Drucken
Zugriffe: 2371

Vereinigung für Lebensräume ohne Grossraubtiere


Nach über 100 Jahren Abwesenheit wurde im Sommer 2012 wieder ein Bär im Puschlav heimisch. Bei diesem Bären handelte es sich um M13, einen Balkanbären aus dem Projekt „Life Ursus“. Er hatte Anfang des Jahres den Nationalpark Adamello-Brenta in der autonomen Provinz Trento verlassen.


Die Präsenz eines Bären in einem dichtbesiedelten Tal wie dem Puschlav, war sofort spürbar. Der Bär richtete grössere Schäden an und stellte das gewohnte Leben der Talbewohner in Frage. Eine Gruppe besorgter Bürgerinnen und Bürger organisierte darauf im  November  einen kritischen Infoabend zu Grossraubtieren  und publizierte dann regelmässig in den lokalen Medien Mitteilungen zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
Um sich in Zukunft wirksamer und regelmäßiger mit dem Thema Grossraubtiere auseinandersetzen zu können, hat die spontane und überparteiliche Gruppe formell beschlossen, eine Vereinigung zu gründen: Die „Associazione Territorio senza Grandi Predatori" , zu deutsch: Vereinigung für Lebensräume ohne Grossraubtiere“.


Die Gründungsversammlung  fand am Samstag, den 16. März 2013, in Poschiavo statt.
Der Verein sieht sich ausdrücklich nicht als eine Gruppe von Gegnern wunderschöner Tiere wie  Bär und Wolf, aber die Mitglieder sind davon überzeugt, dass die  Wiedereinführung dieser Raubtiere in engen Lebensräumen wie dem Puschlav unmöglich ist. Das von den Behörden und Umwelt- und Tierschutzverbänden geforderte Zusammenleben mit Grossraubtieren bringt radikale Veränderungen, welche die  Freiheiten im alltäglichen Leben der Bergbevölkerung in Frage stellen. Auch das soziale und ökologische Gleichgewicht, das sich in den letzten 100 Jahren befestigt hat, ist in grosser Gefahr.


Der Verein für Lebensräume ohne Grossraubtiere hat zum Ziel die betroffenen Bürgerinnen und Bürger bei in Zukunft mit Raubtieren zu erwartenden Problemen zu vertreten.
Des weiteren möchte der Verein die Oeffentlichkeit für die Probleme, die mit der Wiedereinführung der Grossraubtiere entstehen, sensibilisieren und damit ein Gegengewicht zu den sehr einseitigen, demagogischen Stellungnahmen der Umwelt- und Tierschutzverbände schaffen.
 
Die Pressebeauftragten
Poschiavo, den 16. März 2013