Bündner Tagblatt 26. April 2014

LESERBRIEFE

Wolf-Lobby bröckelt

Endlich beginnen namhafte Politiker Rückgrat zu zeigen. In der Lokalzeitung «Ruinaulta» konnte ich mit Freude lesen, dass Regierungspräsident Mario Cavigelli und die übrigen Gesprächsteilnehmer der Meinung sind, dass der höchste Schutz für Wolf und Bär nicht angebracht ist und beide Grossraubtiere in der Surselva nicht willkommen sind. Grobes Geschütz fuhr der ehemalige Ständerat Theo Maissen auf und stahl den Kandidaten die Show. Zitat: Der Wolf ist ein Wohlstandsproblem. Jeder einzelne Wolf verursacht Kosten in der Höhe von 250 000 Franken, das ist absurd!

Weniger gut gefunden habe ich die Kurzreferate im Hotel «Mitgel in Savognin vom 15. April 2014. Der ganze Abend war einseitig pro Wolf ausgelegt, und die kritischen Votanten wurden so kurz wie möglich gehalten. Schockiert hat mich die Aussage von Ralf Manz, dass er keine Wolfangriffe auf Menschen kenne. Hier muss ich Herr Manz entgegnen, dass es sehr wohl Angriffe auf Menschen gibt. Besonders beliebt sind Kinder. Im Bundesstaat Utar Pradesch in Indien wurden in den letzten 20 Jahren 273 Kinder getötet. In Spanien endeten von 21 Attacken auf Kinder vier tödlich. In Münster, Bundesland Sachsen, verfolgten drei Wölfe einen Soldaten und liessen erst von ihm ab, als weitere Soldaten dazu kamen. Es gab Krisensitzungen ob man in den Wolfsgebieten die Soldaten mit scharfer Munition ausrüsten soll. In Anatolien begleiten Männer mit Kalaschnikows die Kinder in die Schule. Ihre Feinde sind keine fremden Truppen, sie begleiten nur die Kinder in die Schule. Prekär ist es im Winter. Ich muss einfach nochmal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass der Wolf ein Raubtier ist und alles abräumt, was ihm zum Hunger stillen nützt. Besonders gefährlich sind sie in Rudeln.

Der Verein für einen Lebensraum ohne Grossraubtiere strebt die Neuverhandlung oder die Kündigung der Berner-Konvention an.

HERMI PLUMP, TAMINS

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