Die « Vereinigung für einen Lebensraum ohne Grossraubtiere» hält ein friedliches Miteinander von Mensch und Grossraubtieren für eine Lüge

«Weder Zyniker noch Extremisten» - Otmaro Beti, Präsident der Vereinigung

Vor zwei Jahren streifte der Bär M13 in Graubünden, vor allem im Puschlav herum, riss einige Tiere und wurde schliesslich als erschossen. Um das Ansiedeln weiterer Grossraubtiere zu verhindern, gründeten einige Puschlaver vor einem Jahr die «Vereinigung für Lebensräume ohne Grossraubtiere».

Der Landwirt Otmaro Beti präsidiert den über 350 Mitglieder zählenden Verein. Anlässlich einer Generalversammlung der Kleinviehsektion Surselva die kürzlich in Disentis stattfand, erläuterte er die Ziele des Vereins und stellte klar: «Wir sind weder Zyniker noch Extremisten, sondern ganz einfach Realisten“. Die Mitglieder sind Bauern, Jäger aber auch viele anderen Personen, die aus allen Regionen stammen. Um grösseren politischen Druck ausüben zu können, ist es ein Anliegen der Vereinigung, mehr Mitglieder zählen zu können. Ziel ist, die Alpenregionen weiterhin als Lebensräume für die Bevölkerung zu erhalten. «Wir möchten doch nicht in einem Naturreservat leben», so Beti, dem genügend Fakten vorliegen welche bezeugen würden, dass «ein friedliches Zusammenleben mit Grossraubtieren eine Lüge» sei.

Die Vereinigung unterstützt die Motion Fournier. Diese verlangt, dass die Berner Konvention gekündigt werden soll, uni dann neu verhandeln zu können. Betreffend Konzepten, Beschlüssen und Problemen sei mit Vertretern und Institutionen der betroffenen Bergregionen zu verhandeln und nicht «wie aktuell nur» mit dem Bund und den Umweltorganisationen. Die Vereinigung für Lebensräume ohne Grossraubtiere will die Zusammenarbeit mit Vertretern von gleich gesinnten Institutionen fördern.

«Die Ängste der Bevölkerung dürfen nicht bagatellisiert werden», so Beti. Er ist überzeugt, dass die Lebenskultur der Bergbevölkerung gefährdet ist. Es brauche viele Herdenschutzhunde und die Herden, respektive Maiensässe müssten eingezäunt werden. Allein im Puschlav gibt es über 1000 Maiensässe die dann zu «Festungen» würden. Für Wanderer, also auch für Touristen könne dies zum Problem werden. «Auch jagen, fischen, Pilze und Beeren sammeln mag nicht jeder, wenn er weiss, dass Raubtiere in der Nähe sind,» meint Beti.

SUSI ROTHMUND

BT Samstag 19. April 2014

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