Rechtsprofessor Dr. Rainer Schumacher fährt in seiner Analyse der bundesrätlichen Kommunikation in der Fragestunde vom 1. Dezember 2014 zum Thema "legaler Wolfabschuss" mit grobem Geschütz auf.

Der Bundesrat habe hier versucht, die Tragweite von Art. 17 des StGB bezüglich einer straflosen Notstandshandlung trotz fehlender behördlicher Bewilligung kleinzureden. Für Schumacher ist klar, dass sich der Bundesrat in seiner Argumentation auf die Handschrift von Dr. Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), verlässt, dem er vorwirft, der Schweiz die Grossraubtiere Wolf und Bär aufnötigen zu wollen.

Der Bundesrat sei intern vom BAFU falsch informiert worden, sagt Schumacher. Und so habe der Bundesrat das Parlament und damit die gesamte schweizerische Bevölkerung inkorrekt und unfair informiert. Konsequenzen gefordert Das müsse Konsequenzen haben, indem sich der Bundesrat von Schnidrig trenne.

Das Parlament habe zudem, die KORA, die Schumacher als getarnte Aussenstelle des BAFU bezeichnet, von den Steuergeldern abzuhängen - und endlich «den längst beschlossenen Austritt aus der Berner Konvention zu erklären».

Die Hintergründe, die Schumacher zu dieser Haltung führten, lassen sich im Walliser Boten vom 8. Januar 2015 nachlesen.

Quelle: Walliser Bote / tr

Haldenstein, den 4. Dezember 2014 um 08:30 Uhr - Die Wildtiere und damit die Raubtiere kommen wieder in die Nähe der Siedlungen.

Text und Foto: Roman Bundi, Haldenstein

Diese Hirschkuh wurde von einem Rudel Wölfe gejagt und gerissen.

Wolfsriss

Nach Todesangst verendete sie qualvoll. Eingeweide und Mageninhalt lagen etwa 20 m vom Rest  auf der Weide. Aber nach Miryam Balmer von Pro Natura ist die Jagdethik des Wolfes höher anzusiedeln als die des Jägers (Sendung Forum DRS 1 vom vergangenen September).

Vier Stunden später war von den Überresten nichts mehr zu sehen, die Wildhut hatte sie entfernt und versteckt. Will man der Bevölkerung vorenthalten, was die Wölfe alles anrichten?

 

 

Armut in der reichen Schweiz: Was es hier eigentlich nicht geben sollte, verbirgt sich in Statistiken. Jede 13. Person in der Schweiz ist arm, lebt also unter der Armutsgrenze. Das sind rund 590 000 Menschen. Weitere 1,9 Millionen sind armutsgefährdet. Sie erhalten einen Lohn unter dem Schweizer Existenz­minimum. Dies teilt das Bundesamt für Statistik in seiner  Studie «Armut in der Schweiz» vom Juli 2014 mit.

In der Zwischenzeit verbratet das Bundesamt für Natur und Umwelt (BAFU) und nicht regierende Organisationen Millionen von öffentlichen Geldern für die Wiedereinführung von Wölfe und Bären in der Schweiz. Ein einziger Wolf kostete  im Jahr 2009 etwa 80'000 CHF gemäss Recherchen des Tagesanzeigers (http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Was-der-Wolf-die-Schweiz-kostet/story/23065698). Heute sind die Kosten wahrscheinlich viel höher.

Die Präsenz von fünf Wölfen verursachte allein beim Kanton Wallis im  Jahr 2013 Aufwände in der Höhe von rund 250 000 Franken.

Diese Zahl geht aus einem Antwortschreiben hervor, das Staatsrat Jacques Melly vor Kurzem SVPO-Präsident und Grosstat Franz Ruppen auf eine schriftliche Anfrage hin zukommen liess. Ruppen wollte wissen, wie viel Geld die Wolfspräsenz den Kantonim Jahr 2013 kostete. Die Kostenzusammenstellung umfasst alle im Zusammenhang mit der Präsenz von fünf Wölfen stehenden Tätigkeiten, die im Jahr 2013 bei kantonalen Dienststellne anfielen. Diese wurden im Rahmen der kantons- und Bundesgesetzgebung von Angestellten des Kantons ausgeführt.

120'000 Franken für 50 Tagen M13

Im Jahr 2013, für nicht einmal 50 Tage Aufenthalt des Bären M13 im Graubünden, musste allein der Kanton etwa 120'000 Franken aufwenden. (siehe Jahresbericht Bären im Kanton Graubünden). Nicht inbegriffen sind die Kosten der Gemeinden, des Bundes und der Privaten.

Am 19. Februar wird M13 in der Nähe des Weilers Miralago (Puschlav) von der Wildhut erlegt. Die Reaktion der Schweizer Medien auf diesen Abschuss ist einmal mehr enorm. Niemand regt sich für die Kosten auf.

 

Bern, 22.12.2014 - Unter bestimmten Voraussetzungen soll der Abschuss von Wölfen inskünftig erleichtert werden. Mit einer entsprechenden Anpassung der eidgenössischen Jagdverordnung will der Bund den Anliegen und Bedenken von Landwirtschaft, Jägern und Bergbevölkerung Rechnung tragen.

Die Rückkehr von Wolf, Luchs und anderen Grossraubtieren löst in der Schweiz seit Jahren kontroverse Reaktionen aus. Mit der wachsenden Zahl von Wölfen und aufgrund der Rudelbildung hat sich die Situation verändert. Vor allem die Landwirtschaft, die Jäger und die Bergbevölkerung haben Bedenken. Um ihnen Rechnung zu tragen, will der Bund unter bestimmten Voraussetzungen einen erleichterten Abschuss von Wölfen ermöglichen.

lupi

Wenn Jungtiere wiederholt innerhalb von Siedlungen sich aufhalten, können abgeschossen werden

Das Bundesamt für Umwelt BAFU wird im Auftrag von Bundesrätin Doris Leuthard eine entsprechende Revision der eidgenössischen Jagdverordnung vorbereiten. Neu soll auch der Abschuss von Jungwölfen in Gebieten mit Wolfsrudeln möglich werden, wenn sich die Jungtiere wiederholt innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Siedlungen aufhalten und zu wenig Scheu zeigen vor menschlichen Siedlungen. Wölfe bleiben aber weiterhin geschützte Tiere.

Zudem gibt das BAFU ein Projekt in Auftrag, in dem das Verhalten der Jungwölfe des Rudels am Calanda (GR) untersucht wird. Die Überarbeitung der technischen Richtlinien des Bundes zum Umgang mit dem Wolf - das so genannte Wolfkonzept - ist damit hinfällig. Gültig bleibt das Wolfskonzept von 2008. Die Revision des Luchskonzepts dagegen wird wie geplant fortgeführt.

Das BAFU hatte diesen Sommer eine Konsultation zu den überarbeiteten Konzepten Wolf Schweiz und Luchs Schweiz durchgeführt. Nun liegt der Auswertungsbericht zu den insgesamt 178 Stellungnahmen vor. Vorgesehen ist, dass die angepasste Jagdverordnung im ersten Quartal 2015 in die Anhörung geschickt wird. Die geänderte Verordnung könnte frühestens auf den 1. Juni 2015 in Kraft treten.

Das 2013 publizierte Manifest der IUCN/SSC über das Einbürgern von Raubtieren in die Kulturlandschaften Europas, enthält eine realitätsfremde, von Erfahrung und Wissenschaft nicht haltbare Politik. Sie ist Schaden stiftend und mit Ethik und Inspiration nicht vereinbar. Es wäre besser, auf internationaler Ebene das Ziel anzustreben, für Großraubtiere menschenfreie großräumige Reservate anzulegen. Nur dies gibt Großraubtieren eine Zukunft.

von VALERIUS GEIST, Calgary/Kanada

Beitrag zur Forschung - 39

 

Vor mir liegt das 2013 verfasste Manifest der International Union for the Conservation of Nature (IUCN), Species Survival Commission (SSC), über die Hege von Raubtieren in Europa (European carnivore conservation) mit dem Ziel: „Das Erhalten und Restaurieren von lebensfähigen Beständen der Großraubtiere in ganz Europa als einen integralen Teil von Ökosystemen und Landschaften im Zusammenleben mit Menschen“ (To maintain and restore, in coexistence with people, viable populations of large carnivores as an integral part of ecosystems and landscapes across Europe).

Ich stelle hiermit die Frage, wie es zu so einem solchen, von Wissenschaft kaum berührtem, bravem aber recht weltfremdem Wunsch kam? Wie ist das obige Ziel mit Ethik oder Inspiration zu vereinen, wenn das Einbürgern von Großraubtieren in besiedelter Kulturlandschaft zu einem Instrument menschlichen Leidens wird, und, ironischer Weise, zum unabwendbaren Aussterben der eingebürgerten Art, so z. B. Wolf, führt?

Ich will an dieser Stelle in erster Linie auf Wölfe eingehen. Meine Kenntnisse von diesen beziehen sich erstens auf meine Jahre als Verhaltensforscher in kanadischer Wildnis, zweitens auf 20 Jahre des ländlichen Lebens auf der Vancouver Insel, Kanada, wo wir Erfahrungen sammelten, was es bedeutet, mit Wölfen, Schwarzbären und Silberlöwen als integralen Teil der Landschaft zu leben, drittens, weil ich auf die Bitte der Familie Carnegie, den Tod ihres Sohnes, Kenton, durch Wölfe untersuchte (GEIST 2008, 2009), und viertens, weil ich das Manuskript über Russische Wölfe von WILL GRAVES (2007), einem langjährigen Mitglied des Amerikanischen Diplomatenkorps in Moskau, überarbeitete und in Druck brachte. Dieses Buch, heute vergriffen, wurde kurz nach seinem Erscheinen ins Finnische übersetzt, und ist heute dort in zweiter Ausgabe erhältlich.

Weiter lesen in pdf-Format

 

Beitragsaufrufe
1128327

Aktuell sind 72 Gäste und keine Mitglieder online