Die Bergwelt soll als primäre Ressource des Landes entdeckt werden. Die "Fünf Punkten von Sondrio".

J'accuse / Zurzeit gegen die Bergwelt bestehen „Machenschaften“ zwischen Wölfen, Bären und Umweltschützer. Von den Städter Norditalien aus gesehen.

Seit einigen Jahren wird erkannt, dass die Bergwelt von der Allgemeinheit, nicht nur als Tummelplatz und Traumwelt für die Stadtbewohner angesehen ist, sondern entpuppt sich neu als ansehnliche Ressource  des Landes. Die beunruhigende Ausbreitung von Bären und Wölfe außerhalb der Nationalpärke und andere Territorien, wo sie bis anhin lebten, lässt Bedenken aufwachen. Es besteht in Italien die Dringlichkeit zur Wiederentdeckung der Bergwelt als Gegend für andauernden Wohnraum. In einem Land wo 72% des Territoriums aus Hügeln- und Berglandschaften besteht, die Konzentration der Bevölkerung, der Industrie und der Wirtschaftstätigkeiten in der Ebene, hat heute ein untragbares Mass erreicht. In der  Lombardei zum Beispiel, ist 40.5% des Territoriums gebirgig, aber weniger als 10% der Bevölkerung wohnt und arbeitet hier.

Ein sehr interessantes Ergebnis dieser Mobilisierung ist ein Planungs-Dokument mit der Bezeichnung "Fünf Punkte für die Wiederentdeckung des Hochlandes als Ressource für sich selbst und für das ganze Land", die am 16. Juni 2012 in Sondrio am Ende eines Workshops gefordert wurde.

Die fünf Punkte in ihrer Gesamtheit:

 

1. In Italien 72% des Landes sind Berg- bzw. Hügellandschaften oder sogenanntes Hochland. Das Hochland ist daher die Regel und nicht die Ausnahme.

2. Damit sich das Hochland, regenerieren kann, benötigt es keiner Fürsorgementalität, sondern der Wiedererlangung des Rechtes, die Ressourcen selbst zu verwalten.

3. Die ersten Ressourcen sind die kulturelle Identität, als Reichtum, das sich jede Generation wiedererlangen und neu aneignen muss; dann die Sprache, dann die Geschichte. Das Hochland benötigt deshalb grössere Eigenständigkeiten und Autonomien.

4. Das Hochland hat großartige Ressourcen: Das Wasser und die Produktion von sauberer Energie, das Holz, die grünen fruchtbaren Landschaften, die Fähigkeit Produkte höherer Qualität zu produzieren, die Lebensqualität als Ressource für diejenigen die dort leben, aber nicht zuletzt auch Komfort für Feriengäste und Touristen.

5. Das Hochland braucht keine speziellen Rechtsvorschriften oder Ausnahmen gegenüber dem „normalen“ Gesetz, welches die Ballungsräume umfasst.

Seit ein paar Jahren ist eine auffällige neue Situation eingetreten, welche eine stabile Existenz des Menschen im Berggebiet in gravierender Weise in Frage stellt. Es handelt sich um die besorgniserregender Verbreitung von Wölfen und Bären, ausserhalb der Nationalpärken oder anderer Gebiete, in welchen sie leben sollten. Diese Raubtiere riskieren nicht mehr auszusterben, könnten dagegen aber die Schafszucht und die Alpwirtschaft, sowie die Lebensmöglichkeit der oberen Bergbewohner auslöschen. In bestimmten Regionen kommen die Wölfe schon heute bis vor den Haustüren. Vor einigen Monaten ist ein Bär sogar tagsüber durch die Stadt Tirano im Veltlin spaziert.

Die ganze Angelegenheit, „Life ursus“ zur Wiedereinführung des Bärs in den zentral-östlichen Alpen ist ausser Kontrolle geraten, wie der Präsident vom Trentino Dellai selber ausführte. Es wird auch über direkte Begegnungen zwischen Mensch und Bär berichtet, was den hohen sozialen Alarm erhöht. Zwischen 2003 und 2011, laut einer Umfrage bezüglich der Akzeptanz des Bärs im Trentino, ist dieselbe von 76% auf 30% gesunken! Ferner soll man sich auch nicht von der säkularen städtischen Elite beeinflussen lassen, welche die Raubtiere vergöttert, um die Unantastbarkeit derselben zu rechtfertigen.

Zusammenfassung aus dem Artikel (italienisch) von Robi Ronza, Schriftsteller und Journalist aus Mailand, bis 2010 auch Beauftragter der Region Lombardei für die internationale Zusammenarbeit.

Beitragsaufrufe
1511832

Aktuell sind 79 Gäste und keine Mitglieder online