Dies ist der Text der Initiative FÜR DEN SCHUTZ DER GROSSRAUBTIERE. Nach unserem Ermessen ein untreues und unglaubwürdiges Bild in allen wesentlichen Aspekten der Problematik

In der Schweiz gibt es rund 10'000 Schafhalter, die sich um ca. 420'000 Schafe kümmern.
250'000 davon und 20'000 Ziegen werden im Sommer in den Alpen gesömmert, weniger als die Hälfte davon behirtet. Sie teilen sich ihren Lebensraum mit etwa 100'000 Gämsen und Steinböcken.

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Pro Saison verunfallen im Schnitt 8000 - 12'000 Schafe in den Bergen (Studie WWF 1996) die meisten davon weil sie nicht von den Schafhaltern und Hirten beaufsichtigt werden. Sie sterben durch Krankheiten, Abgründe, Steinschlag, Zäune, Blitz, Hunderisse, Verletzungen usw. Der Wolf reisst in der Schweiz im langjährigen Schnitt rund 200 Schafe pro Jahr, ist also für über 98% aller verstorbenen Schafe in den Bergen nicht verantwortlich.
Die Schweiz hat heute schon eine der höchsten Wolfsabschussquoten Europas, sogar höher als in den meisten Ländern, in denen der Wolf jagdbar ist. Eine Abschussbewilligung für Wölfe wird laut Gesetz dann erteilt, wenn er, in einem Monat mindestens 25 Schafe reisst oder innert vier Monaten 35.
Es sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass hautpsächlich die "Nutztierhalter" die Eindringlinge in den Lebensraum der Wildtiere sind. Die Berge sind Wildnis und nicht nur Wohlfühloasen, wo gewisse Tierhalter ihre "geliebten" Tiere schutzlos parkieren, um sie im Herbst dem Metzger bringen zu können. Der Staat sollte die Bauern und Schafhalter zwingen, ihre Tiere besser zu schützen. Sie bringen ihr Vieh in den traditionellen Lebensraum der Wildtiere, also müssen sie es auch vor den Wildtieren schützen, die in der Wildnis den Vortritt haben. Wenigstens diesen beschränkten Lebensraum muss man den Wildtieren zugestehen!
Luchs und Wolf liegen der Schweizer Bevölkerung am Herzen. Eine Mehrheit der Befragten einer Umfrage von Pro Natura (2009) spricht sich dagegen aus, dass die Raubtiere abgeschossen werden, damit Wild- und Fischbestände für Jäger und Fischer erhalten bleiben. 72 Prozent lehnen es etwa ab, dass Luchse oder Wölfe abgeschossen werden, damit der Reh- und Gemsen-Bestand für die Jagd konstant bleibt. Ebenso sind 69 Prozent gegen die Jagd auf fischfressende Vögel, um den Ertrag der Fischer zu sichern.
Um einmal die Verhältnisse ins richtige Licht zu rücken: Laut Statistik tötet jede Schweizerin und jeder Schweizer während seiner Lebenserwartung mehr als 1150 Tiere, unter anderem 8 Kühe, 33 Schweine, 25 Hase, 300 Fische, 520 Hühner usw für den Fleischkonsum. Die lieben Tiere die zusätzlich für Eier und Milchprodukte ihr Leben lassen müssen, sind dabei noch nicht eingerechnet! Die Beutegreifer machen nur das, was sie natürlicherweise zum Überleben machen.
Die Schafzüchter waren unzufrieden: Sie forderten eine noch freiere Abschussregelung. Natürlich sind es auch die Jäger, welche Stimmung gemacht haben.
Die grosse Mehrheit der Jäger betrachtet wildlebende Raubtiere als ihre grössten Konkurrenten bei der Jagd auf Beutetiere. Unter anderem deshalb greifen sie durch die Fütterung bestimmter Beutetierarten wie Hirsche und Rehe im Winter sowie durch die Pflege kranker, schwacher oder alter Exemplare künstlich in den Ablauf der Natur ein, nur um in der folgenden Jagdsaison eine grössere Auswahl zu haben.
Nach allgemeiner Rechtsauffassung ist dabei ein Wildtier, welches noch frei lebt und nicht rechtmässig behändigt wurde, als “herrenloses Gut“ (res nullius) zu behandeln. Weil nun der Jäger keinen Besitzanspruch an das frei lebende Wildtier hat, kommt ihm auch keine Stellung als Geschädigter zu. Deshalb gibt es für den einzelnen Jäger keine möglichen, vermögensrechtlichen Einbussen, welche als Wildschaden zu interpretieren wären.
Beutegreifer haben als Spitzenprädatoren in Ökosystemen eine überragende Bedeutung und deren Beeinflussung der Lebensgemeinschaft kann im Sinne einer Wirkungskaskade bis hinunter auf die Vegetation nachgewiesen werden, so z.B. im System „Grossraubtier-Schalenwild-Wald“: Grossraubtiere ernähren sich hauptsächlich von Schalenwild, letzteres ernährt sich von Vegetation worunter auch junge Waldbäume zählen. Hohe Bestände von wildlebenden Huftieren führen nun vielerorts dazu, dass sich der Wald schlecht verjüngt, indem das Wild Jungbäume frisst, schält oder anderweitig schädigt. Dadurch kann insbesondere die Stabilität der Schutzwälder langfristig gefährdet werden. Für die natürliche Waldverjüngung sind niedrige und gutverteilte Schalenwildbestände ein grosser Vorteil. Indem Grossraubtiere nun den Bestand dieser Huftiere senken und deren Verteilung beeinflussen, haben sie eine positive, ökologische Wirkung auf den Wald und dessen natürliche Verjüngung. Es darf keinesfalls vergessen gehen, dass nebst dem „Grossraubtier-Schalenwild-Konflikt“ ebenso ein „Schalenwild-Wald-Konflikt“ bestehen kann, wobei letzterer wesentlich häufiger ist. Wenn somit Grossraubtiere ihre Lebensgemeinschaft so gestalten, dass ein naturnahes Wald-Wild-Gleichgewicht entsteht, dann darf deren Beeinflussung eines Beutetierbestandes keinesfalls als Schaden ausgelegt werden, welcher eine Regulation der geschützten Tiere rechtfertigt. Grossraubtiere helfen nämlich so auch mit, hohe Aufwendungen zur Wildschadenverhütung einzusparen. Solange also hohe Wildschäden an der Waldverjüngung vorhanden sind, welche ansonsten mit Geldern der öffentlichen Hand verhindert werden müssen, macht eine Zustimmung zu einer weiteren Grossraubtierregulation keinen Sinn, wie es die Jäger mit der Berner Konvention planen.
Wird die Änderung (Artikel 22) von der Konvention angenommen, muss der Bundesrat einen Vorbehalt anbringen, wonach der Wolf in der Schweiz gejagt werden darf, wie dies die vom Parlament befürwortete Motion des Jägers Fournier fordert. Für den Fall, dass die Änderung abgelehnt wird, verlangt die Motion vom Bundesrat, die Konvention zu kündigen und bei einem erneuten Beitritt zweckmässige Vorbehalte zu formulieren.
Die Eidgenössische Volksinitiative "Für den Schutz der Grossraubtiere (Bär, Wolf und Luchs) zielt darauf ab, dass die Bundesverfassung geändert wird. Sie verlangt, dass Grossraubtiere Bär, Wolf und Luchs aufgrund ihrer biologischen und regulierenden Rolle auf dem gesamten Gebiet der Schweiz geschützt werden und nicht getötet werden dürfen. Ausnahmsweise und nur als letzte Massnahme kann der Bund Vergrämungen mit Gummischrot und Umsiedlungenmassnahmen bewilligen.

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