismus seine wichtigste Ressource, die gepflegte Kulturlandschaft entzogen. Für den Tourismus nachteilig ist aber auch der Einsatz von Herdenschutzhunden, welcher oft zu Konflikten mit Wanderern führt. Zudem sind die teils sehr polemisch geführten Diskussionen um Risse von Nutztieren und Wolfsabschüsse nachteilig für das Image der betroffenen Kantone.

Die SAB vertritt mit Nachdruck die Position, dass die Berggebiete in erster Linie der Lebens- und Arbeitsraum für die hier ansässige Bevölkerung sind. Der Wolf führt dabei nur zu Problemen. Der vom eidgenössischen Parlament gefällte Beschluss mit der Motion Fournier ist deshalb konsequent weiter zu verfolgen. Die Schweiz muss aus der Berner Konvention austreten und bei einem späteren Wiederbeitritt einen Vorbehalt bezüglich Wolf anbringen. Die schweizerische Gesetzgebung muss so angepasst werden,

dass der Wolf bejagdbar wird und die Kantone selber entscheiden können, wie sie den Wolfsbestand regulieren wollen.

Lade das Positionspapier herunter (PDF-Format)

 

 

Buchen, 30.01.2015 - Im P&H vom 21. Januar 2015 propagiert Pro Natura Freiheit für die Wölfe. Mein Leserbrief soll ein Zeichen für die Freiheit der Menschen und seiner Nutztiere setzen.

Von: Rico Calcagnini, Buchen

Im P&H vom 21. Januar 2015 propagiert Pro Natura Freiheit für die Wölfe. Mein Leserbrief soll ein Zeichen für die Freiheit der Menschen und seiner Nutztiere setzen. Nachdem das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Juni letzten Jahres ein sich inzwischen als nutzlos erwiesenes 20-seitiges Wolfskonzept in die Vernehmlassung gegeben hatte, erlaubt nun dasselbe Amt mit der Revision des Jagdgesetzes den Abschuss einzelner Wölfe unter bestimmten Bedingungen.

Wolfsrudel Calanda

Diese Verordnung bringt zwar minimale Verbesserungen, aber die Hauptzielrichtungen der Berner Konvention, nämlich den strengen Schutz des Wolfes zu garantieren und eine lebensfähige Wolfspopulation sicherzustellen, bleiben unangefochten. Bezüglich des vielgepriesenen Herdenschutzes erlebten wir schon öfter, dass die Raubtiere sich schnell anpassen und sich ihre Beute trotz der Massnahmen holen. Im letzten Frühling durchbrach der Wolf in Maienfeld den Elektrozaun und richtete ein Gemetzel unter den Schafen an.

Im Sommer tötete der Bär M25 im Puschlav zwei Esel und verletzte einen dritten im durch einen dreifachen Elektrodraht gesicherten Gehege. Leider hat der Bundesrat einen wichtigen Lösungsansatz des Problems in die Schublade versenkt: Die Motion Furnier, die 2010 vom Stände- und Nationalrat überwiesen wurde und die Kündigung der Berner Konvention verlangte, mit der Möglichkeit wiedereinzutreten mit einem Wolfschutz-Vorbehalt, wie es beispielsweise Spanien, die Slowakei und andere osteuropäischen Länder kennen.

Es wäre an der Zeit, dass der Bundesrat den Auftrag des Parlamentes umsetzt, wenn wir nicht Zustände wie beispielsweise in Italien wollen, wo in Lessinien, einem Voralpengebiet nördlich von Verona, diesen Sommer 37 Tiere, davon 28 Rinder, von einem Wolfsrudel getötet und etwa 50 verletzt wurden. Die heutige Situation ist nicht vergleichbar mit früheren Zeiten, als der Wolf sich vor den Menschen in Acht nehmen musste und seine Beute vorwiegend aus wilden Tieren bestand. Heute bewirkt der strenge Schutz der Raubtiere, dass der Mensch für sie keine Bedrohung mehr darstellt, was ihre unkontrollierte Vermehrung begünstigt: eine absolut unerträgliche und unnatürliche Situation!

Rechtsprofessor Dr. Rainer Schumacher fährt in seiner Analyse der bundesrätlichen Kommunikation in der Fragestunde vom 1. Dezember 2014 zum Thema "legaler Wolfabschuss" mit grobem Geschütz auf.

Der Bundesrat habe hier versucht, die Tragweite von Art. 17 des StGB bezüglich einer straflosen Notstandshandlung trotz fehlender behördlicher Bewilligung kleinzureden. Für Schumacher ist klar, dass sich der Bundesrat in seiner Argumentation auf die Handschrift von Dr. Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), verlässt, dem er vorwirft, der Schweiz die Grossraubtiere Wolf und Bär aufnötigen zu wollen.

Der Bundesrat sei intern vom BAFU falsch informiert worden, sagt Schumacher. Und so habe der Bundesrat das Parlament und damit die gesamte schweizerische Bevölkerung inkorrekt und unfair informiert. Konsequenzen gefordert Das müsse Konsequenzen haben, indem sich der Bundesrat von Schnidrig trenne.

Das Parlament habe zudem, die KORA, die Schumacher als getarnte Aussenstelle des BAFU bezeichnet, von den Steuergeldern abzuhängen - und endlich «den längst beschlossenen Austritt aus der Berner Konvention zu erklären».

Die Hintergründe, die Schumacher zu dieser Haltung führten, lassen sich im Walliser Boten vom 8. Januar 2015 nachlesen.

Quelle: Walliser Bote / tr

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