Mit 62,67 Prozent Ja stimmt die Walliser Bevölkerung der Volksinitiative „Für einen Kanton Wallis ohne Grossraubtiere“ überraschend deutlich zu.

Im deutschsprachigen Oberwallis beträgt der Ja-Stimmen-Anteil gar 80,84 Prozent, darunter 12 Gemeinden, die mit über 90 Prozent zugestimmt haben.

Das Stimmvolk hiess die von einem Dutzend Oberwallisern und mehreren CVP- und CSP-Politikern lancierte Verfassungsinitiative mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 62,67 Prozent (87’088 zu 51’875 Stimmen) gut. Die Abstimmung mobilisierte einen grossen Teil der Bevölkerung: die Stimmbeteiligung lag bei hohen 65,22 Prozent. Die grösste Stadt des Wallis, die Kantonshauptstadt Sitten, hat der Initiative mit 50,27 Prozent Ja zugestimmt.

Demnach muss der Kanton Wallis nun, wie knapp zwei Jahre davor schon der Kanton Uri, Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren, namentlich Wolf, Luchs, Bär und Goldschakal, und zur Beschränkung und Regulierung des Bestands erlassen. Die Förderung des Grossraubtierbestands soll verboten werden.

Der Staatsrat des Kantons Wallis hat den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern im Vorfeld der Abstimmung empfohlen, die Initiative anzunehmen, um die steigende Besorgnis der Walliser Bevölkerung über die Zunahme der Grossraubtiere zum Ausdruck zu bringen.

Die Walliser Landwirtschaftskammer (WLK) begrüsst die deutliche Annahme der Initiative und sieht sie als «ein Zeichen dafür, dass die Walliser Bevölkerung die unkontrollierte Entwicklung der Wölfe nicht mehr erträgt.» Die Initiative soll als klare Botschaft an die Bundesbehörden verstanden und als Legitimation für Walliser Parlamentarier, Druck auf Bundesbern auszuüben, «damit rasch Regulierungsmassnahmen ergriffen werden.»

 

Arosa 10.08.2021 - Der 6 Meter lange Banner den wir am 6. August für die Teilnehmer der Veranstaltung über den Wolf vom 10. August kurz vor Arosa montiert haben, ist am Morgen des gleichen Tages gestohlen worden.

Spurlos verschwunden! Die Autoren sind hinterhältiger als der Wolf selbst. Der Verein hat bei der Kantonspolizei Anklage erstattet, aber die Wahrscheinlichkeit die Täter zu finden sind sehr klein! Wer weitere Informationen hat kann am unseren Presidenten Rico Calcagnini telefonieren: tel.:079 79 37 891 oppure email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Eidg. Dep. für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)
Bundesrätin Simonetta Sommaruga
Bundeshaus Nord
CH-3003 Bern

Bern, 6. Juli 2021

Sehr geehrte Frau Bundesrätin,

Die Vertreterinnen und Vertreter der Bergkantone fordern Sie als Vorsteherin des zuständigen Bundesamtes für Umwelt (BAFU) mit aller Dringlichkeit auf, rasch Massnahmen gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes zu ergreifen. Die Lage in den betroffenen Regionen droht vollends ausser Kontrolle zu geraten. Im Kanton Graubünden und in weiteren Kantonen herrschen Zustände, vor denen wir seit Jahren warnen und nun trauriger Alltag sind:

  • Stark ansteigende tödliche Angriffe auf geschützte Schafherden und notfallmässige Abalpungen bereits anfangs der Weidesaison, wie jüngst in den Regionen Klosters oder im Goms.
  • Angriffe auf Kuhherden, die zu Panik und Abstürzen führen.
  •  Mögliche Begegnungen mit dem Wolf zu jeder Tages- und Nachtzeit.
  •  Umherstreifende Wolfrudel in und um Dörfer, ohne Scheu vor dem Menschen und seiner Habe.
  •  Rindviehhaltung in artgerechten Laufhöfen ist kaum mehr sicher zu betreiben.
  • Der Herdenschutzaufwand steigt unaufhörlich. Die Schäden nehmen auch auf geschützten Wiesen und Alpen weiter zu.
  • Alpine Tourismusregionen werden für den Menschen unsicher


Es besteht dringender Handlungs- und Klärungsbedarf in zahlreichen Punkten, welche im Rahmen der vergangenen Verordnungsanpassung nicht behandelt worden sind, so in den Bereichen

  • Schutz und Sicherheit der Bevölkerung,
  • Schaffung von Vorranggebiete für Nutz- und Wildtiere,
  • Präventive Regulation der Wolfspopulation,
  • saubere Definition von schützbaren und nicht schützbaren Weidegebieten mit der Validierung der kantonalen Alpplanungen durch das BAFU,
  • vollständige Abgeltung von Herdenschutzmassnahmen und Auszahlung der Sömmerungsbeiträgen trotz vorzeitiger Abalpung nach Wolfsangriffen,
  • Unterstützung der Tourismusregionen zum Schutz der Gäste und Sicherung der Wanderwege.
  • Durchsetzung des Schweizer Antrags zur Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs in der Berner Konvention.


Wie der Bundesrat in seinen Antworten auf die Vorstösse aus dem Parlament darlegte, wird im Herbst 2022 eine Grundlagenstudie der Agroscope erwartet, die den notwendigen Handlungsbedarf bezeichnen und Massnahmen vorschlagen wird. Im Herbst 2023 wird der Bundesrat dann einen dazugehörigen Bericht publizieren. Angesichts des dringenden Handlungsbedarfs fühlt sich die betroffene Bevölkerung mit der Aussicht auf einen Bericht in zwei Jahre alleine gelassen und nicht ernst genommen. Es braucht jetzt praxisorientierte Lösungsansätze, die beispielsweise im Rahmen von geografisch und zeitlich begrenzten Pilotprojekten erprobt werden können. Die Ergebnisse der Pilote schaffen die nötigen Grundlagen für schweizweit wirkungsvolle Massnahmen.


Ohne die Möglichkeit und die Perspektive den weiter massiv zunehmenden Wolfsangriffen etwas entgegen zu setzen, werden die betroffenen Berggebiete in kurzer Zeit ausbluten. Die Offenhaltung und Pflege der artenreichen Bergweiden sind in Gefahr. Es drohen die Verbuschung ganzer Talschaften und der einhergehende Verlust der Biodiversität.
Wir möchten deshalb mit Ihnen Frau Bundesrätin möglichst rasch in einen Dialog treten und Ihnen unsere Anliegen aus erster Hand darlegen. Ferner würde es uns freuen, Ihnen mögliche Handlungsoptionen aufzuzeigen, welche die Alp- und Weidewirtschaft im Umgang mit dem Wolf unterstützen könnten. Wir freuen uns auf eine Einladung.


Freundlichen Grüssen


NR Monika Rüegger Co-Präsidentin IG -Sicherheit

Georges Schnydrig und Germano Mattei Co-Präsidenten VSLvGRT

 

Traktandenliste:

  • 1. Begrüssung
  • 2. Wahl des Stimmenzählers
  • 3. Annahme der Traktandenliste
  • 4. Annahme des Protokolls der GV vom 21. Februar 2020
  • 5. Bericht des Präsidenten
  • 6. Kassenbericht
  • 7. Revisorenbericht
  • 8. Rücktritte/Wahlen
  • 9. Budget 2021
  • 10. Neue Positionierung / Namensänderung
  • 11. Statutenrevision
  • 12. Festsetzung des Jahresbeitrages 2022
  • 13. Vorgesehene Aktivitäten 2021 - 2022
  • 14. Diverses
  • 15. Referate zu aktuellen Themen in Bezug auf Grossraubtiere

1. Begrüssung

Um 19.30 Uhr begrüsst der Präsident Rico Calcagnini die Anwesenden, die heute in der Arena Cazis an der Generalversammlung unseres Vereins teilnehmen.

2. Wahl des Stimmenzählers

Als Stimmenzähler wurde einstimmig Werner Wyss gewählt.

3. Annahme der Traktandenliste

Wird einstimmig angenommen

4. Annahme des Protokolls der 8. GV vom 21.2.2020

Das Protokoll der GV vom 21.2.2020 in Sfazù wird einstimmig genehmigt, mit einem Dank dem Protokollführer.

5. Bericht des Präsidenten

Der Bericht war der Einladung zur GV 2021 beigelegt worden und wird ausnahmslos angenommen.

6. Kassenbericht

Der Bericht wird der Versammlung vom Kassier Zeno Bontognali vorgestellt. Eine beträchtliche Summe von fast 7000 CHF wurde unserem Dachverband «Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere» überwiesen (15.- CHF für jedes Mitglied) und dient der Finanzierung der Geschäftsstelle in Bern. Ein herzlicher Dank an Zeno für die sorgfältige Kassenführung.

7. Revisorenbericht

In Abwesenheit der Revisoren wird der Bericht vom Mitglied Nadir Pedretti vorgelesen. Alle Belege sind i.O. Die Vereinsrechnung wird einstimmig angenommen.

8. Rücktritte/Wahlen

Es liegen keine Rücktritte vor. Die Versammlung wählt für die nächsten vier Jahre einstimmig Paola Bontognali, Zeno Bontognali (Kassier), Mario Costa (Aktuar), Livio Luigi Crameri, Hans Russi und Hans Wyss in den Vorstand. Ebenfalls einstimmig werden Otto Denoth als Vizepräsident, Rico Calcagnini als Präsident, sowie Edgardo Marchesi und Gildo Crameri als Revisoren gewählt.

9. Budget 2021

Das Budget 2021 beläuft sich im Rahmen der Rechnung 2020 und wird einstimmig übernommen.

10. Neue Positionierung / Namensänderung

Der Name des Vereins mit dem Wort «ohne» wird in verschiedenen Kreisen missbilligt. So heißt es zum Beispiel, dass der Verein die Grossraubtiere ausrotten will oder dass er sich ausserhalb der Legalität bewegt.

Darüber hinaus hat die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) aus taktischen Gründen der Geschäftsstelle unseres Dachvereins gekündigt. Diese wird jedoch derzeit vom gleichen Geschäftsleiter in privater Funktion weitergeführt.

Auf diese Weise wird die wertvolle Arbeit auf nationaler Ebene und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen die am Widerstand gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Großraubtieren teilnehmen sichergestellt.

Der Vorstand schlägt daher die folgende Namensänderung vor:

• Associazione grigionese per la protezione del territorio dai grandi predatori (AGPTdaiGP).

• Bündner Verein zum Schutz der ländlichen Lebensräume vor Grossraubtieren (BVSvorGRT)

• Associaziun grischuna per la protecziun dal territori cunter animals da rapina gronds (AGPTcunterARG).

Auch wenn die Namen etwas lang sind, ist die grosse Mehrheit der Mitglieder mit 2 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen damit einverstanden.

11. Statutenrevision

• Die Implementierung des neuen Namens in die Statuten wird von der grossen Mehrheit der Mitglieder mit 2 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen genehmigt (Art. 1 und Art. 18).

• Der Verzicht auf einen zweiten Vizepräsidenten wird einstimmig angenommen. (Art. 8).

12. Festsetzung des Jahresbeitrages 2022

Die Versammlung stimmt einstimmig für die Belassung der jährlichen Mitgliederbeiträge auf CHF 30.00 für Einzelmitglieder und CHF 100.00 für Kollektivmitglieder.

13. Vorgesehene Aktivitäten 2021 - 2022

Druck des überarbeiteten Prospektes mit dem neuen Namen und dessen Verbreitung, um neue Mitglieder zu gewinnen. Verschiedene Informationsveranstaltungen und Stellungnahmen zugunsten von bäuerlichen und touristischen Aktivitäten. Internationale Zusammenarbeit.

14. Diverses

• Immer mehr Tiere fallen Wolfsangriffen zum Opfer, doch die Berichterstattung in den Medien ist unzureichend und oft wenig objektiv. Ein großes Problem ist die einseitige Propaganda von Tier- und Naturschutzorganisationen (z.B. Pro Natura und WWF).

• Im Namen der Dachorganisation «Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere» wird Hermi Plump für seine treue Arbeit während vier Jahren im Berner Vorstand gedankt.

15. Referate zu aktuellen Themen

Da der vorgesehene Vortrag von Georges Stoffel im letzten Moment abgesagt werden musste, führte der Präsident der Bündner Bauern Thomas Roffler eine interessante Fragestunde im Dialog mit den Anwesenden durch und verdiente sich damit einen grossen Applaus und ein kleines Geschenk.

Zum Abschluss:

Ein Getränk und ein Nussgipfel wurden von unserem Verein offeriert. Der Präsident Rico Calcagnini bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen. Unser Präsident erhält noch ein Dankeschön für die tadellose Durchführung der Versammlung.

22.05 Ende der Sitzung

Für das Protokoll Mario Costa

Das Bündner Amt für Jagd und Fischerei AJF publizierte Ende März den Jahresbericht Wolf 2020; ausführlich und mit vielen interessanten Informationen wird über die laufende Wiederansiedlung dieser Raubtiere in Graubünden berichtet.


Besonders auffallend sind die Verdoppelung der Wolfpopulation auf geschätzte 50 Tiere im letzten Jahr und die katastrophale Zunahme der Nutztierrisse auf etwa 260: Erstmalig wurde ein erwachsener Esel und ein Kalb gerissen, sowie weitere neun Kälber vom Wolf angefressen. Diese Zahlen müssten die kantonalen und eidgenössischen Behörden in höchste Alarmbereitschaft versetzen. Angesagt wären unbürokratische Notmassnahmen, um diese unheilvolle Entwicklung zu stoppen.


Die «Vereinigung Lebensräume ohne Grossraubtiere GR» hatte mit der Unterstützung weiterer vier bäuerlicher Institutionen bereits im Mai 2019 mit einer Veranstaltung in der Arena Cazis vor einem Publikum von über 300 Personen vor einer solchen Entwicklung gewarnt und eine entsprechende Resolution zuhanden der Bundesrätin Simonetta Sommaruga und dem Direktor des Bundesamtes für Umwelt Marc Chardonnens mit den folgenden Forderungen verabschiedet:

  1. «Der in der Berner-Konvention formulierte «strenge Schutz» des Wolfes ist auf «geschützt» zu senken oder die Konvention ist allenfalls zu kündigen, wie es die Motion Fournier verlangt.
  2. Wir verlangen eine griffige Gesetzgebung zum Schutz von Tier und Mensch vor Grossraubtier-Angriffen. Das Risiko allfälliger Unfälle mit Menschen und die Qualen der gerissenen Tiere sind nicht länger hinzunehmen.
  3. Die Kompetenz zur Regulierung der Wolfspopulationen soll an die Kantone übergeben werden.
  4. Die Kommunikation der Ämter mit der betroffenen Bevölkerung und den Tierhaltern soll schnell und effizient erfolgen.
  5. Die Kosten eines effizienten Herdenschutzes sind vom Bund zu übernehmen.
  6. Die Zukunft der Biodiversität im Alpenraum muss sichergestellt und die Vergandung der Alpweiden verhindert werden.»
  7. Bisher unternahmen die zuständigen Behörden nichts wirklich Wirksames zur Entschärfung der Situation. Am 27. September 2020 lehnte das Stimmvolk das Jagdgesetz zwar mit 51,9% Neinstimmen knapp ab, aber der gesetzliche Spielraum wurde bis heute nicht ausgenutzt, um pragmatische Lösungen umzusetzen.
    Nun werden die Nutztiere bald auf Heimweiden, Maiensässe und später auf die Alpen gebracht und die Bauern werden wiederum in ständiger Angst vor einem Wolfangriff schlaflose Nächte verbringen.

Sie fragen sich bereits heute, wieviele Wölfe werden wir Ende Jahr haben? Wieviele unserer Tiere werden vom Wolf getötet, verletzt oder in Abgründe gejagt? Wieviele Wölfe werden in die Nähe von Siedlungen nach Nahrung suchen, ohne Angst vor den Menschen? Wieviel zusätzlicher Aufwand wird zu leisten sein? …
Die rasante Zunahme der Wölfe wird durch immer mehr verstörte Mutterkühe und aggressive Herdenschutzhunde ganze Regionen unsicher machen und sich somit negativ auf den Tourismus auswirken.


Und wenn im Bericht des AJF steht, dass «die rasche Bestandesentwicklung des Wolfs in unserer Kulturlandschaft aus Sicht der Artenvielfalt und Ökologie faszinierend ist», muss diese Aussage als kurzsichtig und zynisch bezeichnet werden: Wenn sich der Wolf mit dieser Geschwindigkeit weiter ausbreitet, werden immer weniger Weiden bewirtschaftet und weite Teile der Alpen werden verbuschen und verganden, mit einem immensen Schaden für die Biodiversität, die Berglandwirtschaft und für den Tourismus. Die Fauna wird zwar um eine Art reicher, aber die Bergbauern werden die Gebiete verlassen und die Bergflora wird verarmen.


Vereinigung Lebensräume ohne Grosssraubtiere/GR, Rico Calcagnini, Präsident

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